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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 25. Mai 2017 | 18:22

     

    Supermarkt-Ju-Jutsu

    DIE 10 GOLDENEN REGELN GEGEN PSYCHOTRICKS!

     

    Kennen sie den Zustand der »Kauf-Amnesie«? Man schaut auf den Berg von Produkten, die man gerade aus seinem Baumwollbeutel auf den Küchentisch gezaubert hat – und fragt sich erschrocken: Was so viel? Fünf Bananen, eine Mango, Geschirrspülmittel, Pfefferminztee, Erbsen in der Dose, Spargel im Glas, eine Flasche Rotwein, eine Flasche Milch, eine Packung Mandelsplitter, eine Tüte Backerbsen, zwei Schokoriegel, eine Tube Senf. Nein, drei Tuben Senf! Ich erinnere mich, stimmt, heute gibt es »Drei zum Preis von Zwei«, super!

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Der Sturm im Wasserglas!

    Ich sitze im piekfeinen Restaurant Kapinski im schönen St. Moritz. Weicher Kerzenschein durchflutet den Raum, über mir leuchten die Kristalllüster, und um meinen Teller glitzert mehr Besteck als ein Chirurg für eine Herztransplantation benötigt. Ein Restaurantbesuch mit PHILIPP WEBER.

     

    Blasen im Hirn - Tee im Bauch!

    Mein Gott ist mir schlecht. Mir ist so schlecht. Mein Herz rast. Meine Kopfhaut kribbelt. Meine Knie zittern. Vor meinen Augen tanzen Glühwürmchen. Das ist also ein hyperglykämischer Schock?! Während meine Bauchspeicheldrüse verzweifelt Insulin ins Blut spuckt, rollt unaufhaltsam eine Sturmfront von Zuckermolekülen durch meinen Körper. Komisch, meiner Nichte geht es prima. Obwohl sie das Zeug auch getrunken hat. Ich rede von »Bubble Tea.« Das Gesöff kommt aus Taiwan und verbreitet sich gerade schneller über Europa als die asiatische Grippe. Nur dass es gegen Bubble Tea noch keinen Impfstoff gibt. Doch Bubble Tea ist das Trendgetränk des Jahres. Sozusagen in aller Munde. Oder besser aller Mägen. Wobei ich es gerade sehr schwierig finde, das Zeug in diesem Organ zu behalten.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Maigrüße

    Ich liebe den 1. Mai. Tag der Arbeit! Der Tag an dem wir den Vorkämpfern der Arbeiterbewegung gedenken. Der Tag, an dem wir demütig unsere Häupter neigen vor Ferdinand Lassalle, August Bebel und den vielen Werktätigen, die ihr Leben ließen für Achtstundentag, 5-Tage-Woche, Arbeitsschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Doch ein Wehrmutstropfen bleibt: Der Tag der Arbeit ist der einzige Tag im Jahr, an dem ich schon um acht Uhr früh aufstehen muss.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Müll hat einen Namen: Nespresso

    »Das ist unser Model Latissima in der Farbe Mysterious Black. Mit abnehmbaren Milchbehälter, 1,2 Liter Wassertank und verstellbarer Auffangschale für Latte Macchiato Gläser!« Jetzt bin ich doch in ein Verkaufsgespräch geraten. Vor mir steht ein adretter Anzugträger mit öligem Haar und einem siegesgewissen Lächeln. Eigentlich wollte ich mir den Laden ja nur angucken. Ich bin nämlich zufällig an einem Nespresso Laden vorbeigekommen. Nespresso. Das ist der Kaffee, den auch George Clooney schlürft.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Hüttengaudi - eine Abrechnung!

    Diese Woche habe ich es mal so richtig krachen lassen. Dreimal war ich zu Gast bei einem Spitzenkoch der Extraklasse: ein Michelin-Stern, drei Hauben von Gault-Millau und vier Kochlöffel vom Schlemmer Atlas. Ich war bei Alfons Schuhbeck! Mein Kassler mit Chili-Wirsing aß ich im ICE 374 nach Frankfurt, an meinen Rindsrouladen würgte ich im IC 2026 nach Hagen und mein Linseneintopf rutschte mir in einer Kurve irgendwo im Sauerland auf die Hose. Wahnsinn, wie der Schuhbeck das schafft? Der arme Mensch ist ja wirklich irre viel unterwegs. Und obwohl die Mahlzeit in einem muffigen Bordrestaurant serviert wurde, muss man sagen, das Essen war gar nicht mal so gut. Und sogar ohne Geschmackverstärker, wie ich der beigelegten Broschüre entnehmen konnte. Sehr löblich, denn gerade den Chili-Wirsing musste man im Geschmack definitiv nicht weiter verstärken.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

    Das letzte Plätzchen - Gott sei Dank!

    Gestern habe ich das letzte Plätzchen gegessen. Es war eine prähistorische Echse mit knallpinker Zuckerlasur. Die hat mir mein Neffe Toni geschenkt. Das Gebäck hat er selbst gemacht, beziehungsweise selbst aus dem Teig gestochen. Toni ist fünf Jahre alt, und da er eben auf Sterne, Engel, Weihnachtsbäume und den ganzen Advents-Kokolores nicht so steht, haben seine Eltern zur Wahrung des Familienfriedens neben Ochs und Esel auch noch einem Brontosaurier und einem Tyrannosaurus eine zentrale Rolle in der Weihnachtsgeschichte eingeräumt. Von meinem Freund Jürgen habe ich sogar einen Satz Penisse aus Mürbeteig bekommen.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Aroma-Terror: Weihnachten stinkt!

