TITEL kulturmagazin
Freitag, 24. Februar 2017 | 18:08

 

Seitenhiebe

Auf ihrem nächtlichen Heimweg werden Anne und René Winkler (Natascha Paulick, Stefan Kurt) von drei jungen Männern attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten Phillip Rahn (Wotan Möring) und Tobias Maurer (Jonas Nay) bemerken den Überfall und kümmern sich um die  Opfer. Die flüchtenden Täter aber konnten sie, wie sie behaupten, nicht erkennen oder fassen. Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) beginnen an den Aussagen der Polizeikollegen zu zweifeln, als sich herausstellt, dass es sich bei einem der verdächtigten Jugendlichen um den Sohn Phillip Rahns handelt. Von WOLF SENFF

 

Boerne gleich hinterher

Auf einem restaurierten Hof bei Wolbeck wird der Heilpraktiker Raffael Lembeck eines Morgens von seiner Frau Stella (Lina Beckmann) tot aufgefunden. Das Opfer kam offensichtlich in seiner Praxis zu Fall und verblutete, erklärt Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) am Tatort. Bei Frauen waren Lembecks alternative Behandlungsmethoden beliebt, aus dem Ausland reisten vermögende Patientinnen an. Und? Was meinen Sie, welcher Taxifahrer die Damen von Düsseldorf nach Wolbeck chauffiert? Von WOLF SENFF

 

Buch & Regie: Brüder Grimm

In Berlins Partyszene ist die synthetische Droge »Heaven« angesagt. Da wird der Hersteller der Droge, Christoph Gerhard (Stefan Kreißig), tot aufgefunden. Die Ermittler Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) übernehmen den Fall und werden dabei von Melissa Mainhard (Ina Weisse) unterstützt, die ihnen als erfahrene Drogenfahnderin zur Seite steht. Und dann kommt es doch ganz anders. Von WOLF SENFF

 

Balltreter notfalls auch

In der Nachbarschaft der jungen Ermittlerin Nora Dalay (Aylin Tezel) wurde der Dealer und Zuhälter Serkan Bürec erschossen. Er galt als rechte Hand des zwielichtigen Geschäftsmannes Tarim Abakay (Adrian Can). Für Peter Faber (Jörg Hartmann) deutet alles darauf hin, dass sich am Tatort auch eine Zeugin aufhielt. Sie bleibt spurlos verschwunden. Mein Revier ist ein doppelbödiger Titel für diesen Film, der uns mit bewegenden Bildern aus Dortmunder Armutsvierteln konfrontiert. Von WOLF SENFF

 

»Holen Sie mich hier raus!«

Nach einem missglückten Einsatz wird Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) schwer verwundet in ein Krankenhaus eingeliefert. In einer dramatischen Notoperation gelingt es den Ärzten, sein Leben zu retten. In den folgenden Wochen bzw. Tagen erholt sich von Meuffels langsam von seiner Verwundung. Das erklärt die Halluzinationen, die ihn den gesamten Film über heimsuchen. Von WOLF SENFF

 

Sexualität ist eine Schlaftablette?

Zwei Frauen, Isabella (Nina Proll) und die jüngere Assistentin Sandra (Mina Tander), leiten eine Drückerkolonne, die es sich, so die Selbstauskunft, zur Aufgabe gemacht hat, kanadische Robbenbabys vor dem Abschlachten zu bewahren – bei hohen Provisionen. Längst haben Arbeitslosigkeit und Insolvenz auch Handwerker und Akademikerkreise erreicht. Sie treibt die Hoffnung an, mit schnell verdientem Geld wieder auf die Beine zu kommen. Wer angeheuert wird, wird auf Erfolg getrimmt. Von WOLF SENFF

 

Normal wie Sonntagabend

Das Lokalkolorit der Bodensee-Tatorte trägt deutlich dazu bei, das Tempo der Handlung zu verzögern. Nun, in diesem Film wird die Leiche eines Jungen im Wasser gefunden. In zwei vergleichbaren Fällen zuvor wurden ebenfalls Jungen missbraucht und ermordet, die Lage der Dinge ist kompliziert. Verdächtigt wird auch der Sexualstraftäter Holger Nussbaum (Hansa Czypionla), der nach Abgelten einer fünfzehnjährigen Strafe seit wenigen Wochen wieder auf freiem Fuß ist. Von WOLF SENFF

 

»Jeder parkt mal in der falschen Garage«

Parken in der falschen Garage, wir ahnen es, kann bemerkenswerte Konsequenzen haben. Der junge Ricky Klawes und eine Hebamme werden ermordet auf einer mecklenburgischen Landstraße aufgefunden. Eine erste Spur führt Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) und LKA-Beamtin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) zum Rostocker Motorradclub Satanic Riders, der wegen seiner kriminellen Machenschaften bereits die Aufmerksamkeit des Landeskriminalamts weckt. Von WOLF SENFF

 

In Schwulitäten

Oh Schreck lass nach! Stammt Alter ego aus dem verstaubten Sortiment der Neunziger? Nicht? Der Achtziger? Weshalb eigentlich Alter ego? In letzter Zeit hatte ich Schwierigkeiten mit den Titeln, ich weiß. Ich komme drauf zurück. Fürs erste: Es handelt sich um den neuen TATORT mit Schauplatz Dortmund. Also neues Personal, neue Tapeten, wir erleben Peter Faber (Jörg Hartmann), den Oberkommissar, der aus Lübeck kam, im Einsatz direkt an der Leiche. Der Student Kai Schiplok wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden, nackt, mit einem leichten Tuch verhüllt. Spuren deuten auf ein Eifersuchtsdrama unter Homosexuellen hin. Von WOLF SENFF

