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Montag, 20. Mai 2013 | 11:20

Der Spielplatz macht zu

Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark Heywinkel herausfinden.

 

Ran an die Basis

Auf der researching games 2012 in Wiesbaden besuchte RUDOLF INDERST den Vortrag von Angelika Beranek und Beate Kremser, der ihre medienpädagogische Arbeit im Infocafe im hessischen Neu-Isenburg in den Mittelpunkt stellte. Genau darüber unterhielten wir uns auch im folgenden Interview.  

Das Runde in das Eckige

Wenn man sich nicht auskennt, soll man schweigen … oder einen Experten befragen. Seiner Zeit konnte ich für FIFA 12 Frank Bauderer gewinnen, ein paar Takte über den digitalen Kick zu verlieren; für PES 2013 steigt heute ein Promovierter in den Ring. Ding! Ding! Ding! Ein Interview von RUDOLF INDERST

 

Im Knochenmark der Schauspielerei

Im Gespräch: TITEL-Autorin LIDA BACH mit Martina Gedeck über ihren Film Die Wand und die Erfahrung des Lebens auf dem Lande.

 

Neues vom spielenden Menschen

Ein Glücksfall: Auf dem besten aller deutschen Game-Studies-Klassentreffen traf RUDOLF INDERST Mitglieder der Redaktion von paidia.de und konnte sie ein wenig später auch für ein kleines Interview gewinnen. 

 

Der Fluxus-Pionier Ben Patterson über Fluxus als Haltung, die schwarze Bürgerrechtsbewegung und ein Versprechen an Mount Fuji

Vor 50 Jahren kratzten Unbekannte »Die Irren sind los« in das Werbeplakat. Im Hörsaal des städtischen Museums Wiesbaden fanden damals im Rahmen der Fluxus-Festspiele Neuester Musik vom 1.-23.September 1962 die weltweit ersten Fluxus-Performances statt. Das Fernsehen sendete die Ereignisse und die subversive Strahlkraft dieses Fluxus-Urknalls verbreitet seitdem ihr Unwesen. Von SABINE MATTHES

 

Iolanta, Putin und das russische Fernsehprogramm

THOMAS ROTHSCHILD traf Anna Netrebko, eine immer noch fast mädchenhaft wirkende junge Frau, freundlich und ohne die Allüren einer Diva, auf der Terrasse des Hotels Schloss Fuschl, wo sie während der Salzburger Festspiele logiert.

 

Jetzt wird es nostalgisch

»›Früher war alles besser‹ — ob dieser Ausdruck tief empfundener Nostalgie auch auf ein so tagesaktuelles und sich immer weiter fortentwickelndes Medium wie das Computerspiel zutreffen mag, beleuchtet der Autor in dieser Arbeit.« So beschreibt Game-Studies-Vertreter Sebastian Felzmann seine vor Kurzem erschienene Monografie. RUDOLF INDERST traf sich mit ihm auf einen nostalgischen Plausch.

 

»Ich bin noch nicht am Ende. Ich fang gerade erst an.«

Zum Filmstart von Ice Age 4 traf sich LIDA BACH mit Otto Waalkes.

 

Ein Sandsturm unter Shootern

Spec Ops: The Line ist, mit kleinen, wohlgemerkt hauptsächlich technisch Abstrichen, das Spiel geworden, das sich RUDOLF INDERST gewünscht hat. Es freut ihn daher sehr, dass sich Yagers Art Director Mathias Wiese für ein Interview bereit stand. Wir führten es im sonnigen Dubai. Nicht. 

 

»Ich hätte mir auch ein Desaster vorstellen können«

Es geht auch anderes: Mitten im für manchen Leser monoton erscheinenden Blätterwald erscheint mit der WASD ein gedrucktes Magazin, das digitale Spiele aus einer anderen Perspektive betrachtet und dabei konsequent Wertungsboxen und Co. weglässt. Über die Idee dahinter hat VOLKER BONACKER mit Herausgeber Christian Schiffer gesprochen.

