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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 23. Juni 2017 | 03:42

     

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist da.

     50.000 Leserinnen und Leser im Monat genießen Kultur ohne erhobenen Zeigefinger. Werbefrei, unabhängig – täglich aktuell.

     

     

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    Viel Freude beim Lesen und Entdecken wünscht Ihnen das

     

    TITEL kulturmagazin Team!

     

    Vive Le Pop

    Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum der gelungenen Compilation-Reihe gibt es die 7. Ausgabe von Le Pop. Die Reihe für frankophone Musikliebhaber ist Einflugschneise für französische und kanadische Acts und wichtiges Update für den aktuellen Zustand der Neo-Chanson-Szene, die lebendiger ist denn je.

     

    Zu Gast auf der Buch Wien

    Die beiden PreisträgerInnen des Bank Austria Literaris, Martin Ryšavý (Sparte Prosa) und Adisa Bašic (Sparte Lyrik) sind dieses Jahr auf der Buch Wien und präsentieren ihre prämierten Bücher.

     

    Wiener Geflecht

    Der Walter-Serner-Preis 2012, vergeben von Kulturradio und dem Literaturhaus Berlin, geht in diesem Jahr an ALMUT TINA SCHMIDT für ihre Geschichte Wiener Geflecht.

     

    Gesammelte Sammler

    Die zehn neuen Porträts – alle 2012 von Claudia Hauptmann in altmeisterlicher Manier gemalt – sind das Highlight der Einzelausstellung Gesammelte Sammler. Bei den Porträts handelt es sich um ganz besondere Leipziger Persönlichkeiten, die nach rein subjektiver Sicht der Galeristen eingeladen wurden, sich speziell für diese Ausstellung von Claudia Hauptmann porträtieren zu lassen.

     

    Regionales Einkaufen - auch im Internet

    Unabhängige Buchhändler aus ganz Deutschland haben sich zusammen geschlossen und den überregionalen Verein BUY LOCAL gegründet, der jetzt eine Image- und Marketingkampagne gestartet hat.

     

    Sounds good

    Oliver Stones neuestes Werk, das Drogen-Drama Savages, läuft in Deutschland am 11.Oktober an. Die Vorab-Kritiken sind durchwachsen. Aber: Frühere Filme Stones´ wie z.B. Platoon oder Born On The 4th Of July überzeugten unter anderem auch mit guter Musik. Und auch der bereits erhältliche Savages Soundtrack lässt sich gut hören. Das musikalisch sehr breit gestreute Tracklisting enthält neben bekannten Songs von Bob Dylan, M. Ward, Peter Tosh oder Massive Attack sechs atmosphärische Stücke von Adam Peters. Dieser war früher Mitglied der ewig unterschätzten Echo & The Bunnymen, hat aber  auch schon mit Beth Orton, Mercury Rev,  Siouxsie And The Banshees oder Chrissie Hynde zusammengearbeitet.

     

    Erschütternd, bewegend, mahnend

    Die weltweit besten Pressefotografien des Jahres 2011

     

    Die World Press Photo Foundation, eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 1955 in den Niederlanden gegründet wurde, kürt alljährlich das World Press Photo und vergibt Preise in verschiedenen Kategorien des weltweit größten Wettbewerbs für Pressefotografie.

     

    Mit Geschichten Geschichte erzählen

    »Ich wollte ihnen etwas erklären«, lässt Gerd Fuchs seinen Ich-Erzähler Theo im Nachwort seines Romans Schußfahrt (1995) sagen. Nicht zu leugnen, dass auch Gerd Fuchs mit seinen Romanen einen stets einen stark pädagogisch-aufklärerischen Anspruch verfolgt. Von PETER MOHR

     

    Literaturstipendium für Leipziger Autorin

    Das 13. Sylt-Quelle Literaturstipendium Inselschreiber erhält 2013 die in Leipzig lebende Autorin Katharina Hartwell. Sie gewann den Wettbewerb mit der Erzählung Jesper kommt zurück.

     

    Musik, Kunst und Konferenz in Hamburg

    Vom 20. bis 22.09. trifft sich die Musikwelt wieder einmal in Hamburg, denn dann ist es wieder Zeit für das [3]Reeperbahn Festival! Wer einmal die einzigartige Stimmung des Reeperbahn Festivals erlebt hat, der kommt immer wieder!

     

    TITEL verlost Tickets!

    Zwei zweite Alben, die es in sich haben!

    Obwohl sich die Plattenbesprechungen zu den neuen Werken von dem schottischen Duo The Unwinding Hours und dem bayrischen Quartett Instrument noch nicht aus der Sommerpause des TITEL-Magazins zurückgemeldet haben, möchten wir hiermit bereits eine Empfehlung für Afterlives und Olympus Mons aussprechen.

     

    Nächste Runde der Recomposed-Reihe der Deutschen Grammophon:

    »Post-Classical« Komponist Max Richter – spätestens seit seinem Beitrag zum Animationsspektakel Waltz with Bashir auch sehr gefragter Filmkomponist, entdeckt Die vier Jahreszeiten neu. Anders als bei Matthew Herbert oder Mortitz von Oswald & Carl Craig, die auf bisherige Aufnahmen aus dem DG-Katalog zurückgriffen, handelt es sich hier allerdings um eine komplette Neueinspielung des Kammerorchesters des Konzerthauses Berlins mit dem Dirigenten Ándre de Ridder. Richter legt »Groove- und Rockelemente« des Barock frei, verstärkt und reinterpretiert sie. Äußerst spannend!

     

    The Sound of Summer

    Welche Musik soll beim Sommerfest im Betrieb laufen, was passt für den entspannten Feierabend am Balkon? Mit traditionellem Bossa Nova liegt man bei solchen eigentlich Fragen immer richtig.

     

    Vielseitig begabter Versöhner

    »Kein Zweifel, er ist unter den Lebenden nicht nur der bekannteste, sondern auch der baeste saarländische Schriftsteller. Wer dies behauptet, setzt keinen anderen herab«, hatte Harigs saarländischer Landsmann Oskar Lafontaine schon vor 20 Jahren völlig zutreffend in der »Zeit« geschrieben. In den letzten Jahren ist es – dem Alter geschuldet – etwas ruhiger geworden um den literarischen Tausendsassa aus dem Saarland. Von PETER MOHR

     

    Ein »E« für ein »U« - Klassik neu aufgelegt

    Stets polarisierend: Klassik trifft Pop, aus »E« wird »U«. Der österreichische Produzent Stefan Obermaier begegnet Mozart mit Downbeat-Elektronik Wiener Prägung. Mozart Reloaded ist das zweite Werk des Classic Reloaded Projects, bei dem Obermaier auf den kompletten Klassik-Katalog der Universal Music Group (u.a. Deutsche Grammophon, Decca, Philips) Zugriff hat. In Neuauflage (also Re-Reloaded): der Erstling Beethoven Reloaded. Die Klassiker im Club oder für die heimische Chillout-Akustik-Tapete? Warum nicht!