 

Im Holzkrug geht die Post ab

Das mögen wir. Rainer rockt die Hochzeitsfeier. Aber erst einmal liegt im Herbstlaub eine Leiche engelgleich quer auf dem Bildschirm. Der Vorspann zeigt weitere hübsche Bilder ohne Fehl und Tadel. Sie werden von einfühlsam zarten Tonfolgen untermalt, und über den gesamten Film wird Musik (Stefan Hansen) erfreulich dezent eingesetzt. Der liebliche Vorspann täuscht: Im »Holzkrug« geht die Post ab. Zu »Liebe ohne Leiden« taut endlich sogar Inga Lürsen (Sabine Postel) auf, die mit ihrem Kollegen Stedefreund (Oliver Mommsen) zu den geladenen Gästen gehört. Stimmungsvoll und hanebüchen – so kündigt sich Unheil an. Von WOLF SENFF

 

»Leichen und Zerhacktes und Hirn aufm Teppich«

Diesmal wird uns ein TATORT gezeigt, in dem der Täter frühzeitig bekannt ist; er darf fast neunzig Minuten lang sein Unwesen treiben. – Ein verzweifelter Anruf alarmiert den Kieler Polizeinotruf. »Er ist in meiner Wohnung. Er kommt einfach durch die Wand.« Die Anruferin, eine junge Frau, wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Obwohl die Wohnungstür verriegelt war und der Täter keinerlei Spuren hinterließ, scheint er beim Opfer ein- und ausgegangen zu sein. Als hätte er heimlich bei ihr gewohnt, ihr anonym Geschenke gemacht – ein bisschen psycho ist das schon. Von WOLF SENFF

 

Kriegszitterer

Ein verrätselter Anfang wird nach und nach entschlüsselt: Afghanistan-Heimkehrer, wartende Mütter und Ehefrauen. Thomas Klages (Godehard Giese) trifft statt seiner Frau auf eine leere Wohnung. »Hat die euch einfach so allein gelassen?«, fragt er ratlos die beiden Kaninchen; und: »Rabenmutter.« Ihm wird zum Ende hin süßeste Tröstung zuteilwerden, der Film beweist Humor (Regie: Andreas Kleinert) und wie schön die Welt doch sein kann (Drehbuch: André Georgi). Zeitgleich mit dem Empfang der Heimkehrer sind Drogenkuriere auf dem Weg nach Köln, »body packer«, die Heroin kondomgesichert in ihrem Magen schmuggeln. Von WOLF SENFF

 

»Okey« mit Ton auf »ey«, geschraubt

Der TATORT vor der Hier-sind-unsere-Wiederholungen-Sommerpause war ebenfalls aus Luzern? Auch Serienfiguren sind auf Kontinuität angewiesen. Aber eines nach dem anderen. Ein Sturz aus der Seilbahn zum Wissifluh erweist sich als Mord, in den von Politik (Regierungsrat Mattmann (Jean-Pierre Cornu)) bis zu nationaler Schlagerszene (Maria Imbach (Maja Brunner), Ehefrau des Opfers) allerlei Personal verwickelt ist, nicht zu vergessen der Finanzinvestor, der Anwalt, der Filialleiter der Rütli-Bank. Weit gefächert. Von WOLF SENFF

 

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit Skalpell eine neue starke Ermittlerin und einen weiteren spannenden Fall aus der Schweiz zu präsentieren« (Pressemitteilung). Das ist nicht falsch. Der Film beginnt mit einem Solidaritätslauf für ein Kinderhilfswerk, an dem auch der Chefarzt einer Luzerner Klinik, Dr. Lanther (Benedict Freitag), und sein Stellvertreter Marco Salimbeni (Thomas Sarbacher) teilnehmen. Gefällige Bilder. Allerdings wird Lanther auf der Strecke ermordet, ein Skalpell trifft seine Halsschlagader. Von WOLF SENFF

 

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf einen Leichenfund nach. Doch noch bevor sie die Leiche findet, wird sie niedergeschlagen und findet sich in der Gewalt von fünf jugendlichen Straftätern: »Wir sind der Abschaum.« Im Wald, da sind die Räuber. Tief im Pfälzerwald, wo sich die Jugendlichen zwecks Disziplinierung auf AZOK-Maßnahme (Alle Zusammen Oder Keiner) befinden - seit neuestem allerdings ohne ihren zu Tode gekommenen Sozialpädagogen. Von WOLF SENFF

 

Aufregung um Kanzler Grasshoff

Ein spektakuläres Szenario, das Die Ballade von Cenk und Valerie da mal ratzfatz in der ersten Viertelstunde entfaltet. Welt der Hochfinanz? Am Sonntagabend? Cenk Batu ist einer von mehreren verdeckten Ermittlern der Regierung des neuen Bundeskanzlers Grasshoff, die sich zum Ziel gesetzt hat, illegale Finanzgeschäfte aufzudecken und Beweise gegen deren selten durchschaubares System zu beschaffen. Nun aber los: Occupy TATORT! Von WOLF SENFF

 

Mit Design überfrachtet

»Es ist böse«, kündigt Frank Steier (Joachim Król) an, bevor die Leiche von der Kamera erfasst wird. Doch so dramatisch sieht es dann doch nicht aus. Immerhin, eine Mordserie steht an, da wird mächtig in die Aufregerkiste gegriffen (Regie: Stefan Kornatz). Mancher Zuschauer wird sich zu Recht fragen, ob das Entsetzen von Conny Mey (Nina Kunzendorf) angesichts des Zustands der Leichen nicht überdreht dünnhäutig ist. Wir erinnern uns (Der Tote im Nachtzug, 20. Nov. 11), dass sie gut austeilen und einstecken kann. Von WOLF SENFF