 

Stefanie Wegner: ,,Ich zeichne Geschichtenbilder"

Stefanie Wegner war lange Illustratorin der erfolgreichen Kosmos-Buchreihe „Drei ??? Kids“. Beim Erlanger Comic- Salon betreute sie zeitweise den Stand der Illustratoren Organisation e. V., die sich eher in einem Randbereich der Messe bewegt. Nach eigenem Urteil fühlt sie sich aber auf dem Salon völlig zu Hause; die 34-Jährige werkelt gerade an einer etwas verspäteten Comic-Karriere und hat zu diesem Zweck ihr Studio „Illustrie“ in einen kleinen Verlag umgewandelt. „Ich passe in keine Schublade“, sagte sie im Gespräch mit ANDREAS ALT.

 

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit über den Weg. Er ist Teil des Berliner-Pixel-Teams und was es damit genau auf sich hat, erklärt er in einem kurzen Interview. 

 

»Die Macht der Kunst ist, dass sie der Schlüssel zur Wahrheit ist.«

»Wir sind hier ja kein Michael-Jackson-Publikum, sondern gebildete Programmkinobesucher«, tönt der Verleih-Vertreter nach der Premiere von Sing Your Song. Die filmische Hymne gilt dem Gast, den seine Kunst ebenso auszeichnet wie sozialpolitisches Engagement. »Er nahm unsere Kämpfe und machte sie zu seinen eigenen«, beschreibt Miriam Makeba auf der Leinwand Harry Belafonte, der im Kino International seine Buch- und Filmbiografie vorstellt. LIDA BACH war im Publikum dabei.

 

»Lasst uns anders über die Kopie reden!«

München, Redaktion der Süddeutschen Zeitung, 9. Stock: DANIEL WÜLLNER und CHRISTIAN NEUBERT haben Dirk von Gehlen, Autor und Chefredakteur von jetzt.de besucht, um ihn zu seinem Buch Mashup – Lob der Kopie ins Kreuzverhör zu nehmen.

 

Andersartigkeit ist eine gute Sache!

»Normalerweise arbeite ich mit Typen, die gerade so groß sind«, erklärt Peter Lord, bevor er im Sony Screening Room im Berliner Sony Center das 45-minütige Making-Of seines Animationsspaß The Pirates vorstellt. Kaum größer als ist der Kapitän der Band of Misfits aus den britischen Aardman Studios, den Lord samt des Piraten-Maskottchens Polly als Puppe mitgebracht hat. LIDA BACH lernte von Peter Lord die Regeln künstlerischer und komödiantischer Film-Piraterie.

 

»Man verändert sich, wenn man in so einem Film spielt.«

Oscar-Ehren für The Artist: LIDA BACH sprach mit Preisträger Jean Dujardin über modernen Stummfilm & stumme Co-Darsteller.

 

»John Le Carré sagte, es sei die beste Adaption eines Buches, die es je gab.«

Gary Oldman über seine Rolle als Georg Smiley in dem Film Tinker Tailor Soldier Spy (Dame, König, As, Spion). Ein Interview von LIDA BACH

 

Griechenland als vielfaches Paradigma

Es gibt Künstler, die zu ihrer Berufung & Meisterschaft finden, indem sie die kollektive Geschichte ihrer sozialen & kulturellen Heimat zum Gegenstand ihres Oeuvres machen. Theo Angelopoulos war so einer: der moderne Epiker Griechenlands, sein zeitgenössischer Homer & Sophokles; denn der filmische Epiker war auch zugleich dramatischer Tragiker in der Nachfolge der antiken Größen. Der Landvermesser seines Heimatlandes. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Kunst gegen Krise

Das Interview mit dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten führte LIDA BACH.

 

»Es ist die reinste Form eine Geschichte zu erzählen.«

Interview mit dem Regisseur des Stummfilms The Artist, Michel Hazanavicius. Von LIDA BACH

 

»Ich war echt besorgt!«

LIDA BACH im Interview mit Drehbuchautor Paul Laverty. Sein Spielfilm También la lluvia wurde auf der BERLINALE 2011 in der Sektion Panorama gezeigt und gewann dort den Publikumspreis. In die deutschen Kinos kam der Film am 29. Dezember letzten Jahres.

 

»Ganz so einfach wie in der Physik ist es in der Literatur nicht!«

HADAYATULLAH HÜBSCH ist einen Tag nach diesem Gespräch mit Jürgen Ploog, am 4. Januar 2011, plötzlich verstorben. Quasi ein Vermächtnis.

