Wer will fleißige Handwerker sehn
Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. Erschlagen von so viel Nachhaltigkeit und Menschenfreundlichkeit wagt VIOLA STOCKER sich an Hartz IV Moebel.com und freut sich über so viele neue Möglichkeiten in der Welt des Selbermachens.
In der »Lebensschule«
Alain de Bottons entdeckerische Essays über die Freuden und Mühen der Arbeit.
Von WOLFRAM SCHÜTTE
Unter´s Dirndl geschaut
Der Filmkenner Ulrich Mannes beleuchtet anhand des Schaffens des umtriebigen Regisseurs Siggi Götz die unterbelichtete Lederhosenfilm-Landschaft der Siebziger Jahre. CHRISTIAN NEUBERT kennt koa Sünd und hat sich den spleenigen Stoff vorgenommen.
Mit und ohne Schnickschnack
Der auffälligste Unterschied zum Vorjahr beim Gault Millau Deutschland: statt 914 hat er nur noch 808 Seiten. Er enthält zwar je 20 Restaurants und Hotels weniger als der Guide für 2012, aber die Papiereinsparung bedeutet einen deutlich schlechter lesbaren Satz. Zudem ist der Einband weniger widerstandsfähig als im Jahr davor. Wer nun meint, der Gault Millau sei als Gegenleistung billiger geworden, wird enttäuscht. Der nächste Schritt wird wohl eine Onlineausgabe anstelle eines gedruckten Wälzers sein. Ohnedies kostet es Überwindung, Jahr für Jahr knapp 30 Euro auszugeben, um die paar Änderungen und hilflosen Neuformulierungen in den Kommentaren abzugelten. Wo Wikipedia den Brockhaus verdrängen konnte, scheinen Restaurantführer des überlieferten Typs nicht mehr ganz zeitgemäß. Von THOMAS ROTHSCHILD
Wie Winzer wohnen
Wer besäße es nicht gerne – ein Schloss im Weinberg? Großherrschaftlich, mit historischen Gemäuern und gepflegtem Mobiliar? Die Lifestyle-Fotografin Solvi dos Santos öffnet uns Tür und Tor zu den angesehensten Weingütern in ganz Frankreich. Von INGEBORG JAISER
Science Busters
Mathe, Physik und Chemie waren nicht unbedingt Ihre Lieblingsfächer?! Naturwissenschaftlich angehauchte Sachbücher schenken Sie verschweißt weiter?! Jetzt wird alles anders. Die Science Busters verbinden Wissenschaft und schwarzen Humor, wie das nur Österreicher können. Fesselnd, saukomisch, clever. Von TOM ASAM
Hype des Horizontalen
Von Mätressen und Matratzen, Schaukelstühlen und Schlafgemächern, Hängematten und Power-Napping berichtet Bernd Brunner in seinem amüsanten kulturhistorischen Abriss über Die Kunst des Liegens. Selbstredend empfiehlt sich die Lektüre in waagrechter Position. Von INGEBORG JAISER
Kunstvoll rund wie die Null
Die Null ist eine faszinierende Zahl, weil sie keine ist. Sie ist ein willkürlich gesetztes Zeichen für etwas ohne konkreten (Zahlen-) Wert. Was passiert eigentlich, wenn man eine ebenso willkürlich über den Globus gezogene, unsichtbare Linie als Reiseroute wählt? Davon erzählt in seinem neuen Buch Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians der niederländische Journalist und Reiseschriftsteller Alfred van Cleef. Von PIEKE BIERMANN
Wir bauen uns was Echtes
Der von Klaus Stanjek herausgegebene Band Die Babelsberger Schule des Dokumentarfilms verwechselt Konstruktion mit Authentizität, und verklärt damit sein eigenes Thema. Von JAN FISCHER
Ritt über den Bodensee
Er liegt am südlichen Ende Deutschlands, am westlichen Ende Österreichs und am nordöstlichen der Schweiz. Die ihn umgebende Region zählt zu den reizvollsten in Europa. Also: Auf an den Bodensee – am besten mit einem kundigen Führer, wie den Vorarlberger Journalisten und Autoren Walter Fink. Von INGEBORG JAISER
Die ganze Geschichte des Sports
Mit Die Kulturgeschichte des Sports veröffentlichte Wolfgang Behringer pünktlich zum Olympiajahr ein kurzweilig geschriebenes Buch, das die Entwicklung von der Antike an und vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Gegebenheiten nachzeichnet. Von NIKLAS GRÜNWALDT
Vergeht das Kino?