 

Kinderland ist abgebrannt

Ist das Elend so groß? Wir müssen diesen beiden österlichen TATORT-Folgen wohl recht geben, letzten Endes. Die erste spielt in Leipzig, die zweite in Köln. Aber der Reihe nach. Mit einem Mädchen, das tot aufgefunden wird, Lisa Noack, lernen wir die Parallelwelt Leipziger Kinderstrich kennen, die einen Anlaufpunkt bietet, »wenn man so wenig wie möglich mit der beschissenen Welt der Eltern zu tun haben will« (Martin Wuttke als Hauptkommissar Andreas Keppler). Auch Anna Römer (Lotte Flack), von ihrer Mutter als vermisst gemeldet, findet sich ein. Von WOLF SENFF

 

Schusters Drahtesel und Nobelkarosse

Da kommt man ins Grübeln. Der türkische Taxifahrer (Oktay Özdemir) tritt exakt so auf, wie Sarrazin sich den türkischen Taxifahrer in Berlin vorstellt. Und was soll Ritters Hinweis auf »ausgerechnet jetzt, wo das Image der Banken wieder besser geworden ist«? Die Banken hätten aufgehört, sich an unseren staatlichen Budgets zu bereichern? Sie hätten ihre Casino-Produkte storniert? Nein, die Kommissare lassen besser mal die Finger von der Politik, der Schuh ist ihnen einige Nummern zu groß. Von WOLF SENFF

 

Sibirien in Münster

Kann eine Krimihandlung konstruiert wirken? Aber sicher: sofern sie unrealistisch viele Zutaten enthält und irgendwie Zutaten hineingeraten sind, die sich nicht zueinander fügen wollen, die nicht harmonieren. Da droht der Überblick verloren zu gehen und der innere Zusammenhang des Films. Es gibt zu viele Szenen in Hinkebein, in denen dieses Gefühl aufkommt (Regie: Manfred Stelzer). Von WOLF SENFF

 

Sie satteln drauf

Es gibt Menschen, die verändern sich. Das zieht sich leitmotivisch durch diesen TATORT. Hintergründig tritt auch Psychologin Sophie Wiesmann (Sabine Vitua) auf: der lauernde Blick qualifiziert sie gleichermaßen als Hexe wie als Dame von Welt. Dabei beginnt Der traurige König trotz des fulminanten Einstiegs harmlos, und Julia Winters (Sylta Wegmann), Assistentin auf Zeit, schmisse den Laden im Handumdrehen allein, wären da nicht noch die Männer: Als Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) den Siggi Aumeister (Lasse Myhr) mit drei gezielten Schüssen auf die Intensivstation befördert, ist er gedanklich eher bei seinem schmerzenden Zahn. Von WOLF SENFF

 

Serie läuft woanders

Vorsicht. Man muss sich einlassen können auf diesen TATORT, sonst rutscht man weg. So ungefähr muss sich Werder Bremen fühlen: zwischen den Stühlen. Die Ausgangslage von Ordnung im Lot ist klar: Ein Tankstellenbesitzer wird erschossen in seinem Verkaufsraum aufgefunden, in der Kasse befindet sich ein hoher Geldbetrag, also wird es kein Raubmord gewesen sein. Verdächtige werden im Kreis der eigenen Familie und in der des Nachbarn vermutet. Von WOLF SENFF

 

Krieg in Wien

Wenn Bibi Fellner sagt: »Sowoas moach i niamer mit, Moritz«, darf man davon ausgehen, dass einiges geschehen ist. Und Schnupfen, auch davon darf man ausgehen, ist lästig, hält sich jedoch in der Regel nicht allzu lange mit demselben Opfer auf ... Doch der Reihe nach: Eine Kerngruppe der berüchtigten serbischen Sveti-Tigar hat in Wien Fuß gefasst und begleicht eine alte Rechnung aus dem Balkankrieg. Zunächst an einem Aushilfsfahrer, irrtümlich: »Du warst zur falschen Zeit am falschen Ort. Tut mir leid«, doch die Ermittler sind den tatsächlichen Zusammenhängen schnell auf der Spur. Von WOLF SENFF

 

Kein echter Bösewicht

Nach dem Mord an einem Zollbeamten unweit der Zollstation Konstanz/Kreuzlingen am Bodensee ermitteln Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in diversen Milieus. Am Grenzübergang zeigt die Kamera Steuerbetrüger, die ihr Ererbtes, Erspartes, Ergaunertes in die vermeintlich sicheren Gefilde der Schweiz schmuggeln, ökonomisch gesehen geht es um »Peanuts«. Die Ermittlungen führen zu einem Eishockeyclub, in anrüchige Autohändler- und Bankerkreise, in die bigotte vornehme Welt, auch ins persönliche Umfeld einiger Zollbeamter. Urs Roettli (Urs Jucker), Schweizer Banker, neigt zu der Einsicht: Das Böse ist immer und überall. »Ihr Deutschen kriegt den Hals einfach nicht voll, oder?« Von WOLF SENFF

 

Prügel, Schreie, Türenknallen

Nach dramatischen Bildern einer Flucht wird in der Nähe einer Hochhaussiedlung die Leiche einer jungen Frau aufgefunden, eine zweite Entkommene überlebt, ist aber vernehmungsunfähig. Vor Jahren wurden beide als vermisst gemeldet, die Fahndung blieb damals ergebnislos. Andi Mollet, ein eigenwilliger Charakter (Thomas Bastkowski überzeugt in seinem Filmdebut), geriet schon damals unter Verdacht. Die Kommissare gehen dem erneut nach und zeigen sich völlig unbeirrbar: »Der ist ein Simulant, das seh ich doch von hier aus.« Das kann es aber nicht gewesen sein, weiß WOLF SENFF.