 

Manchmal hebt er ab

Johannes Enders gilt in Jazzkreisen als einer der wichtigsten Saxophonisten. Er erhielt schon zahlreiche Preise und überschwängliches Lob seitens der Kritik. Johannes Enders schreibt für Film und Fernsehen, unterrichtet in Leipzig an der Hochschule für Musik, komponiert, arrangiert und experimentiert im Studio. Doch am liebsten ist ihm der Live-Auftritt: sei es im Trio oder in seiner großen Formation Enders Room. Kürzlich war er mit ihr zu Gast im Burghauser Jazzkeller und hatte nach seinem Konzert noch Luft für ein Interview. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

»Wenn es mich getroffen hätte, hätte ich nicht mal den Schuss gehört«

Sebastian Christ, Jahrgang 1981, ist Autor und Journalist. Geboren und aufgewachsen ist er in Frankenberg, der hessischen Kleinstadt, in der die ersten gefallenen deutschen Soldaten des Afghanistankrieges stationiert waren. Anfang Oktober ist sein Buch Das Knurren der Panzer im Frühling erschienen, ein Bericht über den Krieg in Afghanistan. Ein Krieg, für den, wie Christ sagt, das Bewusstsein fehlt. MARTIN SPIESS hat ihn zum Gespräch getroffen.

 

Es ist nicht leicht mit Jazz!

Eigentlich müsste die Karriere wie von selbst laufen. Denn Kühntett ist gut – anerkanntermaßen gut. Immerhin heimsen die vier Deutschen Jazz-Musiker seit der ersten Stunde regelmäßig Preise ein. Und sie überzeugen: mit ihren CDs und mit ihren Auftritten. Dennoch. Das Leben und die Karriere als Jazzmusiker sind nicht einfach. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

Harald Martenstein im Gespräch

Jeden Donnerstag erfahren die Leser des ZEIT-Magazins, womit sich Harald Martenstein beschäftigt, was ihm gefällt und was ihm gegen den Strich geht – Hundefeindlichkeit in Deutschland zum Beispiel. SEBASTIAN WANNER und FREDERIK WILHELMI haben sich auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Kolumnisten getroffen und über seine Arbeit gesprochen.

 

»Die Systemfrage stelle ich mir eigentlich ununterbrochen.«

Der Regisseur Martin Zepter und seine Freie Theatergruppe theatrale subversion touren in den nächsten Monaten mit ihrer Produktion Wählt Wehner! Freimachen vom Untertantengemüt. durch Deutschland. JAN FISCHER hat sich mit Zepter getroffen und mit ihm gesprochen: Über Herbert Wehner, Demokratie und die Frage, warum Anarchismus in der WG funktioniert, im Staat aber vielleicht nicht so gut.

 

»Jazz ist Freiheit!«

Die schwedische Jazz-Sängerin und Grammy-Preisträgerin Rigmor Gustafsson war mit ihrem Trio zu Gast im Burghauser Jazzkeller. Sie präsentierte zum Auftakt ihrer Deutschland-Tour zusammen mit Jonas Holgersson (Drums), Christian Spering (Bass) und Daniel Karlsson (Piano) ein fulminantes Konzert. Danach sprach sie mit JÖRG ESCHENFELDER über ihr aktuelles Programm und die Bedeutung des Jazz für sie. Ihr Tenor: »Jazz macht mich zum Menschen.«

 

»Gutes Erzählen funktioniert nur, wenn man etwas fühlt.«

Wie nach einem Bombeneinschlag sieht das Londoner Ghetto in Attack the Block aus. Grund dafür sind in Joe Cornishs Sci-Fi-Horror nicht die realen Riots aus den Nachrichten, sondern eine innerstädtische Alien-Invasion. Doch mit der Bande krimineller Jugendbande, die sich mit ihnen anlegt, sind die schwarzen Weltall-Biester an die Falschen geraten. LIDA BACH sprach mit Regisseur Cornish und Darsteller Nick Frost über Aufstände, Außerirdische und Ängste.

 

»Denn aus Unrecht lässt sich lernen!«

Manfred Theisen hat einen packenden Jugendroman geschrieben, der die Stasi-Vergangenheit der DDR thematisiert. BEATE MAINKA hat ihn getroffen und wollte wissen, wie es dazu kam und was wirklich wahr ist an seiner Geschichte Watching you.