     

    Bear-Family feiert!

    In Verbindung mit dem diesjährigen »Tag der offenen Tür« am Samstag, 1. September beim Kult-Label Bear Family Records in Holste-Oldendorf, findet abends in der »Music Hall« in Worpswede das »Bear Family Festival« statt.

     

    Krautrock-Schatz

    Drei randvolle CDs mit »vergessenen« Songs der legendären Kölner Band Can, entstanden in den Jahren 1968 bis 1975, sind ab sofort auch in Deutschland unter dem Namen The lost tapes erhältlich. Von TOM ASAM

     

    Die Schöne und das Biest

    »Den Rummel habe ich zu lange mitgemacht! Jetzt meide ich ihn. Deshalb bin ich so gern in Pietrasanta in der Toskana«, erklärte die Schauspielerin Gina Lollobrigida, die 2006 noch einmal für ein kräftiges Rascheln im Blätterwald gesorgt hatte. Die angekündigte Hochzeit mit dem 34 Jahre jüngeren spanischen Immobilien-Unternehmer Javier Rigau platzte dann aber doch. Von PETER MOHR

     

    Anmutig wie kraftvoll

    Bei der 4. Ausgabe der Independent Music Awards, die die Arbeit von Independent Labels im spanischsprachigen Raum würdigen, gewinnt ... UXIA mit dem Album Meu canto in der Sparte »Best Album of Roots Music.« Herzlichen Glückwunsch!

     

    »Greenest Festival in Europe«

    In gut sechs Wochen beginnt in Oslo das längst ausverkaufte Øya Festival 2012, bei dem fünf Tage lang nationale und internationale Musiker ihr aktuelles Können unter Beweis stellen. Das große Konzertprogramm findet von Mittwoch bis Samstag auf drei Open-Air- und einer Indoor-Club-Bühne im Medieval Park statt – ein grünes, überschaubares Festivalgelände in Innenstadtnähe mit kleinem See und 1000 Jahre alten Ruinen, deren historischer Ursprung die Grundsteinlegung von Norwegens Hauptstadt Oslos ist.

     

    Klassiker des Detroit Techno

    The Secret Life Of Machines, der vergriffene Detroit Techno-Klassiker von Sterac aka Steve Rachmad aus dem Jahre 1995, jetzt als Remasterter Re-Release! Rachmad gilt als europäischer Vater des Detroit Techno, dem mit seinem Debütalbum auf Anhieb ein wegweisender Meilenstein gelang. Die CD enthält zusätzlich drei seiner Remixes. Im Laufe des Jahres erscheinen noch brandneue Remixes u.a.von Ricardo Villalobos, die dem immer noch absolut frisch wirkenden Klassiker neue Tönungen geben werden.

     

    Retrofuturismus auf dem Dancefloor

    Welcome to the Robots widmet sich einem interessanten Ausschnitt der elektronischen Tanzmusik Anfang der 80er Jahre. Von TOM ASAM

     

    Unser Lieblingssufi live!!

    06.06. Aachen, Musikbunker
    07.06. Hannover, Musiktheater Bad
    19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
    20.06. Berlin, Gretchen
    21.06. Leipzig, UT Connewitz
    22.06. Dresden, Scheune
    23.06. Frankfurt, Das Bett
    24.06. Stuttgart, Speakeasy
    25.06. München, Feierwerk
    26.06. Nürnberg, Musikverein K4
    30.06. Wien, Café Leopold

     

    Dichter und Diplomat

    »Ich erzähle von Dingen, die mich sehr stark geprägt haben. Zum Beispiel, der Spanische Bürgerkrieg aufgrund der vielen Republikaner, die in Mexiko Zuflucht suchten und die uns halfen, eine moderne Gesellschaft aufzubauen. Dann der Zweite Weltkrieg. Er hat uns damals Fünfzehnjährige sehr betroffen gemacht. Und schließlich die McCarthy-Ära, weil unglaublich viele von McCarthy verfolgte Schriftsteller nach Mexiko kamen«, hatte Mexikos bedeutendster zeitgenössischer Schriftsteller Carlos Fuentes vor zehn Jahren erklärt. Von PETER MOHR

     

    Verschwenderisch: 5-CD Compilation von Etienne de Crecys

    Man  kann ihn getrost als Schlüsselfigur der internationalen Electronic-Szene bezeichnen. In den letzten zwei Dekaden hat der französische Produzent und DJ einige maßgebende elektronische Alben produziert, wie etwa Pansoul, Super Discount oder Tempovision. Zudem hat er rund 30 EPs und ca. 40 Remixes für Künstler wie Kraftwerk, Air, Moby, Morcheeba oder Zombie Nation gemacht.

     

    Mit oder ohne Sonnenbrille?

    »Mit meiner Sonnenbrille«, sagte der Hollywood-Star vor fünf Jahren, »bin ich Jack Nicholson. Ohne sie bin ich fett und siebzig.« Die Rolle des psychopathischen ehemaligen Korea-Kämpfers Randle Patrick McMurphy in Einer flog über das Kuckucksnest (1975) hatte ihn weltberühmt gemacht, obwohl er schon vorher in bekannten Streifen wie Easy Rider (1969) und Roman Polanskis Chinatown (1974) glänzte. Von PETER MOHR

     

    Über die Grenzen der Genres hinweg

    Der Echo Jazz 2012 in der Kategorie »Instrumentalist des Jahres national Saxophon/Woodwinds« geht an den Weilheimer und Wahl-Leipziger Johannes Enders für die Produktion Johannes Enders: Billy Rubin erschienen
    beim Münchner Label Enja Records.