 

Junge alte Liebe

Todesbilder setzt mit einem brutalen Doppelmord ein: Ein junges, frisch vermähltes Paar wird am Ufer eines Sees erschlagen, die Hochzeitsgäste werden zwecks DNA-Probe ins Präsidium gebeten. Die Leipziger Kommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler gehen verschiedenen Fährten nach: einem Familienkonflikt, Verwicklungen aus dem Vorleben der Braut. Der Blick wird auf diverse Figuren gelenkt, von denen sich jede irgendwie überfordert zeigt. Von WOLF SENFF

 

Familien am Rande des Nervenzusammenbruchs

Dieser TATORT bietet stabile Spannung, Vielschichtigkeit in einem kompakten Setting, tragische Wendungen und ein überaus interessantes Nebenfigurenkabinett. Außerdem: Wann geschieht es schon einmal, dass in nur einem TATORT gleich zwei Verbrechen aufgeklärt werden - dafür sei dem Dicken und dem Schmucken hier von HANNS-WERNER PRUNCK Respekt gezollt!

 

Um Kopf und Kragen

Rumba wurde uns vor längerer Zeit bei Ritter und Stark geboten (Berliner Bärchen, März 2001). Diese unsterbliche Tanz-Szene wird auch von Tödliche Häppchen nicht getoppt. Aber sonst beeindruckt manches an dieser Neujahrseröffnung. »Sie tun ja schon wieder, als wär ich krank!« Welch wunderschön durchgeistigtes Gesicht zeigt uns Herr Pallaske (Ulrich Cyran) in seinem Kurzauftritt, und bringt das Thema des Films auf den Punkt, indem er an Emile Zola erinnert: »Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen.« Schweineverwertung. Brandaktuell, meint WOLF SENFF.

 

Ein Augenöffner, ein Glanzstück

Einen Kommissar, der sich pensionieren lässt und seinen Fall als privater Ermittler aufklärt, hatten wir noch nicht. Wäre das nicht eine Rolle für Ulrich Tukur? Ohne Hirnschaden diesmal? Stattdessen mit dramatischen Gefahrenmomenten: Bernfeld wird vom LKW eines Bauunternehmens angefahren, setzt sich mit seiner Walther P5 zur Wehr, stellt sich als Geisel zur Verfügung, wird aus dem eisigen Wasser der Donau gerettet. Das wäre doch mal eine komplexe Handlung plus reichlich Dynamik für einen Kriminalfall, findet WOLF SENFF. Dieser Fall würde jene Realität herauskitzeln, die sonst gern unter den Teppich gekehrt wird vom Sonntagabend-TATORT, der üblicherweise anheimelnd und gefühlig das Wochenende ausklingen lässt.

 

Haschen nach Wind

Was für ein Strickmuster: Ein »Wolf im Schafspelz« , Christian Marshall (Ken Duken), als Anführer der Islamistenzelle, der als Lehrer gar noch die arglosen Schüler verführt. Und dem Neuen – dem eingeschleusten undercover-Mann Taylan alias Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) – wird erst einmal das Handy entzogen; denn schließlich, so hat uns der gelegentlich recht schusselige Oswald (Martin Brambach) vom BKA längst unterrichtet, plant die Zelle »einen der größten terroristischen Anschläge seit Madrid 2004«. Der Zuschauer ist im Bilde: Ihn erwartet ganz großes Kino. Ob das wohl gutgeht, fragt sich WOLF SENFF.

 

Es sind die Feinheiten

Darauf haben wir lange warten müssen: ein weibliches Ermittlerduo. Sigrid Malchus trägt Rock oder Kleid stets geschlitzt, hinten oder seitlich, und sie hat es nicht leicht mit den Pfennigabsätzen ihrer Stöckelschuhe. Zu Anfang gibt sie noch die Dorfpomeranze. Charlotte Lindholm dagegen stöckelt und stolpert durch ihre persönliche Nebenhandlung und muss sich vorhalten lassen, »dass man seine Emotionen aus so einem Fall heraushält« – ein spannendes Team, das sich nach und nach eine tragfähige Balance erarbeitet, meint WOLF SENFF.

 

Richtig tief in die Wüste

Er: Ich bin immer wieder erstaunt über Ihre vielseitigen Fähigkeiten.

Sie: Ich bin immer wieder erstaunt, dass Sie immer wieder staunen.

Er: Da staunen Sie, was?


Lustig? Nein, kein Stück. (Soll das eine Hommage an Heinz Erhardt sein? Oder lässt Der Hexer grüßen?) Wer schreibt das als Eröffnungsdialog in ein Drehbuch? Und welcher Schauspieler tut sich das an?, fragt sich WOLF SENFF.