 

Überlebenswille, Mut, Ausdauer und Stärke

Die Lesung und das Gespräch mit dem chinesischen Dichter Liao Yiwu war ein Höhepunkt beim diesjährigen Erlanger Poetenfest. Sein neues Buch über die chinesischen GULAGS Für ein Lied und hundert Lieder. Respekt und Anerkennung von HUBERT HOLZMANN

 

Weltmeister war einmal

»Mir kam er bekannt vor. Ich musste ihn schon einmal gesehen haben. Er lief in militärischer Haltung die Straße hinunter. Sein Gesicht war kantig und braungebrannt. Sein Auge blickte kalt und zugleich misstrauisch...«

(frei nach Der Tod in Rom)

Noch kein Nachruf auf F. C. Delius. Notizen zum Erlanger Poetenfest von HUBERT HOLZMANN

 

Frischer Südwind

Auch in Zeiten, da vor allem die Großen in der Musikbranche nicht mehr aus dem Jammern herauskommen, gibt es immer wieder Sturköpfe, die ihrer Leidenschaft folgen und neue Labels gründen. Seit Anfang 2011 gibt es das Münchner Label Millaphon Records. Ein Blick auf die Macher und die beiden bisherigen Releases betätigt die Hoffnung, es hier mit einer willkommenen Bereicherung für die bayrische Musiklandschaft zu tun zu haben. Von TOM ASAM.

 

Beruf: Freund

Anlässlich des Erscheinens von Matthias Zschokkes Opus magnum Lieber Niels

 

»Wir haben den Raum verbuchlicht«

Weit draußen in der niedersächsischen Tiefebene erscheint dieser Tage der Jahreskatalog des »Salon e.V.« – die Herausgeberinnen Lara Sielmann und Isabell Ertl gehen damit inhaltlich und ästhetisch ungewöhnliche Wege. JAN FISCHER hat mit ihnen gesprochen.

 

Als Voyeur die Welt durchwandert

»Er gehört er zu den wenigen Menschen, die mehr von der Wirklichkeit wissen und sie auch besser aushalten können als alle andern«, hatte der irische Literaturnobelpreisträger Seamus Heaney einst treffend den polnischen Schriftsteller Czeslaw Milosz charakterisiert. Von PETER MOHR

Kampf gegen das Vergessen

»Nichts könnte mich emotional mehr bewegen, wenn ich an mein Leben und an meine Illusionen für die Zukunft denke, als einen Preis für Europäische Literatur in Salzburg empfangen zu dürfen, der Heimat von Wolfgang Amadeus Mozart, Weltbürger des aufgeklärten Europas«, bekannte der spanische Schriftsteller Jorge Semprún 2006 in seiner Dankesrede zur Verleihung des österreichischen Staatspreises für europäische Literatur. Von PETER MOHR

 

Gelassener, aber doch kritisch

»Ich wollte eigentlich keinen Roman über die Umweltzerstörung schreiben, sondern vor allem erzählen, was passiert, wenn jemand, in diesem Fall eine Journalistin, das tut, was sie für richtig hält: die Wahrheit zu schreiben« erklärte die Schriftstellerin Monika Maron vor zwei Jahren in einem Spiegel-Interview über das Entstehen ihres in der damaligen DDR verbotenen Romans Flugasche (1981). Von PETER MOHR

Die Stimmungslage an der Ladentheke

Seit letzter Woche ist der Comic-Report auf dem Markt, ein neues Jahrbuch, das sich den verschiedenen Aspekten der Neunten Kunst widmet. ANDREAS ALT hat sich mit Volker Hamann, einem der beiden Herausgeber, über Absichten und Perspektiven der Publikation unterhalten. Einen ersten Eindruck vom Comic-Report vermittelt - exklusiv in TITEL - der Artikel von KLAUS SCHIKOWSKI, in dem es um den Boom der Graphic Novel in Deutschland geht. Eine kleine Verlosung gibt es auch. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht CHRISTOPH HAAS.