     

    Immer etwas gegen Strom geschwommen

    »Es bleibt festzustellen, dass Anpassung weniger ein Menschenrecht als eine Form der bequemen Vorteilsnahme ist und Systemkritik gelegentlich Zivilcourage erforderlich macht«, hatte der Schriftsteller Rolf Schneider Anfang des Jahres im »Politischen Feuilleton« des Deutschlandradios erklärt. Zeitlebens ist er immer etwas gegen Strom geschwommen. Von PETER MOHR

     

    Blick in die Untiefen der Existenz

    »Nicht in der Wahrheit, sondern in der Täuschung werden die Untiefen der Existenz berührt«, hatte Hartmut Lange eine seiner Figuren im 2007 erschienenen Novellenband Der Therapeut (2007) befinden lassen. Scheinbar unerklärliches menschliches Handeln, rätselhafte Ausbrüche aus dem geregelten Alltag, die nicht selten in skurriles Verhalten münden, und das Abtauchen in eine selbstgewählte Anonymität - das sind seit einem guten Vierteljahrhundert die favorisierten Sujets des Schriftstellers Hartmut Lange. Von PETER MOHR

     

    Dunkle Brutalität

    Hier treffen Legenden aufeinander! Die Industrial-Pioniere Chris Carter & Cosey Fanni Tutti (Throbbing Gristle) und Nik Void (Factory Floor). Zusammen nennen sie sich ganz puristisch CARTER TUTTI VOID und veröffentlichen ihr erstes gemeinsames Album Transverse.

     

    Die Lust, nein zu sagen

    »Vor zwanzig Jahren hätte ich so ein Buch überhaupt nicht schreiben wollen und auch nicht schreiben können«, bekannte Martin Walser im letzten Jahr in einem Interview. Tatsächlich ragt sein letzter Roman Muttersohn (2011) nicht nur wegen seiner Opulenz aus dem Walser-Oeuvre heraus. Es ist ein Roman, der von einer bis dahin kaum gekannten Altersmilde geprägt ist, durch und durch versöhnlich im Grundtenor und dabei ganz stark religiös-philosophisch untermalt. Drei Jahre zuvor hatte er mit seinem Goethe-Roman Ein liebender Mann im Lager der Kritiker die unterschiedlichsten Echos ausgelöst. Es ist schon bewundernswert, mit welch einer Ausdauer und Energie Walser immer noch in beinahe regelmäßigen Intervallen und auf nicht absinkendem Niveau publiziert. Von PETER MOHR

     

    Nur einen Abend, nur einmal und so niemals wieder

    Was vor ein paar Jahren in einem zwölf Quadratmeter großen Büro, zwischen Medion-Computern und 56k-Modem, anfing, wird am 26.08.2012 eine große Geburtstagsfeier feiern. Das Grand Hotel van Cleef wird 10 Jahre alt.

     

    Fast And Frightening

    In drei Tagen geht die Konzertreise zum Album Time Is A Habit (Siluh Records) los! Vera Kropf führt ihre Band nicht nur durch die deutschen Clubs, sondern auch nach Tschechien, in die Slowakei und nach Ungarn. Denn auch dort stößt der kühle Surf-Sound der Band auf zahlreichen Zuspruch.

     

    Der Magier hat sich zurückgezogen

    »Ich habe einfach aufgehört zu schreiben. Das Jahr 2005 war das erste in meinem Leben, in dem ich nicht eine Zeile zu Papier gebracht habe«, bekennt der kolumbianische Schriftsteller Gabriel Garcia Márquez im Rückblick. Seine Agentin Carmen Balcells hatte vor drei Jahren in einem Interview mit der chilenischen Tages La Tercera überdies erklärt: »Ich glaube, García Márquez wird nie mehr schreiben.« So lebt »Gabo«, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird, seit seiner Krebserkrankung zurückgezogen in Mexico City. Das Telefon hat er inzwischen abgemeldet und meidet öffentliche Auftritte. »Mit der Erfahrung, über die ich verfüge, könnte ich ohne Probleme einen neuen Roman schreiben. Aber die Leute würden merken, dass ich nicht mit dem Herzen bei der Sache bin«, begründet der Nobelpreisträger von 1982 seinen literarischen Rückzug. Von PETER MOHR

     

    Gespannt sein

    Ende Februar 2012 starten in der niederländischen Provinz Zeeland die Dreharbeiten zum neuen Film von Nanouk Leopold. Verfilmt wird der vielfach ausgezeichnete und in mehr als 20 Sprachen übersetzte Roman Oben ist es still von Gerbrand Bakker aus dem Jahr 2006 (dt. 2008), der nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zum Erfolg wurde.

     

    Zerpflügt das Klischee

    Michael Stavaric ist heute in einem Festakt mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet worden. Der gebürtige Tscheche wurde für sein Gesamtwerk und insbesondere für seinen Roman Brenntage geehrt, mit dem er laut Jury die »deutschsprachige Gegenwartsprosa auf sprachlich originelle Weise bereichert hat«.

     

    Romane nach genauem Plan

    Seine 12 Romane wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, mindestens die Hälfte davon waren weltweite Bestseller – und doch fällt John Irvings Zwischenbilanz nicht rundherum positiv aus. Er hadert damit, dass ihm in seiner amerikanischen Heimat nicht die ganz große Aufmerksamkeit zuteilwird. Und dass er sich wegen seiner kritischen Positionen zum Vietnamkrieg und zur Abtreibung sogar heftigen Anfeindungen ausgesetzt sah. Von PETER MOHR

     

    Großes Kino!

    Nach dem Album Soundtrack Work 2004-08 erscheint mit music, film. music erneut eine empfehlenswerte Compilation von Soundtrack-Arbeiten des großartigen italienischen Komponisten Teho Teardo, den Ennio Morricone himself wiederholt ausgiebig lobte. Stücke aus Filmen wie Il Divo, La Ragazza Del Lago, Una Vita Tranquilla oder Il Gioiellino kommen in einer eleganten Mischung aus Streichern und Elektronik. Die Compilation enthält aber auch neue Stücke, allen voran A Quiet Life (Original-Filmtitel: Una Vita Tranquilla), eine Gemeinschaftsproduktion mit BLIXA BARGELD. Großes Kino!

     

    Vom Traum ein Rebell zu sein

    Milos Formans bewegte Vita hat Spuren hinterlassen. Der oscar-gekrönte Regisseur macht keinen Hehl daraus, dass sein Lebenslauf und sein künstlerischer Erfolg in ursächlichem Zusammenhang stehen. »Ich habe immer davon geträumt, etwas Rebellisches zu tun, aber ich hatte nicht den Mut dazu. Also waren diejenigen, die sich trauten, meine Helden. Das ist ganz natürlich, wenn man rund 40 Jahre unter totalitären Regimes gelebt hat - zuerst unter den Nazis und dann unter den tschechischen Kommunisten«, erklärte Forman in einem SPIEGEL-Interview. Von PETER MOHR