 

Normal nun wirklich nicht

Und auch kein Langweiler. Oder doch? Jedenfalls ein Versuch, sich auf sensiblem Terrain auch sensibel zu bewegen: Todesfälle in der Jüdischen Gemeinde Münchens. Hektik und Aufgeregtheit sind außen vor: ein ruhiger Film. Man sollte schätzen, dass die Marke TATORT den Eindruck vermeiden will, schablonenhafte Spannungsmuster anzubieten. Und wirklich nie fühlen wir uns an Derrick erinnert ... Von WOLF SENFF

 

Auf der Höhe

Vor einem Monat ermittelten Ritter und Stark in Berlin (Mauerpark) mit ähnlichem Ausgang wie bei diesem TATORT, durchaus schwächlich, noch dazu dumpf mit politischer Botschaft unterlegt – da wollte uns jemand regelrecht BILDen. Da ist Der Tote im Nachtzug glücklicherweise anders. Wohlüberlegte Rückblenden helfen den herrlichen Facettenreichtum dieser Folge zu ordnen, und welch hinreißende Belichtung! In Perfektion – weltfern bläulich entrückt – ist diese beispielsweise in einer Hinterhofszene zu genießen! Details wie diese schaffen große atmosphärische Dichte. Von WOLF SENFF

 

Gestern war kein Tag (BR)

»Sie müssen hier jeden Euro umdrehen, und Ihr Mann gibt das Geld mit vollen Händen aus«, stellt Leitmayr gegenüber der tatverdächtigen Schwiegertochter fest, die mit dem demenzkranken Vater ihres ermordeten Ex-Mannes gemeinsam im Haushalt lebt. Der Vater will's gewesen sein. Schützt der seine Krankheit nur vor? »Passt scho«, ist sein ständiger Kommentar. Die Kommissare ermitteln im häuslichen sowie beruflichen Umfeld des Ermordeten. Sie entdecken Spuren eines ungewöhnlichen, lukrativen Geschäftes mit illegalen Pflegekräften aus Bulgarien, das der Ermordete betrieb. Ein Rechtsanwalt weiß als Vermögensverwalter und Generalbevollmächtigter demenzkranker Menschen die Kontakte für sich zu nutzen.

 

Ausgelöscht (ORF)

»Ich versprech' euch was, Burschen, ich krieg euch alle zwei ...«, damit droht Eisners Assistentin Bibi Fellner zwei Verdächtigen, die mutmaßliche Komplizen einer raffiniert organisierten Bande zu sein scheinen. Die Wiener Ermittler müssen den Mord an zwei Männern aufklären, die innerhalb kurzer Zeit nackt jeweils in einem Einkaufswagen eines Supermarktes auf einem Parkdeck gefunden werden. Die Morde sind wie eine Hinrichtung inszeniert. Spuren führen zur bulgarischen Mafia, die mit österreichischen Komplizen für eine ausgeklügelte und ertragreiche Einbruchsserie verantwortlich sind. Eine bulgarische Sonderermittlerin reist an und sorgt für Überraschungen.

 

Eine bessere Welt (HR)

»Wir sind die Mordkommission, nicht die Mordverhinderungskommission.« Kommissar Steier umschreibt so den engen Handlungsspielraum in diesem Fall: Der Vater eines im Koma liegenden Verkehrsunfallopfers zeigt bei der Kripo zum wiederholten Mal den Mord an seinem Sohn an. Er erhebt den Vorwurf, dass der damals ermittelnde Beamte ein Verhältnis mit der Zeugin, die den Schwerverletzten gefunden und den Notarzt alarmiert hatte, begonnen habe. Der wie vom Wahn verfolgte Vater hält die junge Frau für eine gewissenlose Mörderin, die seinen Sohn absichtlich überfahren habe. Er bedroht und verfolgt sie. Die neuen Kommissare Steier und Mey können nicht viel mehr tun, als die junge Frau beschützend zu überwachen. Der Fall spitzt sich zu und eskaliert auf dramatische Weise.

 

Herrenabend (WDR)

»Sehen Sie doch nur mal einen Augenblick den Weihnachtsmann in mir.« Mit diesen Worten versucht der unter Verdacht geratene Kartoffelkaiser Lüdinghaus Kommissar Thiele zu bestechen. Die Fingerabdrücke eines seit Jahren Toten wurden im neuen Auto eines ermordeten Geschäftsmannes gefunden. Während Professor Boerne, der damals den Toten als den Staatssekretär Klarbach identifiziert hatte, seinen Irrtum aufzuklären versucht, führen Thiels Recherchen in die »bessere« Gesellschaft Münsters. Dort begegnen ihm die alten Geschäftsfreunde Klarbachs, dem Korruption und Geldwäsche vorgeworfen worden war. Staatsanwältin Klemm hält Thiel vor, ein »kleinbürgerlicher Robin Hood« zu sein, ganz nach dem Motto: »Wer Geld hat, hat auch Schuld.«

 

Grabenkämpfe (SWR)

»Es gibt keine Schlampe ... hör auf zu fantasieren!«, sagt Stefan Aldinger zu seiner eifersüchtigen schwangeren Ehefrau, einer Profi-Kickboxerin. Kurz darauf wird Aldinger erschlagen aufgefunden. In den Kreis der Tatverdächtigen gerät neben der Ehefrau auch ein Bauunternehmer, der auf dem Gelände des alternativen Kulturareals, das Aldinger mit einem Freund betrieb, ein bislang noch nicht genehmigtes Wohnprojekt geplant hat. Um die Baugenehmigung zu beschleunigen, hat er dem einflussreichen Kurator des städtischen Kunstmuseums die Schenkung einer kostbaren Gemäldesammlung in Aussicht gestellt. Auch der angestellte Justitiar des Bauunternehmens erscheint zwielichtig und spinnt eine Intrige. Da fällt der Geschäftspartner Aldingers einer Explosion in seinem Büro zum Opfer.