 

»Das hätte besser laufen können«

Heiko Gogolin, Chefredakteur der gerade eingestellten Computerspielzeitschrift GEE, spricht über den Tod von Print, Chance und Blödsinn von Tablet-Magazinen und über das unglückliche Ende einer innigen Liebesbeziehung mit den Lesern. Ein Interview von JAN FISCHER

 

Ein Leben in Widersprüchen

Leben und schreiben waren bei Luise Rinser kaum voneinander zu trennen. Sie mischte sich lebhaft in aktuelle gesellschaftliche Diskussionen ein und war eine streitbare und umstrittene Anwältin der sozialen Minderheiten. In den letzten Jahren erhielt das Bild von der politisch integren Autorin posthum jedoch einige Kratzer. „Luise Rinser war in der Nazi-Zeit ebenso verstrickt wie viele andere. „Faktisch gesehen hat sie gelogen – uns alle angelogen“, erklärt José Sánchez de Murillo, der viele Jahre mit der Autorin befreundet war und nun eine opulente Rinser-Biografie vorgelegt hat. Von PETER MOHR

 

»Die Grundfrage heutzutage ist in Frankreich, was es bedeutet Franzose zu sein.«

Gleich drei Cesárs gewann die gewitzte Liebeskomödie Der Name der Leute von Michel Leclerc. Einen für Hauptdarstellerin Sara Forestier und einen für den französischen Regisseur. Mit Co-Autorin Bahia Kasmi teilt Leclerc indes mehr als den Preis für das beste Drehbuch. Auch privat sind beide ein Paar und die Hauptfigur von Der Name der Leute heißt nicht zufällig Bahia. Im Gespräch mit LIDA BACH verriet Michel Leclerc seine biografische Verbindung zu der Geschichte und den gesellschaftlichen Wandel, den Namen erfahren haben.

 

Humala verhindern

Heute wählen die Peruaner einen neuen Präsidenten – oder eine neue Präsidentin. Dabei ist zu hoffen, dass es gerade Keiko Fujimori, die Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, nicht schafft. Und Ollanta Humala erst recht nicht. Von JOSEF BORDAT

 

Der Popstar von nebenan

Es gibt jede Menge Interpreten, die im Live-Test nicht bestehen und einen positiven Tonträger-Eindruck auf der Bühne nicht wiederholen können. Andere wiederum überzeugen zwar musikalisch, sorgen dafür spätestens im Interview durch Ignoranz oder Arroganz für Ernüchterung. Nicht so Teitur Lassen: Der Mann von den Färöern sorgt mit seinen Alben für Lobeshymnen bei Kollegen und Pressevertretern, ist ein Musiker, der auf der Bühne besteht – und nicht zuletzt ein äußerst sympathischer Gesprächspartner fern aller Starallüren. TOM ASAM traf ihn in München.

 

Sorgfältig die Feinde aussuchen

»Ihnen ging es nicht nur um einen Unterhaltungseffekt, sondern vor allem darum, gesellschaftliche und politische Missstände aufzuzeigen, die sich nach ihrer Überzeugung in unserem Lande auftaten«, schrieb der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse vor zehn Jahren in seinem Glückwunschschreiben an den Dramatiker Rolf Hochhuth, der mit seinen Arbeiten seit fast 50 Jahren die deutsche Öffentlichkeit stark polarisiert. Von PETER MOHR

 

Plädoyer für eine Kultur der Freiheit

Großereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. So geht es auch mit Mario Vargas Llosas neuem, im November unter dem Titel El sueno del celta (dt. Der Traum des Kelten) im Original erschienenen Roman, der ein heftiges Tauziehen zwischen den renommierten Verlagshäusern Suhrkamp und Rowohlt entfacht hat. Die deutsche Übersetzung soll nun im Herbst auf den Markt kommen, sehr wahrscheinlich nun doch bei Vargas Llosas deutschem Stammhaus Suhrkamp. Im neuen opulenten Erzählwerk geht es um die blutigen Auswüchse des Kolonialismus und den tragischen Lebensweg eines irischen Diplomaten. Von PETER MOHR

 

Nicht Hamlet, sondern Hanswurst

Als »Wettstreit zweier Berufskomiker« hat Dario Fo sein höchst angespanntes Verhältnis zum italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bezeichnet. Mit seiner 2003 uraufgeführten Bühnenarbeit Der anormale Doppelkopf – ein mehr als zweistündiges Zweipersonenstück, das er mit seiner Frau Franca Reme spielt – hatte er in Italien ein gigantisches mediales Echo entfacht, weil er darin Putins Hirn in Berlusconis Kopf verpflanzt hatte. Von PETER MOHR

 

»Drei Tassen Kaffee, zwei Pfeifen, und ich bin in Fahrt!«

Seine innere Krise, die 2006 der Tod seiner Frau Liselotte ausgelöst hatte, ist bewältigt. Siegfried Lenz sprüht wieder vor Tatendrang. Im Herbst soll ein neues Erzählwerk mit dem Titel Die Maske erscheinen. Dass er wieder zurückgefunden hat zum Schreiben, sei Ulla zu verdanken, jener Frau, die ihn ermutigt hatte, die Schweigeminute abzuschließen und die er im letzten Sommer geheiratet hat. Von PETER MOHR.