    Vom Traum ein Rebell zu sein Zum 80. Geburtstag des oscar-gekrönten Regisseurs Milos Forman am 18. Februar*
    PETER MOHR
    Milos Formans bewegte Vita hat Spuren hinterlassen. Der oscar-gekrönte Regisseur macht keinen Hehl daraus, dass sein Lebenslauf und sein künstlerischer Erfolg in ursächlichem Zusammenhang stehen. „Ich habe immer davon geträumt, etwas Rebellisches zu tun, aber ich hatte nicht den Mut dazu. Also waren diejenigen, die sich trauten, meine Helden. Das ist ganz natürlich, wenn man rund 40 Jahre unter totalitären Regimes gelebt hat - zuerst unter den Nazis und dann unter den tschechischen Kommunisten“, erklärte Forman in einem Spiegel-Interview.  Dieses Bekenntnis ist keine Fassade, denn Forman hat unter den unmenschlichen Diktaturen gelitten. Mit neun Jahren verlor er seine Eltern, die im Konzentrationslager starben. In einem Internat kam der Waisenjunge erstmals mit dem Film in Berührung. Buster Keaton, Charlie Chaplin und John Ford hatten es ihm angetan. Der Weg zur Prager Filmhochschule schien vorgezeichnet zu sein. Nach seiner Diplom-Prüfung versuchte er sich zunächst als Drehbuchautor, doch schon Anfang der 60er Jahre wechselte er hinter die Kamera. Schon mit seinen ersten in der Tschechoslowakei gedrehten Filmen „Der schwarze Peter“ (1963) und „Die Liebe einer Blondine“ (1965) eckte er bei den kommunistischen Machthabern an. Als 1968 die russischen Panzer in Prag einrollten, befand sich Forman, der heute* vor 80 Jahren in Caslav (60 km von Prag entfernt) geboren wurde, in Paris. Er kehrte kurz in die Heimat zurück und siedelte dann in die USA über.  Doch seine Karriere in Übersee begann mit einem Flop - die Generationssatire „Taking off“ (1971) fand bei den Kritikern (ausgezeichnet beim Filmfestival in Cannes), nicht aber beim Publikum Zustimmung. Vier Jahre später gelang dann der große Durchbruch mit seinem heute noch bekanntesten Film „Einer flog über das Kuckucksnest“ nach dem Roman von Ken Kesey. Fünf Oscars heimste der Film ein, darunter auch den für die beste Regie.  Der Filmversion des Musicals „Hair“ (1979) folgte 1984 der zweite große Wurf, die in Formans tschechischer Heimat gedrehte Mozart-Annäherung „Amadeus“, die mit insgesamt acht Oscars prämiert wurde. Milos Forman ließ sich im Gegensatz zu vielen Branchenkollegen von den Produzenten nie von Film zu Film hetzen. Er wählte die Drehbücher immer sorgfältig aus, folgte dabei seinen eigenen Vorlieben und ignorierte oft das zeitgeistabhängige Publikumsinteresse. „Valmont“ (1989) und die provokante Filmbiographie „Larry Flynt - Die nackte Wahrheit“ (1996) wurden trotz renommierter internationaler Auszeichnungen keine Kassenschlager. 1999 inszenierte Forman „Der Mondmann“ (ausgezeichnet mit dem Silbernen Berliner Bären für die beste Regie) mit Jim Carrey in der Hauptrolle. Wieder ein hochgelobter, aber an den Kinokassen kaum gefragter Streifen. Nicht viel besser erging es ihm mit seinem letzten Film „Goyas Geister“ (2006). Auch die in die Filmwelt eingezogenen neuen Technologien bereiteten Milos Forman einiges Kopfzerbrechen: „Als ich zum ersten Mal an einem digitalen Schneidetisch saß, war ich total nervös: Ich hatte das Filmmaterial nicht physisch vor mir; es gab nichts, was ich berühren konnte.“  Der große Enthusiasmus des Regisseurs ist verflogen - nicht zuletzt wegen der jüngsten Misserfolge, die Forman so begründete: „Das US-Publikum hat seine Schwierigkeiten, wenn es ambivalent zugeht. Es mag Schwarzweißmalerei, aber mit grauen Schattierungen hat es so seine Probleme. Hollywood will stets wissen, wer der Gute ist, wer der Böse ist, und wer gewonnen hat.“ Doch diesem kommerzorientierten Einheitsbrei hat Milos Forman immer die Gefolgschaft versagt. Auch das macht seine Größe aus.

     

    Spitze der Weltmusik

    Dancas Ocultas, das sind vier junge Akkordeonisten aus dem Norden Portugals, die sich in den letzten Jahren einen festen Platz an der Spitze der europäischen Weltmusikszene erspielt haben. Und das mit einem denkbar einfachen Konzept: ruhige, lyrische und doch moderne Interpretation traditioneller Musik, dargeboten mit nichts weiter als vier diatonischen Akkordeons. Mit Alento erscheint nun auf Iplay (Galileo Music Communication) eine gelungene Zusammenstellung der besten Momente der vier Studio-Alben von Dancas Ocultas, auf der man die Entwicklung der Band bestens nachverfolgen kann.

    Danas Ocultas bei Amazon!

     

    Leben im Konjunktiv

    »Für Menschen sind Lebensläufe die Behausung, wenn draußen Krise herrscht. Alle Lebensläufe gemeinsam bilden eine unsichtbare Schrift. Nie leben sie allein. Sie existieren in Gruppen, Generationen. Staaten, Netzen. Sie lieben Umwege und Auswege«, heißt es im pünktlich zum 80. Geburtstag des künstlerischen Universaltalents Alexander Kluge im Suhrkamp Verlag erschienenen opulenten Band Das fünfte Buch – die Fortschreibung seiner umfangreichen Kompendien-Reihe, die vor 12 Jahren mit dem assoziativen Mammut-Epos Chronik der Gefühle begonnen hatte. Von PETER MOHR

     

    Der TITEL-Tipp

    Alle, die jung und bleich sind
    kennen das neue DEICHKIND.
    Ü-30 Kadaver: Achtung, weil
    BEFEHL VON GANZ UNTEN:
    reinhören! Leider geil.
    (T.A.)

     



     

    Musik rund um die Uhr

    Die Macher des in der frankokanadischen Kulturmetropole Montreal ansässigen Labels &records sehen sich nicht als Geschäftsleute. Das 2003 gestartete Label ist ein Kunstprojekt für sich. Ziel ist es für jede Stunde des Tages eine CD zu veröffentlichen. Mittlerweile ist man quasi bei der Tagesschau angelangt. 20 Scheiben, 20 Uhr. Das Motto von &records lautet dabei:

     

    we make records during stolen moments.
    but it may also be true to say we steal some of our
    moments to make records

     

    Starke Blogperformance

    Sven Regener erhält für die Lektüre seines Internet-Tagebuchromans Meine Jahre mit Hamburg-Heiner den Deutschen Hörbuchpreis als »Bester Interpret«. Der Musiker und Autor, bekannt u.a.durch seine Romane Herr Lehmann, Neue Vahr Süd und Der kleine Bruder, schildert darin Beobachtungen aus der Alltags- und Medienwelt, die er in mehreren Blogs erstmals zwischen 2005 und 2010 veröffentlicht hat.