 

Jagdzeit (BR)

»Kein Selbstmord. Kein Schuss aus nächster Nähe«, das ergeben die ersten Untersuchungen einer männlichen Leiche an einer Münchner Vorstadt-Tankstelle. Der Tote, der aus dem »besseren« Stadtteil Bogenhausen stammt, war auf dem Weg zur Jagd und wurde mit seinem eigenen Gewehr erschossen. Die Zeugin, ein junges Mädchen, ist verängstigt und spricht nicht. Was hatte der Tote in diesem Hartz-IV-Viertel zu tun? Schon bald stellt sich heraus, dass der als vermeintliche »Wohltäter und Gutmensch« – mittlerweile als Personalchef einer großen Konservenfabrik selbst arbeitslos geworden – die »Ärmsten der Armen« um ihre Ersparnisse betrogen hat. Die Ehefrau des Toten, offensichtlich mehr mit ihrem Liebhaber beschäftigt, hat von dem neuen »Job« ihres Mannes nichts bemerkt.

 

Edel sei der Mensch und gesund (RBB)

»Viel hilft viel«, stellt Ritter beim Blick in den überfüllten Medikamentenschrank eines Morbus Crohn-Patienten fest, der an einer falschen Medikation starb. So analysiert die Gerichtsmedizin die Todesursache. Wer hat die miteinander nicht verträgliche Gabe zu verantworten? Die Karteikarte des Patienten in der Gemeinschaftspraxis enthält darüber keine Hinweise. Wenig später wird eine Ärztin dieser Praxis ermordet. – »Krank sein ist teuer« ... Die Kommissare ermitteln vor dem Hintergrund eines starren, am Profit orientierten Gesundheitssystems, in dem Ärzte, die ihrem hippokratischen Eid folgen und helfen wollen, sich in betrügerische Machenschaften verstricken.

 

Mord in der ersten Liga (NDR)

»Wir sollten den Scheisskerl einfach abknallen«, war in einem Chat als Antwort auf die kritischen Äußerungen über Hooligans zu lesen, die Fußballprofi Kevin Faber einen Tag vor seinem Tod in einem Interview gemacht hatte. Nun wird er erschlagen am Maschsee in Hannover aufgefunden. Charlotte Lindholm ermittelt mit ihrem Kollegen Näter im privaten sowie auch beruflichen Umfeld des Toten. Dabei enthüllt sie ein Tabu: Homosexualität im Profi-Fußball. Aber auch andere zwischenmenschliche wie geschäftliche Beziehungen und die gesamte Hooliganszene, wo nicht nur soziale Unterschichten ihre Agressionen entladen, geraten ins Blickfeld der Kommissarin.

 

Vergeltung (ORF)

»Ich brauche einen Assistenten, kein Wrack«, beschwert sich Moritz Eisner über seine ihm neu zugeteilte Kollegin von der Sitte, die unübersehbar mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat. Ein Kevin wird beerdigt. Eine alte Frau wird in einem Bus von Jugendlichen ohne Grund geohrfeigt. »Da draußen herrscht Krieg«, stellt Eisners Assistentin unverblümt fest. In einer U-Bahnstation wird ein brutaler, von der Überwachungskamera aufgezeichneter Mord begangen. Ein Serientäter scheint es auf Jugendliche abgesehen zu haben, die verurteilte Straftäter waren und nun selbst Opfer geworden sind. Alle gehörten sie einer Psychotherapie-Gruppe an, die die Resozialisierung unterstützen sollte.

 

Leben gegen Leben (NDR)

»Wir haben den Mann in der Kühltruhe gefunden, mehr oder weniger ausgeweidet.« Kohnau, der Kontaktmann Batus beim LKA, schildert einen aktuellen Fall, für den Batu in eine Organhandel-Mafia als Fahrer eingeschleust wird. Er muss Transplantationsorgane samt lebender Hülle zu einem mobilen OP-Bereich fahren. Sein erster Transport ist ein junges Mädchen. Auf der Fahrt von einem Gefangenenlager, in dem Straßenkinder festgehalten werden, die niemand vermisst, kann das Mädchen aus dem Auto fliehen. Batu gerät unter Druck. Er findet das Mädchen wieder, gewinnt ihr Vertrauen. Doch kann er es nicht verhindern, dass sie als Lockvogel eingesetzt werden muss, um die kriminelle Organisation zu zerschlagen.

 

Rendevouz mit dem Tod (MDR)

»Mein Fall - dein Fall«. Das Leipziger Kommissar-Paar ist zerstritten. Jeder ermittelt in einem anderen Fall. Doch am Ende laufen die Spuren zusammen. Saalfeld ermittelt in einem Fall ohne Leiche, die trotz intensiver Suche nicht gefunden wird. Die Identität der verschwundenen weiblichen Person ist schnell geklärt. Liegt Suizid vor? Keppler wird zu einem männlichen Opfer gerufen, das in der Badewanne, geknebelt und an die Armatur gefesselt, verdurstete. Ein weiterer Mord in gleicher Inszenierung geschieht, ein dritter Mann kann in letzter Minute gerettet werden. Saalfeld entdeckt die entscheidende Spur: eine Internet-Kontaktseite 50plus ...

 

Stille Wasser (RB)

»... ein neues Leben anfangen ... ganz neu, ganz anders ...« Aus diesem Wunsch wird nichts. Im Hochhaus einer Trabantensiedlung wird ein Ehepaar erstochen aufgefunden. Ins Zentrum der Ermittlungen rücken die Nachbarn des Paares, die zugleich ihre Freunde und Arbeitskollegen sind: Die Männer arbeiten im Containerhafen, die Frauen im Supermarkt. Die Tochter der Ermordeten ist einzige Zeugin der Tat. Sie hat aufgehört zu sprechen. Inga Lürsen ermittelt undercover. Sie übernimmt die Rolle der Halbschwester des toten Vaters und benutzt die Kleine als Köder. Wird der Mörder zurückkommen, um die Zeugin zu töten? Spuren führen in den Containerhafen, wo auf raffinierte Weise Drogen geschmuggelt werden. Der Fall nimmt eine überraschende Wende ...