 

Robert und Clara

Der Komponist Robert Schumann hatte es nicht leicht. Ausgerechnet an einem Rosenmontag will sich der Wahl-Rheinländer das Leben nehmen. Von JOSEF BORDAT

 

Schwer auf Draht

Ob auf Platte oder live – die Postpunk-Legende Wire setzen kein Moos an und überzeugen auch nach dem Ankratzen der fünften Dekade. TOM ASAM traf Colin Newman und Graham Lewis in München.

 

Zur rechten Zeit

Jeder kennt den Spruch. Wer bei einer Party nach der Zeit aufkreuzt und das Büffet ist schon halb abgeräumt, muss ihn sich genauso anhören wie einst Betonkopf Erich Honecker, jenen wohl berühmtesten Satz der jüngeren Globalgeschichte, der wie kaum ein anderer als Mahnung für träge Diktatoren gelten darf, die an ihrer Macht kleben wie Ameisen am Honigtopf: »Wer zu spät kommt, den betraft das Leben.« Als Autor dieser Mahnung für das Despotenstammbuch, die er in dieser Form jedoch wörtlich und öffentlich so nie gesagt hat, gilt der damalige sowjetische Staatschef Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Er wird heute 80 Jahre alt. Von JOSEF BORDAT

 

Ferdinand Marcos - von Armee und Volk aus Amt und Land gejagt

Wir erleben momentan, wie sich in der arabischen Welt die Völker gegen ihre Diktatoren erheben. Vor 25 Jahren, am 25. Februar 1986, wurde in einem anderen Teil der Weil ein Diktator gestürzt: auf den Philippinen.

Von JOSEF BORDAT

 

Echtheit des Jargons

»Ich werde nie wieder ein dickes Buch schreiben, ich bin zu alt. Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach. Wir Greise können doch keine 400 Seiten mehr überblicken. Wenn ich auf Seite 200 bin, weiß ich nicht mehr, was auf den ersten Seiten stand. Ich begnüge mich mit einem Tagebuch. Jeden Morgen um 8.30 Uhr nach dem Frühstück sitz' ich an der Maschine und tippe vor mich hin. Sonst würde ich in ein Loch fallen«, bekannte der Schriftsteller Erich Loest im letzten Jahr freimütig in einem BILD-Interview. Von PETER MOHR

 

Das uneingelöste Versprechen

Ihr Meisterwerk habe sie noch nicht geschrieben. Es komme noch, hatte die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison vor etwas mehr als fünf Jahren ganz kokett erklärt und damit große Erwartungen bezüglich ihres jüngsten Romans Gnade (2010) geweckt. Von PETER MOHR

 

Der Ermöglicher

Solipsismus ist bei Schriftstellern mit Sicherheit eine verbreitetere Eigenschaft als Interesse für und Solidarität mit Kollegen. Der Autor, der zu einer Veranstaltung kommt, bei der mehrere Autoren lesen, seinen Text abliefert und gleich wieder geht, ist keine Ausnahme. Allenfalls eine paternalistische Empfehlung für einen begabten Nachwuchsautor beim eigenen Verlag lässt sich der eine oder andere abringen. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Nichts zu feiern

Kim Jong-il ist einer der letzten Despoten der Welt. Als Staats- und Parteichef absoluter Regent Nordkoreas, hat er ein abstoßendes System aus Stalinismus, quasireligiösem Personenkult und aggressiver Außenpolitik errichtet. Heute wird er 70 Jahre alt. Von JOSEF BORDAT

 

Herausgebrüllte Entschlossenheit

Der arbeitssüchtige ehemalige Punk Henry Rollins hat sich in der feindlichen Welt behauptet. An seinem heutigen 50. Geburtstag kann der Independent-Rocker auf ein umfangreiches und vielseitiges Werk in Musik, Literatur und Medien zurück blicken. ANDREAS ALT gratuliert.