Der Titel Film und Kunst nach dem Kino klingt vieldeutig. Wenn man ihn aber verbalisiert, wird klarer, was der Autor damit meint, nämlich: Wie werden der Film und die Kunst nach dem Verschwinden des Kinos aussehen? Von WOLFRAM SCHÜTTE
Reiner Himmelsrauch
Walter Krämer und Roland Kaehlbrandt widmen der deutschen Sprache eine Huldigung im Lexikon der schönen Wörter. Von JENNIFER WARZECHA
Zur Sonne! Zur Freiheit!
Die Sehnsucht nach dem Meer treibt uns an ferne Gestade. Wie schön, wenn wir mit angespültem Strandgut und farbenprächtigen Erinnerungen zurückkehren. Johannes Thiele und Kristine von Soden gehen mit uns auf die Reise. Von INGEBORG JAISER
Klimmzug
H.-Joachim Heßlers Traktat über die Philosophie der postmodernen Musik –
von HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
addio »brutta figura«
Wenn Sie immer noch nicht wissen sollten, wohin Sie Ihr Sommerurlaub führt, kommt hier ein Tipp: Italien, das Land voller Kultur, blauem Meer, großartiger Landschaft und guter Küche. Keine wirklich neue Idee, dafür liefert die gebürtige Österreicherin Beate Giacovelli gleich 111 Gründe, Italien zu lieben. Ihre Liebeserklärung an die Kunst zu leben macht Lust auf Urlaub, wenn nicht sogar mehr. Von JULIA MÜLLER
Dienstboten und IBM-Boys
Recht auf Arbeitslosigkeit? kommt als Anthologie mit Texten von Ökonomen und Philosophen aus der Zeit seit 1800 daher, herausgegeben von Rainer Barbey. THOMAS ROTHSCHILD hat hineingeschaut.
Champagner in der Chefetage
Zurzeit scheint David Graeber everybody's Knuddel-Radikalinski zu sein. Der gelernte und lehrende Anthropologe mit dem kecken Jungsgesicht düst von Occupy!-Camp zu Occupy!-Camp, bedient zwischendurch allerlei Medien mit frisch-fröhlichen Interviews, heimst Jubelrezensionen in unseren meinungsmachenden Blättern und sogar verbale Streicheleinheiten von manchem Banker ein. Dabei ist das, was er der Welt zu sagen hat, keine leichte Kost, sondern ein wissenschaftlich fundierter Generalangriff auf den Kapitalismus. Wie man seinem 400-Seiten-Werk Schulden. Die ersten 5000 Jahre entnehmen kann. Von PIEKE BIERMANN
Back to the roots
Jesper Juul, Peter Høeg, Jes Bertelsen, Steen Hildebrandt, Helle Jensen und Michael Stubberup haben zusammen ein Buch über Empathie geschrieben. Na und? Mag man sich da denken. Es soll aber eigentlich gar kein Buch sein. Ach so? Sondern? Eine Art Anleitung zum DIY Training für Erwachsene und Kinder. VIOLA STOCKER startete mit Miteinander. Wie Empathie Kinder stark macht einen Selbstversuch.