 

Schuld und Sühne

»Ich weiß, so wehren sich nur Mädchen, aber in meinem Alter ...«, entschuldigt Rentner Schimanski sein gezieltes Zutreten während einer Schlägerei mit einem Zuhälter, aus dessen Fängen er eine wichtige Zeugin befreien will. Er ermittelt im Selbstmordfall eines jungen Polizisten, bei dem Drogen, Geld und die Waffe gefunden werden, mit der eine junge Prostituierte erschossen wurde. Gehört der tote Polizist zu den Kollegen, die die Hand aufgehalten haben? In seinem Revier laufen seit einiger Zeit interne Ermittlungen wegen des Verdachts der Korruption. Der Fall hat auch für andere Kollegen des Reviers tödliche Konsequenzen ...

 

Heimatfront (SR)

»Dir fehlt ein beschissenes Bein, und es schnürt Dir den Hals zu. Du kannst nicht raus ...« - Afghanistan ist in Saarbrücken angekommen. In psychiatrischen Sitzungen aufgenommene Video-Protokolle traumatisierter Soldaten stehen im Netz. Eine Performancekünstlerin - von einem Friedensaktivisten für einen Antikriegsfilm engagiert - wird mit einer Präzisionswaffe aus großer Entfernung erschossen. Die Kommissare vermuten einen Racheakt derart bloßgestellter Soldaten. Die Tote hatte als Sekretärin der behandelnden Psychologin Zugang zu dem Filmmaterial. Vier Soldaten, die in Afghanistan gemeinsam durch die Hölle gingen, halten unbeirrt an ihrer eisernen Kameradschaft auch an der Heimatfront fest und erschweren die Ermittlungen. Es kommt zu einem finalen Rettungsschuss.

 

Der schöne Schein (SWR)

»Lieber was Richtiges im Kopf als was Falsches im BH«, findet Klara Blum. »Lassen Sie sich das doch auf Ihr T-Shirt drucken«, kontert eine Krankenschwester in Designer-Klamotten. Die Konstanzer Kommissarin und ihr Schweizer Kollege Flückiger haben den Mord an der deutschen Inhaberin einer Schweizer Schönheitsklinik aufzuklären. Die Tote hatte einen Fisch in ihrem Mund. - Im Zentrum der Ermittlungen steht das Ärzteteam der Klinik, darunter der Ehemann, der Liebhaber sowie dessen Ehefrau. Die Freunde aus Studienzeiten scheinen eine gemeinsame Leiche im Keller haben. Unregelmäßigkeiten im Klinikalltag kommen ans Tageslicht. Es bleibt nicht nur bei einer Leiche ...

 

Unter Druck (WDR)

»Fit for Fusion«. Die Zauberworte dafür lauten Effizienzsteigerung und Optimierung. Ein Mitarbeiter aus dem toughen Consulting-Team, das einen Verlag für eine Fusion vorbereiten soll, ist über ein Geländer mehrere Stockwerke in den Tod gestürzt. Schwarze Listen sorgen für Unruhe unter den Mitarbeitern und fordern einen weiteren Toten. Nicht nur im Verlag herrscht Druck, auch im Kommisssariat. Freddy Schenks Enkelin muß auf ihre Gute-Nacht-Geschichten verzichten. Die Kommissare ermitteln zwischen Amoklauf von Angestellten und Eifersuchtsdramen. Aussagekräftige grafische Skizzen, die der tote Unternehmensberater in seinem Smart Phone speicherte, führen schließlich zum Täter.

 

Tödliche Ermittlungen (SWR)

»Der Mörder kommt aus Ihrer Schule. Er sitzt unter Ihnen ...« Lena Odenthal spricht vor versammelter Mannschaft der Polizeischule, wo sie selbst einst ausgebildet wurde. »Bei Polizisten zu ermitteln, ist nicht immer schön«, stellt sie fest. Der Schulleiter erinnert sich noch genau an seine beste Schülerin Lena, die jetzt den Mord an einer jungen Polizeischülerin aufklären muss. Das Opfer, eng befreundet mit einem Mitschüler, der zugleich auch der Sohn des Schulleiters ist, war sehr neugierig und stellte offenbar Ermittlungen auf eigene Faust an. Die beiden Kommissare geraten in die New Fitness World, eine Muckibude, in der Dopingmittel über die Theke gereicht werden ...

 

Nie wieder frei sein (BR)

15 Jahre? ... »Das ist doch viel zu wenig für diese Drecksau«, ist im Gerichtssaal zu hören. Doch es kommt noch viel schlimmer: Eine junge Anwältin, die »nur ihren Job macht«, verteidigt einen Vergewaltiger und Mörder in einem Strafprozess. Sie schafft es, dass der Angeklagte wegen formaler Mängel in der Beweiskette freigesprochen wird. Es herrscht Fassungslosigkeit. Die Kommissare fangen mit ihren Ermittlungen wieder von vorn an. Der Freigesprochene und sein Vater werden vom Volkszorn verfolgt und massiv bedroht. Ein Opfer, Nebenklägerin im Prozess, und seine Familie durchleben die Hölle. Die Situation eskaliert ...