 

»Jahrtausende zu sein! zu denken!«

1882: Im Petersdom, der größten Kirche der Christenheit, treffen zwei Menschen aufeinander, die doch gerade als Protokollanten der Abwesenheit Gottes Aufsehen erregten. Einer der beiden hat ihm erst kürzlich mit der Fröhlichen Wissenschaft den Totenschein ausgestellt, die andere erlebte den »Ur-Schock« bereits in früher Kindheit. Als ob Nietzsche die Geschwisterlichkeit im Denken erahnte, musste diese Begegnung mit Feierlichkeit vollzogen werden: »Von welchen Sternen sind wir hier einander zugefallen?« Doch wer war dieses 21-jährige Mädchen, über die Nietzsche schon in einem Brief an Paul Rée orakelte, er sei nach dieser Gattung von Seelen lüstern? Von DENISE JACOBS

 

Der Schokoladendieb

Als neunjähriger Junge war ich ziemlich sauer auf ihn. Da mussten wir nämlich unsere Weihnachtsschokolade nach Polen schicken, weil dort am 13. Dezember 1981 ein Mann, dessen Name sehr fremd klang und den ich mir nicht merken konnte, das Kriegsrecht verhängt hatte. Was das genau bedeutete, wusste ich nicht. Doch man hatte uns erzählt, dass die Menschen in Polen sehr darunter litten. Vor allem die Kinder. Die hatten nämlich keine Schokolade, so wie wir. Ich stellte mir den Mann vor, wie er mit seinem Gefolge durch das Land zog, um den Kindern ihre Schokolade wegzunehmen. Und warf meine schweren Herzens in den Wäschekorb, der neben der Krippe in unserer Kirche aufgestellt war. Von JOSEF BORDAT

 

Happy Birthday, Terézia Mora!

Keine Saison ohne eine literarische Sensation. Schließlich müssen der SPIEGEL und ähnliche Boulevardmagazine ihre Seiten füllen. Deshalb »entdecken« sie jedes Jahr zumindest ein »Wunder«. Der größte Teil dieser Entdeckungen ist nach wenigen Jahren oder sogar Monaten vergessen, ausgebrannt wie die schäbigen Feuerwerksraketen vom vergangenen Silvester. King or Queen for a Day. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Nebenbei Ursonatenurtext

Für Raoul Hausmann (1886-1971) bezeichnete Zürich die Episode des »vorsichtigen Dada«, die nicht mehr an der Zeit war: Er wollte die »Unannehmlichkeiten einer freien, unabhängigen Geste« auf sich nehmen. Seinerzeit konnte man sich als Künstler nach einer solchen Ansage noch auf eine gehörige Resonanz des Publikums gefasst machen. Von TOBIAS ROTH

 

Gedichte von der Kanzel

»Bei mir war das Schreiben eine Art Ausbruch aus der präformierten Sprache der Kirche und der Theologie«, bekannte der Schweizer Kurt Marti in einem Interview. Wie vor über 100 Jahren sein berühmter Landsmann Albert Bitzius, der unter dem Namen Jeremias Gotthelf in die Literaturgeschichte eingegangen ist, hat auch Marti über viele Jahrzehnte hinweg zwei Professionen ausgeübt: Pfarrer und Dichter. Ein Porträt von PETER MOHR

 

Der Musikschriftsteller

THOMAS ROTHSCHILD gratuliert Hans-Klaus Jungheinrich zur heutigen Verleihung der Goetheplakette im Frankfurter Römer.