     

    Zaubernder Taschenspieler

    Das Manuskript seines Romans Die Stadt aus Glas hatte er an 17 Verleger geschickt und zunächst nur Ablehnungen kassiert. Trotzdem hat der US-Schriftsteller Paul Auster weiter geschrieben und seit Abschluss seiner New-York-Trilogie, deren Eröffnungsband der einst verschmähte Roman Die Stadt aus Glas war, Ende der 80er Jahre Kultstatus erlangt. Seine Bücher sind inzwischen in mehr als 30 Sprachen übersetzt und international ausgezeichnet worden (zuletzt 2006 mit dem hochdotierten Prinz-von-Asturien-Preis). Von PETER MOHR

     

    Woche für Woche

    Da greift der Ressortleiter doch gerne zu Stift und Papier. Alles begann am 1. Februar 2010 mit einem Testballon: Die erotisierende Hyper-Female-Power-Gestalt Bayonetta war der erste Artikel der Entität, die sich später zum Ressort Digitale Spiele entwickeln sollte. Seither hat sich eine Menge getan!

     

    Wie ein Mozart der Poesie

    Als das Stockholmer Nobelpreiskomitee im Oktober 1996 seine Entscheidung zugunsten von Wislawa Szymborska bekannt gab und sie als »Mozart der Poesie« rühmte, hielt sich die Lyrikerin gerade in einem Erholungsheim für polnische Autoren in Zakopane auf und zeigte sich überrascht über die ihr zugesprochene bedeutendste Auszeichnung in der literarischen Welt: „Ich freue mich enorm, bin aber gleichzeitig erschrocken. Es ist aber auch eine hohe Auszeichnung für die ganze polnische Poesie.“ Nach Henryk Sienkiewicz (1905), Wladyslaw Reymont (1924) und Czeslaw Milosz (1980) ging der Nobelpreis 1996 erst zum vierten Mal nach Polen. Von PETER MOHR

     

    Grandios!

    Ausdrücklich hinweisen möchten wir auf die zwei Deutschland-Konzerte der US-Band MEGAFAUN im Februar:

    07.02.2012 Schorndorf / Manufaktur
    08.02.2012 München / Das Provisorium

     

    Die kompletten Europadaten finden sich hier!

    Und hier geht´s zur TITEL-Rezension!

     

    Karriereumspannend

    Lou Reed! Eine Jahrzehnte umspannende Karriere, wie sie kaum ein anderer Künstler der Rock'n'Roll-Geschichte erlebt hat. Von der Zusammenarbeit von Velvet Underground mit Andy Warhol bis hin zu Reeds jüngster Kollaboration mit Metallica. Einer der einflussreichsten Musiker und Künstler unserer Tage. Und seit Jahrzehnten gibt es kaum eine Band, die sich nicht auf Lou Reed und Velvet Underground beziehen würde oder durch die Tür gegangen wäre, die Velvet Underground damals im New York der 60er Jahre geöffnet haben.

     

    Reine Freude an der Kraft der Poesie

    Der Lyrikerin Nora Gomringer wird am 21. April der mit 15.000 Euro dotierte Joachim-Ringelnatz-Preis 2012 verliehen. Alle zwei Jahre wird dieser Preis an Dichterinnen und Dichter verliehen, die »einen bedeutenden, künstlerisch eigenständigen Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geliefert haben«. Er wird von der Stadt Cuxhaven vergeben und ist einer der höchstdotierten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. 2012 wird er der Dichterin Nora Gomringer (geb. 1980) verliehen. Die Jury würdigte sie als eines der Ausnahmetalente der deutschsprachigen Nachkriegslyrik.

     

    The »Stoner Side of Electronica«

    Lefteris Kalabakas aka Lee Burton, griechischer Musiker und Produzent, verbindet auf Busy Days for Fools elektroakustische Experimente mit modernen Tech-House-Elementen. Die Langsamkeit in der Elektronik ist auf dem Siegeszug. Busy Days for Fools ist ein wunderschönes, entspannt-melancholisches Stück Elektronik-Pop voller Wärme und Tiefe. Endlich mal wieder gute Nachrichten aus Griechenland!

     

    Nicht alles in Stein gemeißelt

    Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch liebgewonnene Gewohnheiten. Der Erfolgsschriftsteller und Semiotikprofessor, der Bücher- und Zeitungsliebhaber Umberto Eco räumt ein, dass er sich wegen seiner fortschreitenden Weitsichtigkeit durchaus vorstellen kann, künftig häufiger das iPad zu verwenden. Sein Äußeres hat der große Universalgelehrte schon vor drei Jahren gewaltig geändert. Sein Vollbart verschwand: »Mein Bart wurde immer grauer, während der Schnurrbart dunkel blieb. Ich sah aus wie Dschingis Khan!« Von PETER MOHR

     

    Kampf über 26 Jahre und 26 Tage

    "Das einzige feste Fundament eines wirklichen und dauerhaften Friedens zwischen den Staaten und Völkern ist der Frieden innerhalb der Staaten und Völker. Dieser Frieden ist aber undenkbar ohne Respekt vor den menschlichen Freiheiten und den menschlichen Rechten", bekannte Vaclav Havel im Oktober 1989. Havel wusste genau, wovon er sprach. Die tschechischen Behörden hatten ihm wenige Tage vorher die Ausreise nach Frankfurt zur Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels verwehrt. Von PETER MOHR

     

    Nachdenken über Christa W.