Leerlaufkompetenz
Die Muße einer Siesta wird heute immerhin nicht mehr überall als unproduktiver Gegensatz zur Arbeit verteufelt. Auch Nicht-Tätigkeit hat ihre sozialkompatiblen Funktionen. Aber wie sieht das bei den vielen anderen kleinen und größeren »Leerzeiten« aus – Rumstehen an Bushaltestellen oder vor Supermarktkassen beispielsweise? Ist das nicht »verlorene Zeit« fürs Individuum wie fürs Kollektiv? Im Gegenteil, zeigen Billy Ehn und Orvar Löfgren in ihrer fulminanten Studie Nichtstun. Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen. Von PIEKE BIERMANN
Sachkundiger Schmöker
Für die »roaring sixties« – die für den Autor Rainer Metzger bereits im Jahr 1956 beginnen – spielte London als popkultureller Schrittmacher eine besondere Rolle. Wer modisch up to date sein wollte, kaufte in der Carnaby Street. Ob mit James Bond im Kino oder in TV-Produktionen wie Avengers, die englische Hauptstadt spielte stets eine tragende Rolle. Mit Swinging London taucht man ein in eine Ära, als Minirock und Minicooper über eine maximale Ausstrahlungskraft verfügten. Dabei werden die Aspekte Musik, Mode, Design, Film, TV, Fotographie, Architektur, Theater und Literatur berücksichtigt. Mehr als ein reiner Nostalgietrip ist dieses gelungene Portrait einer intensiven Zeit in der Metropole an der Themse geworden. Von TOM ASAM
Die Magie der alltäglichen Dinge
Wo entstehen Bücher? Warum bettet man sich? Was macht ein Chefzimmer so bedrohlich und imposant? Sebastian Hackenschmidt u.a. ist es gelungen, unseren Blick auf die Dinge zu lenken, die uns seit je umgeben und die mehr sind als nur praktische Alltagsgegenstände oder schickes Design. Endlich sehen wir Möbel als Medien. VIOLA STOCKER hat einiges gelernt.
Oper neu entdecken
Die junge Autorengeneration meldet sich in einer Taschenbuchreihe. Von HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
Schweizer Käse!
Fromage suisse!
Swiss Cheese!
Andreas C. Studer wollte mit Meine Schweizer Kühe seiner Heimat, Herkunft und den Lieferanten seiner Kochzutaten ein Denkmal setzen. Ein Anhang mit Rezepten aus Milchprodukten soll der Profession des Autors Rechnung tragen und das Angebot abrunden. Alles Schweizer Käse, findet VIOLA STOCKER.
Garten Eden vor der Haustüre
Sie heißen Tigerella, Gelber Squash oder Rote von Paris. Sie gehören alten Sorten an, die oftmals in Vergessenheit geraten sind – doch ihre Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt eröffnet einen ganz eigenen Kosmos. So viel Gutes aus dem Garten verleitet Fred Neuner und Michaela Landwehr zu einer neuen Präsentation alter Gemüsesorten. Von INGEBORG JAISER
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
so wie die Zugvögel von Zeit zu Zeit ihre angestammten Quartiere verlassen, um auf neuen Gründen zu nisten, versammeln sich ...
Vom großen Lama aus der Regent`s Park Road
Tristram Hunt widmet dem Schatten von Karl Marx, der selbst ernannten »zweiten Violine« des Marxismus, dem Industriellenerben Friedrich Engels eine ...
Ein Igel erlebt sein blaues Wunder
Neue Kartracer haben es nicht leicht. Auch nach 20 Jahren ist der Schatten der einstigen Genregröße Mario Kart so mächtig, dass sich jeder neue Titel einen Vergleich ...
Die böse Schlange und das weiße Kaninchen
In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...
Seitenhiebe
Auf ihrem nächtlichen Heimweg werden Anne und René Winkler (Natascha Paulick, Stefan Kurt) von drei jungen Männern attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten Phillip ...
»Alles liegt im Blick«
»Das Publikum ist wie ein Hund«, sagt Marina Abramovic einmal: »Es riecht Angst und Schmerz. Es kann fühlen, wenn man nicht anwesend ist«. ...
Die Geschichte geht weiter
Wieder ein Weltbestseller – Carlos Ruiz Zafóns Roman Der Gefangene des Himmels. Von PETER MOHR
»Alles liegt im Blick«
»Das Publikum ist wie ein Hund«, sagt Marina Abramovic einmal: »Es riecht Angst und Schmerz. Es kann fühlen, wenn man nicht anwesend ist«. ...
... bis sie dann gestorben sind.
Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...
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