 

Bruder Johannes Rau

Am 16. Januar wäre er 80 Jahre alt geworden – am 27. Januar vor fünf Jahren verstarb er: Johannes Rau, einer der bedeutendsten Politiker der Bundesrepublik. Von JOSEF BORDAT

 

Der Ausnahmepolitiker

Bruno Kreisky war, mehr noch als Willy Brandt für Deutschland, ein Glücksfall für Österreich, eine singuläre Erscheinung in der mit guten Gründen nicht eben angesehenen Kaste der Berufspolitiker. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Francis Bacon und die moderne Naturwissenschaft

Am 22. Januar 1561 – vor genau 450 Jahren also – wurde in London einer der bedeutendsten Philosophen der europäischen Geistesgeschichte geboren: Francis Bacon. Er ist der Vater des Empirismus, der Methode naturwissenschaftlicher Forschung. Von JOSEF BORDAT

 

Rhapsode einer untergegangenen Welt

Blaise Cendrars – Schriftsteller und Filmemacher, Weltenbummler und Lebenskünstler, Legionär und Bonvivant. In seinem Werk balanciert der Dichter zwischen Wirklichkeit und Fiktion, jongliert mit Anekdoten, Legenden, Erinnerungen, Bonmots, Klischees – und segelt Auf allen Meeren. Von HUBERT HOLZMANN

 

Die Bibel für die Jackentasche

Wie kein anderes Buch hat die Bibel Menschen zu allen Zeiten und praktisch überall auf der Welt angesprochen und begeistert. Mit verantwortlich dafür sind ihre Übersetzer. Der bekannteste von ihnen im deutschen Sprachraum ist Martin Luther. Ein anderer wichtiger Bibelübersetzer, der jedoch beinahe in Vergessenheit geraten wäre, starb vor 100 Jahren in Bern: Franz Eugen Schlachter. ANDREAS ALT erinnert an ihn.

Neues Jahr, neue Hoffnung

Das erste Treffen der Welt nach dem Krieg findet im zerbombten London statt, wo am 10. Januar 1946 die erste UN-Generalversammlung eröffnet wird. Die UN-Gebäude in New York werden am 9. Januar 1951 eröffnet. Und drei Tage später tritt die UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes in Kraft. Grund genug für einen genaueren Blick auf die UNO, ihre Generalversammlung und die Völkermord-Konvention. Von JOSEF BORDAT

 

So noir, dass es noirer nicht geht

Heute vor 50 Jahren starb Dashiell Hammett, der Vater eines ganzen Genres. Von JAN FISCHER

 

Die sanfte Rebellin

Die Pop-Kultur hat ein kurzes Gedächtnis. Können sich junge Leute noch vorstellen, dass eine ganze Generation von jener Sängerin schwärmte, die heute 70 Jahre alt wird? Damals, Anfang der sechziger Jahre, galt sie politisch als Protagonistin der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, als Saint Joan jener Protestbewegung, die sich von Berkeley aus über die ganze Welt verbreitete, und musikalisch als wichtigste Repräsentatin jener Richtung, die man gelegentlich, lange ehe es die Grünen gab, »Grüne Welle« nannte. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

»Sprache ist für mich wie für andere das Meer.«

Trotz ihres Erfolgs bleibt Sudabeh Mohafez eine Autorin zum Anfassen. Wir treffen uns im Stuttgarter Café Sutsche. Ob es ein Problem sei, dass der Fernseher nebenbei Fußballspiele zeige, fragt Mohafez und zündet sich erst einmal eine Zigarette an. Von JENNIFER WARZECHA

 

Und es gibt sie noch, die schönen Dinge

Unsere Sehnsucht nach Schönheit und Harmonie kann sich nicht auf Museumsbesuche beschränken. Aber ihr auf einem Stadtspaziergang in Türklinken, Treppenaufgängen und Fassaden zu begegnen, muss wunderbar sein. Von VIOLA STOCKER

 

Kein Märchen

Heute vor 50 Jahren, am 4. Januar 1961, erschien der letzte Band des Deutschen Wörterbuchs, das von den Gebrüdern Grimm 123 Jahre zuvor begonnen worden war. Das Werk ist nicht die einzige epochale Leistung der beiden Geschichtensammler und Sprachforscher, die als Pioniere der Germanistik gelten. Von JOSEF BORDAT

... bis sie dann gestorben sind.

Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

Petraeus und sein Stab

Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

Musik in Schwarz-Weiß

Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

»Alles liegt im Blick«

»Das Publikum ist wie ein Hund«, sagt Marina Abramovic einmal: »Es riecht Angst und Schmerz. Es kann fühlen, wenn man nicht anwesend ist«. ...

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Vom großen Lama aus der Regent`s Park Road

Tristram Hunt widmet dem Schatten von Karl Marx, der selbst ernannten »zweiten Violine« des Marxismus, dem Industriellenerben Friedrich Engels eine ...