 

Schön ist anders (MDR)

»Ja, mein Mann hatte öfter, er brauchte das ...«, erklärt die Ehefrau den Kommissaren das Liebesleben ihres toten Mannes. Der Personalleiter der städtischen Verkehrsbetriebe wurde erschlagen im Kofferraum eines Autos gefunden. Zum Kreis der Verdächtigen gehören nicht nur die schwangere Geliebte und die Ehefrau. Auch im Arbeitsumfeld des Toten gibt es Tatmotive, die ein Sozialdrama offenlegen. Eine Familie kämpft mit Alkoholproblemen.Ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe hält die Ideale vergangener Zeiten hoch, in der soziale Mitverantwortung innerhalb eines Kollektives das Handeln der Mitglieder bestimmte.

 

Familienbande (WDR)

"Ich war nur der Zuchtbulle", stellt der Vater einer auseinander gebrochenen Familie resigniert fest. Sein Sohn wurde tot im verschlossenen Kühlraum eines Nachbarhofes gefunden. Die Ehefrau hat eine lesbische Beziehung zur alleinstehenden Hofbesitzerin. Die Mutter der Ehefrau versucht mit allen Mitteln, die Familie zusammenzuhalten, um die alteingesessene Firma zu retten. War es Mord oder ein Unfall? Stecken wirtschaftliche Interessen dahinter? Alle möglichen Tatmotive wollen nicht ins Muster passen. Kaum haben die Kölner Kommissare die Zusammenhänge geklärt, geschieht ein weiterer Mord.

 

Wie einst Lilly (HR)

"Arbeit ist die beste Medizin," versucht Mitarbeiterin Wächter (Barbara Philipp) ihren Chef, den LKA-Ermittler Felix Murot, zu ermutigen, der gerade die Diagnose "Hirntumor" erhalten hat. Geplagt von Kopfschmerzen und extremen Wahrnehmungen reist Murot (Anagramm von Tumor) in seine Vergangenheit. Er kehrt an einen Ort seiner Kindheit, an den Edersee, zurück, um einen Todesfall aufzuklären, der nach Angaben der Ortspolizei als Suizid zu den Akten gelegt werden soll. Bei dem Toten handelt es sich um einen Sensationsreporter, der eine heiße Spur verfolgte, die in die 80er Jahre zu einem Terroranschlag der RAF zurückführt. Die Spurensuche Murots stellt auch die Gesetzeshüter, die damals Verantwortlichen des BKA, in ein mehr als trübes Licht ...

 

Unsterblich schön (BR)

"Auch Männer haben ein Verfallsdatum", stellen Damen, die eine Poolparty feiern, amüsiert fest, während ihnen Botox gespritzt wird. Kurze Zeit später stirbt eine der Teilnehmerinnen in ihrem eigenen "Schönheitsetablissement" während eines Schokoladenbades an einem allergischen Schock. Schnell wird den Münchner Kommissaren klar, dass es kein Unfall war. Sie ermitteln in der Familie des Opfers, in einer Szene, in der Anti-Aging, Schönheit und Schlankheitswahn vorherrschende und einzige Themen sind. Für den Ehemann der Toten (Robert Atzorn), der als Model und Kleindarsteller arbeitet, ist das "Altsein" allerdings existenzbedrohend.

 

Die Unsichtbare (SWR)

"Ohne Papiere sind wir Scheiße." Mit diesen Worten versucht ein 12-jähriger Junge seiner jüngeren kranken Schwester die missliche Situation, in der sie sich befinden, zu erklären. "Ich mach mich nicht zum Handlanger einer irrsinnigen Abschiebepraxis", rechtfertigt Lannert seine unorthodoxe Handlungsweise. Die beiden Sätze beschreiben treffend das Milieu von Illegalen, in dem die Kommissare den Mord an einer jungen, vorerst namenlosen Frau aufklären müssen, die am Ufer eines Sees gefunden wird. Die Tote hinterlässt zwei Kinder, die panisch vor den Behörden fliehen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Lannert und Bootz geraten mit ihren Dienstvorschriften in Konflikt.

 

Der letzte Patient (NDR)

Alles eine Frage der Organisation, und Martin ist weg. Die verkohlte Leiche einer Ärztin wird nach einem Brand in ihrer Praxis aufgefunden. Über ein Video-Tagebuch, das die Ärztin führte, versucht Charlotte Lindholm mögliche Tatmotive zu finden. Recherchen führen sie schließlich zu den Machenschaften skrupelloser Erwachsener und einer Pflegefamilie, die Jugendliche materiell ausnutzen und sexuell gefügig machen.

 

Borowski und eine Frage von reinem Geschmack (NDR)

"Wo ist Frau Jung?"

"Sie ist flüchtig", kommentiert Borowski die Frage nach seiner ausgeschiedenen Kollegin. Er muss den Tod eines Jungen aufklären, der an einem allergischen Schock starb - ausgelöst durch eine im Fitnessgetränk "Vitanale" enthaltene Überdosis des Farbstoffes E102. Untersuchungen ergeben: Das Getränk kann nur in der Hersteller-Firma manipuliert worden sein. Eine zerstrittene Unternehmerfamilie rückt ins Zentrum der Ermittlungen, die die ganze Bandbreite von Bio-Landwirtschaft bis zur konventionellen Lebensmittelproduktion repräsentiert.

 

Neu: Die TITEL-TATORT-Kurzkritik!

An dieser Stelle wird das Nachschlagewerk von RÜDIGER DINGEMANN seit Redaktionsschluss (Juni 2010) online fortgeschrieben und wöchentlich um eine Kritik der jeweils aktuellen Folge erweitert.

TITEL ist umgezogen!

Liebe Leserinnen, liebe Leser!


Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

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