    »Ich denke viel an den Tod, und es ist mir fast jeden Tag bewusst, dass die Frist, die mir noch bleibt, kurz ist. Während des Schreibens habe ich manchmal gedacht: Na, das werden sie mich vielleicht noch zu Ende schreiben lassen«, bekannte Christa Wolf im Juni 2010 in einem SPIEGEL-Interview, in dem sie auch Auskunft über ihre Rolle außerhalb des Literaturbetriebs gab. Von PETER MOHR

     

    Verlust ist unser Hauptgewinn

    Von PETER MOHR

     

    Zwischen Hohlweg und Holzweg

    Eine Gratulation von PETER MOHR

     

    Das Komische macht mich glücklich

    Von PETER MOHR

     

    Schwindeln mit Alzheimer

    Es soll ein aufrührerisches Buch sein, provozieren, eine Debatte anstoßen. Es weist auf einen Missstand in der Medizin hin, einen der vielen. Es handelt von der Demenzkrankheit Alzheimer, von vielen falschen Diagnosen, für die anschließend teure Therapien notwendig werden. Rechtzeitig zum Welt-Alzheimertag am 21. September erschien nun Vergiss Alzheimer! von Cornelia Stolze. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, präsentierte die Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin ihr Buch. Von BASTIAN BUCHTALECK

     

    Jetzt mal richtig

    Studenten der Universität Hildesheim arbeiten momentan an einer unabhängigen Webserie namens Gangster of Love, die versucht, das Format ernst zu nehmen. Die Webserie ist ein, zumindest in Deutschland, noch eher unterentwickeltes Format. Trotz einiger Beachtung kamen Serien wie die Bild-Produktion Deer Lucy oder das StudiVZ-Format Pietshow nie wirklich in den Fokus des Mainstreams. Wie bei allen Trends, die es möglicherweise einmal geben könnte, sollte man in die USA schauen: Dort ist das neue Format schon so sehr angekommen, dass große Produktionen wie Battlestar Galactica den Zeitraum zwischen den einzelnen Staffeln mit eigenen, aufwändig produzierten, internetexklusiven Episoden überbrücken; ganz zu schweigen von einer Masse an unabhängigen Produktionen.

     

    Ja, ich will - hinter Gittern!

    Eigentlich htt der amerikanische Rapper momentan ganz andere Sorgen. Wegen sexueller Belästigung sitzt er im Gefängnis. Viereinhalb Jahre soll er noch dort bleiben.

     

    Spitzenfinger, Sonnensoße, Silberpapier

    Heute vor 43 Jahren wird das Musical Hair in New York am Biltmore Theatre am Broadway zum ersten mal aufgeführt. Das Werk von Galt MacDermot, Gerome Ragni und James Rado gilt bis heute als einer der Meilensteine der Popkultur.

     

    Sind aller guten Dinge drei?

    Am 28. April 1999 ist es nur eine kurze Pressemitteilung, die den Medien zum zweiten Mal mitteilt, was für viele Fans undenkbar war. Die Schöpfer der Superhymne "Bitter Sweet Symphony" haben sich wieder mal gegenseitig satt und beschließen die Band aufzulösen.

     

    Jetzt wird es persönlich!

    Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis unsere von Marktzahlen vollkommen zerfressene Lieblingsindustrie den nächsten Quantifizierungsstoß im Sinne von Budgetplanung, Excelsheet-Ökonomie und »MarketingMeetingAsap-Mentalität« erfährt.

     

    Spannend und kontrastreich

    Die 42. Internationale Jazzwoche Burghausen bleibt spannend. Am Donnerstag standen zwei absolut gegensätzliche Formationen auf dem Programm, die die Bandbreite des Jazz veranschaulichten und – außer der Liebe zur Musik – nur eines gemeinsam hatten: Klasse. Von JÖRG ESCHENFELDER

     

    Lecker, aber keine leichte Kost

    Am Mittwoch Abend begann das offizielle - man könnte auch sagen, das traditionelle - Festival-Programm der 42. Internationalen Jazzwoche Burghausen. Und das gleich mit einem - zunächst einmal nominellen - Knaller: Chick Corea und Gary Burton mit ihrem einzigen Deutschland-Konzert in diesem Jahr. Es wurde ein spannender Abend ... Von JÖRG ESCHENFELDER

     

    Mit Witz und Mut

    In Burghausen hat die 42. Internationale Jazzwoche mit der Endausscheidung für den 3. Europäischen Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis begonnen. Der Gewinner des mit 15.000 Euro dotierten Preises ist die englische Formation Beats and Pieces Big Band. Der deutsche Vibrafonist des Offshore Quintetts, Dierk Peters, erhielt einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis als bester Solist. Ein Bericht von JÖRG ESCHENFELDER                       

     

    Operation Wüstensturm

    Am 28. Februar 1991 ordnet US-Präsident George Bush sen. an, die Kampfhandlungen der alliierten Streitkräfte gegen den Irak einzustellen. Die sechs Wochen zuvor begonnene »Operation Wüstensturm« war damit de facto beendet. Wenige Stunden vorher hatte Saddam Hussein alle zwölf UN-Resolutionen, die seit dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait am 2. August 1990 gegen den Golfstaat verhängt worden waren, vorbehaltlos anerkannt. Der Waffenstillstand trat offiziell am 12. April 1991 in Kraft. Von JOSEF BORDAT

     

    Das Ende der Riesenbuddhas

    Ein anderthalb tausend Jahre altes Bauwerk, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, ohne triftigen Grund zu zerstören, ist an sich schon ein denkwürdiger Vorgang. Wenn es sich dabei um ein sakrales Monument einer Weltreligion handelt, bekommt es eine Huntington-Dimension. In der Tat: Die Sprengung der riesigen Buddha-Statuen von Bamian (Afghanistan), zu der die Taliban heute vor zehn Jahren den Befehl gaben, ist Teil des globalen islamistischen Kulturkampfs, ein Akt der symbolischen Gewalt gegen die andere Kultur, die andere Religion. Von JOSEF BORDAT

     

    In Zeiten der Cholera

    Vor 20 Jahren trat in Lateinamerika erstmals seit einem Jahrhundert wieder die Cholera auf. Die Epidemie breitete sich in Peru schnell aus. Daher entschloss sich die Regierung der Andenrepublik am 9. Februar 1991 den nationalen Notstand auszurufen. Dennoch trat die Seuche auch in den Nachbarländern Ecuador und Kolumbien auf; sogar in Mittelamerika (Mexiko, Nicaragua) gab es Cholera-Erkrankungen. Von den rund 400.000 Menschen, die 1991 in Lateinamerika an der Cholera erkrankten, starben etwa 12.000. Von JOSEF BORDAT

     

    Nord-Süd-Konflikt

    Am 8. Februar 1861 schlossen sich sechs südliche US-Bundesstaaten zu einem eigenen Staatenbund zusammen und erklärten ihren Austritt aus den USA. Den »Konföderierten Staaten von Amerika« traten einige Wochen später drei weitere Südstaaten bei – die Spaltung der USA in einen Norden und einen Süden war vollzogen, die stolze Selbstbeschreibung des jungen Landes, eine »unteilbare Nation« zu sein, zur bloßen Rhetorik verkommen. Von JOSEF BORDAT

    Ein gefundenes Fressen

    Das Stück Der kleine Vampir feiert Weihnachten ist ein schön geschriebenes Kinder-Theaterstück, das, wie ich finde, mit Witz und Humor verfasst wurde ... Von IDA ELSAVA 

     

    60 Jahre und ein halbes Autorenleben

    Welche Gratulationen darf der Mensch zu seinem 60. Geburtstag erwarten? Zumal, wenn er einer der renommiertesten Schweizer Autoren ist und Thomas Hürlimann heißt? Rückblickend zu berichten von Leben und Werk des 1950 im Schweizer Zug geborenen Autoren, wäre verfrüht. Allerdings lohnt es auf eine kleine Symmetrie im Leben Hürlimanns hinzuweisen, die beinahe ein Doppeljubiläum beschert hätte. Von BASTIAN BUCHTALECK

     

    Nabelschau der digitalen Spiele?