    Sie können sagen, was Sie wollen, aber olfaktorisch empfinde ich die Weihnachtszeit als eine echte Zumutung. Überall pusten Duftlampen und Räuchermännchen ihren giftigen Brodem in die Atmosphäre. Egal, welches Geschäft man zur Zeit betritt, sofort rollt eine wütende Angriffswelle aus Nelken-, Zimt- und Anis-Duft über deine Schleimhäute hinweg. In jeder Einkaufspassage wird man mit ätherischen Ölen eingenebelt, als müsse die Kundschaft erst mal von Parasiten befreit werden. Hätten die Heiligen Drei Könige den Stall von Bethlehem so vollgestunken, wären sie sicherlich von Maria mit einer Peitsche aus dem Stall gejagt worden. Bald werden wohl selbst die Bahnhofstoiletten mit Weihnachtsklosteinen der Duftrichtung »Vanillekipferl« die Besucher auf die Ankunft des Herrn einstimmen.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

    Esst euren Müll!

    Das kennen Sie doch sicher auch: Man betritt die Obstabteilung im Supermarkt, um einen herum türmen sich Berge aus buntem, duftigem, knackigem und feuchtem Fruchtfleisch. Ein Garten Eden edlen Obstes – durch keine Druckstelle entstellt, durch keinen Wurm geschändet! Und sollte doch einmal eine garstige Beere es wagen, durch Fehlfärbung oder gar krüppeligem Wuchse gegen die harten, aber gerechten Gesetze des europäischen Komitees für Normung zu verstoßen, dann hat das Argusauge des Abteilungsleiters diesen Schandfleck schon längst erblickt und das Essunwürdige von der gesunden Fruchtmasse abgesondert und im Müllcontainer entsorgt.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    In den Händen der Vitamin-Mafia!

    Verdammt, der Herbst hat noch gar nicht richtig begonnen, und ich hab’ jetzt schon wieder die Schnauze voll: Nur einen Abend lang habe ich auf dem Balkon den veränderten klimatischen Verhältnissen getrotzt und schon tanzen die Bazillen auf meinen Schleimhäute Samba! Und bei Erkältung hilft nur eins: Vitamin C! Das sagt zumindest meine Freundin. Seit Tagen werde ich von ihr vollgepumpt mit Zitronenwasser, Hagebuttentee, Grünkohlsuppe, Sauerkrautsaft … Ja. Sauerkrautsaft!

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Ehret Julius Maggi - ein Hoch auf die Lebensmittelchemie!

    Dies ist die größte Maggi-Flasche Europas. Die Bürger von Kronberg im Taunus haben dieses imposante Gebilde als charmante Geste anlässlich meines Gastspiels in ihrer schönen Stadt errichtet. Das Gefäß ist 20 Meter hoch, 5 Meter breit und reicht zum Würzen von 3,4 Milliarden Tellern Suppe. Ich finde, dieses klare Bekenntnis zu dem wohl prominentesten Erzeugnis der deutschen Lebensmittelindustrie mutig und bewundernswert. Denn bei aller berechtigter Skepsis gegenüber künstlich erzeugter Nahrung sollten wir nicht vergessen: Die Lebensmittelchemie hat sich um die Menschheit verdient gemacht.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    Wo sind all die Ökos hin, wo sind sie geblieben?

    Ist Ihnen schon mal auf gefallen, dass es gar keine Ökos mehr gibt? Ist doch komisch: Die Deutschen haben noch nie soviel Bio gegessen, noch nie soviel über Atomkraft, Nachhaltigkeit und Klimaschutz geredet wie heute, aber trotzdem sieht man selbst im schrulligsten Naturkostladen keine Ökos mehr. Es ist jetzt nicht so, dass ich Sie irgendwie vermisse. Bei aller Liebe zur Umwelt, aber unter ästhetischen Gesichtspunkten waren die Ökos der 80er eine echte Zumutung.

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

     

    In der Schale sitzt viel, aber nicht das Beste!

    Neulich ist mir mal wieder aufgefallen, wie absurd heute unsere Nahrungsmittel verpackt sind. Da saß ich nämlich im Flugzeug, und das Essen war der Wahnsinn: eingeschweißte Brötchen, eingeschweißte Wurst, eingeschweißter Käse. Sogar ein eingeschweißtes Besteck, das mit zwei Tütchen eingeschweißtem Salz und Pfeffer eingeschweißt war! Wer hat das entworfen? Christo?

     

    Eine Kolumne von PHILIPP WEBER

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    Die böse Schlange
    und das weiße Kaninchen

    In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...

    Tage, Tage, Jahre

    Staunen, entdecken, querlesen, umblättern, abreißen – Literaturkalender begleiten uns verlässlich durchs Jahr, versorgen uns häppchenweise und gut dosiert mit ungeahnten ...

    Ein Geheimnis in einer Graskugel

    Auf die ganz großen Katastrophen im Leben kann man sich selten vorbereiten. Das geht nicht nur den Großen so, auch die Kleinen müssen solche Erfahrungen bewältigen. ANDREA ...

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

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