    Damit schmückt man sich als Event gerne: »The 2010 VGAs were the world's biggest global gaming event broadcasted in over 175 territories worldwide.« Seit 2003 werden jährlich die Spike Video Game Awards verliehen. Die Jury nennt sich VGA Advisory Council und besteht aus bekannten Fachjournalisten für digitale Spiele wie Entertainment Weekly, USA Today, Kotaku, GameSpot, IGN, Game Informer Magazine, Penny Arcade, Joystiq und WIRED.

     

    An den Toren der Vergeblichkeit

    Am 23. November 2010 würde Paul Celan 90 Jahre alt. Paul Celan (eigentlich: Paul Antschel oder Ancel, von daher als Anagramm "Celan“) gehört zu den bedeutendsten Lyrikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Von JOSEF BORDAT

     

    Und nun zu etwas völlig Anderem

    Terry Vance Gilliam wurde am 22. November 1940 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Gilliam wurde durch die skurilen Legetrick-Sequenzen der Flying Circus-Show und der Monty Python-Filme bekannt. Der einzige „Nicht-Brite“ in der Komikertruppe mit dem urbritischen Humor arbeitete jedoch in den Filmen der Pythons auch als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler mit. Von JOSEF BORDAT

     

    Steve Schapiro und der Taschen Verlag setzen "Taxi Driver" ein Denkmal

    „You talkin' to me?“, fragt der Taxifahrer und traumatisierte Vietnam-Veteranen Travis Bickle sein Spiegelbild. Immer wieder. Dieses Filmzitat ist bis heute eines der populärsten und Taxi Driver unzweifelhaft ein Klassiker des amerikanischen Kinos der 70er Jahre.

     

    Der amerikanische Fotograf Steve Schapiro hat seinen neuen Bildband Taxi Driver im Berliner Store des Taschen Verlags etwas mehr als 50 Personen vorgestellt. Viele nutzten die persönliche Anwesenheit Schapiros für eine persönliche Signierung. In dem hochwertig verarbeiteten Bildband sind einige bislang unveröffentlichte Aufnahmen aus Schapiros Privatarchiv von De Niro, Foster, Keitel oder Scorsese zu sehen.

     

    Die Angst des Tormanns vorm Versagen

    In Die Angst des Tormanns beim Elfmeter schildert Peter Handke das Schicksal des aus seinen Lebensbezügen herausgerissenen Fußballtorwarts Josef Bloch. Handke bedient sich der Torwartallegorik, um dem rastlos umherreisenden Protagonisten die Erkenntnis zu ermöglichen, dass nicht in der Bewegung, sondern in der Ruhe die Kraft liegt: Der Torwart, der stehen bleibt, fängt den Ball. Von JOSEF BORDAT

     

    Der Größte hat Geburtstag

    Edson Arantes do Nascimento feiert heute, am 23. Oktober 2010, seinen 70. Geburtstag. „Na und? Kenn' ich nicht!“ Zugegeben, man kennt ihn eher unter seinem Künstlernamen, der als Anspielung auf portugiesisches Babygeplapper wenig schmeichelhaft ist. Doch die Hänselei hat heute einen Klang, der Herzen höher schlagen lässt, nicht nur in Brasilien – Pelé. Von JOSEF BORDAT

     

    Direkt ins linke deutsche Herz

    Mit Theo Breuers Gedicht heiße worte, das wir in dessen Gedichtband Mittendrin (Berlin: Corvinus Presse 1991) fanden, will TITEL-Kulturmagazin eines Mannes gedenken, dessen gewaltsamer Tod am 2. Juni 1967 großen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte Deutschlands nahm.

     

    Happy birthday, Margaret Thatcher!

    Vor 31 Jahren wurde sie zur ersten Premierministerin Europas gewählt. Als solche steht sie für Wirtschaftsliberalismus und eine harte Hand gegen alle und alles, das seiner Verwirklichung im Wege ist. Ein (kritischer) Geburtstagsgruß von JOSEF BORDAT

     

    Super Mario

    Ein Stimmungsbericht aus seiner Heimatstadt Arequipa. Von JOSEF BORDAT

     

    Stockholm-Syndrom

    In den vergangenen Jahren war viel vom Stockholm-Syndrom die Rede, jenem erstaunlichen Phänomen, dass sich Opfer von Geiselnahmen in ihre Entführer verlieben. Es scheint, dass auch Politiker dazu neigen, für ihre Gegner mehr Sympathie als Abscheu zu empfinden. Was aber im privaten Rahmen einer Entführung als kurioses psychologischer Vorgang analysiert werden kann, ist im öffentlichen Bereich ein Ausdruck politischen Unverstands oder, im schlimmeren Fall, einer zynischen Wählertäuschung. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Die Absurdität der Wirklichkeit

    Als das Nobelpreiskomitee Anfang Oktober seinen Literaturpreisträger für das Jahr 2005 bekannt gab, reagierten die professionellen Kommentatoren überrascht. Nicht etwa, weil sie, wie in früheren Fällen, die Qualität des Werks angezweifelt hätten. Sondern weil es ihnen verwunderlich erschien, dass man sich ausgerechnet jetzt, mit einer Verspätung von Jahrzehnten, des britischen Dramatikers erinnert hatte, der in den sechziger bis achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als der bedeutendste unter seinen Landsleuten und einer der wichtigsten Dramatiker im internationalen Maßstab gegolten hatte. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Nach vier Nominierungen endlich der Oscar

    Mit ihrem zarten Teint und elegantem Auftreten verkörpert sie typische Britishness.

     

    Freiheit, Einheit und Grammatik. Die Wende als Sprachspiel

    Die Sprache in der DDR ist geprägt von bürokratischen Sonderformen und Neologismen (Winkelement, Großvieheinheit) sowie politischen Euphemismen, die teilweise an Orwells „Neusprech“ erinnern (Planübererfüllung, versuchte[sic!] Republikflucht, Friedenskampf). Von JOSEF BORDAT

     

    Statt Urlaub Staatsgeschäfte

    Vierzehn Männer machen im Sommer 1990 Deutschland. Von JOSEF BORDAT

     

    Der größte unter den Spaziergängern

    Heute vor 70 Jahren brachte Walter Benjamin sich in Portbou um. Vielleicht. Von JAN FISCHER

     

    Der Typ hinter den Trommeln

    Heute vor 30 Jahren starb John Bonham, der drummte, wie er gelebt hat: Schnell, am Abgrund, aber mit unerschütterlich stabilem Groove. Von JAN FISCHER

     

    Der Philosoph des Willens

    Arthur Schopenhauer im Gefüge der deutschen Philosophie zu verorten – damit tut man sich schwer. Er wird als Nachfolger der großen Idealisten Kant, Schelling, Fichte und Hegel sowie als Wegbereiter Nietzsches gehandelt. Mit den Idealisten teilt er die Auffassung, die Welt sei nur als subjektive Vorstellung erfahrbar, Nietzsche beeindruckt er mit der Radikalität, mit der er die aus seiner Sicht verlogen-optimistischen Weltdeutungen christlich-rationalistischer Provenienz verwirft – ein erster Schritt zur „Umwertung aller Werte“ bei Nietzsche.

     

    Kompromissloses Eintreten

    „Die Armut wurde nicht von Gott geschaffen. Die haben wir hervorgebracht, ich und du mit unserem Egoismus.“

    Am 26. August 1910 wurde Teresa von Kalkutta („Mutter Teresa“) als Agnes Gonxhe Bojaxhiu in Skopje, einer Stadt in Mazedonien, geboren. Mit 18 Jahren trat sie in den Orden der Sisters of the Blessed Virgin Mary ein und wirke viele Jahre in Kalkutta als Lehrerin. 1946 spürte sie eine Berufung für den karitativen Einsatz, für den sie zwei Jahre später von ihrem Orden exklaustriert wurde, um als „Saint of the Gutters“ den Ärmsten der Armen nahe zu sein.

     

    Schon wieder so eine Fortsetzung!?

    Man könnte meinen, die Kreativen des längst legendären Animationsstudios Pixar (Findet Nemo, Cars) gönnten sich nach ihrem jüngsten Geniestreich Up! eine Verschnaufpause und zögen mit Toy Story 3 ein routiniert gepixeltes Sequel aus der Schublade. Bis man die neuesten Abenteuer von Cowboy Woody, Cowgirl Jessi, Dinosaurier Rex und Space Ranger Buzz auf der Leinwand miterlebt hat. Von STEFAN VOLK

     

     

    Danke, Hank Jones!

    Der Pianist Hank Jones ist am 16.Mai im Alter von 91 Jahren in New York gestorben. Jones trat bis kurz vor seinem Tod regelmäßig auf und stand auf dem Programm des New Yorker Jazzclubs Birdland für nächste Woche. Die Jazzwelt verliert einen Meister der Musik mit großartiger Technik, aber noch mehr mit der Bereitschaft, immer musikalische Risiken einzugehen, einen Gentleman auf der Bühne und dahinter und einen Musiker, der die seltene Gabe besaß, seine Kollegen besonders gut klingen zu lassen. Ein paar persönliche Erinnerungen von WOLFRAM KNAUER 

     

    Georg Klein macht das Rennen

    Leipzig - Georg Klein ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt worden. Er erhielt die Auszeichnung am Donnerstag auf der Buchmesse in der Kategorie Belletristik für sein Werk Roman unserer Kindheit. Der Preis für das beste Sachbuch ging an Ulrich Raulff. Den Übersetzerpreis gewann Ulrich Blumenbach für seine jahrelange Arbeit an dem über 1500 Seiten starken Mammutwerk Unendlicher Spaß von David Foster Wallace.

     

    Lieber Freund!

    Santiago, den 12.03.2010

     

    Danke für deine besorgten Worte. Das Erdbeben haben wir im Elqui-Tal, 500 km nördlich von Santiago und über 1000 km vom Epizentrum entfernt, erlebt. Als es nach drei Minuten noch nicht vorbei war, wir uns an den Bettpfosten klammerten, als sei es der Knauf eines Rodeopferdsattels, und das Gebälk dazu bedrohlich knarren hörten, dachte ich: Diesmal ist es aber wirklich etwas übertrieben!

     

    Er war einer der bedeutendsten Schriftsteller Mexikos, ein luzider und unbestechlicher Intellektueller und ein engagierter Menschenrechtsaktivist: Der Schriftsteller Carlos Montemayor ist am Sonntag im Alter von 62 Jahren gestorben.

     

    Sogar die Entschuldigung ist geklaut!

    Seit zwei Wochen überschlägt sich der Literaturbetrieb ob des theoriegeschwängerten, drogensexgewaltgesättigten, geradezu penetrant lebensklugen wie -überdrüssigen Debüts der siebzehnjährigen Helene Hegemann. Die ZEIT sprach von einem „literarischen Kugelblitz“, die Süddeutsche war eingeschüchtert ("Phänomen"), und selbst Deutschlands Dauerbeleidigter Maxim Biller hat für kurze Zeit das Schmollen eingestellt. Man wusste, es ist die Tochter eines Oberintellektuellen, die Volksbühne war ihre Ganztagsschule, ihre Kumpels heißen Pollesch, Schlingensief und Sophie Rois. Der Verdacht der kollektiven Autorschaft lag also nahe; das Feuilleton jedoch war einhellig überzeugt von Hegemanns Originalgenie.

     

    Der haitianische Autor Georges Anglade ist tot

    Georges Anglade, geboren 1944 in Port-au-Prince (Haïti), war Wissenschaftler, Politiker, Schriftsteller und führendes Mitglied der Demokratiebewegung seines Landes.

    Seitenhiebe

    Auf ihrem nächtlichen Heimweg werden Anne und René Winkler (Natascha Paulick, Stefan Kurt) von drei jungen Männern attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten Phillip ...

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Tage, Tage, Jahre

    Staunen, entdecken, querlesen, umblättern, abreißen – Literaturkalender begleiten uns verlässlich durchs Jahr, versorgen uns häppchenweise und gut dosiert mit ungeahnten ...

    Ein Geheimnis in einer Graskugel

    Auf die ganz großen Katastrophen im Leben kann man sich selten vorbereiten. Das geht nicht nur den Großen so, auch die Kleinen müssen solche Erfahrungen bewältigen. ANDREA ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    Die böse Schlange
    und das weiße Kaninchen

    In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...

    Sunday Clubbing at 93 Feet East

    Sunday Clubbing has, apparently, become quite the ›In‹ thing in this wonderful land of ours which we like to call London. »Sunday is the new Saturday« they proclaim ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Petraeus und sein Stab

    Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter