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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 26. Juli 2017 | 06:37

     

    Das Ende der Sommerzeit

    Es gibt Bücher, die schleichen sich ganz unmerklich ins Herz und treffen einen im Innersten. Tamara Bachs Geschichte gehört dazu. Von ANDREA WANNER

     

    Die Krone der Forschung

    In einer fernen Zukunft ist es geschehen: Mensch und Tier sind erfolgreich gekreuzt, das erste Mischwesen lebt und wächst heran. Doch es ist nur ein Exemplar der neuen Gattung, die alte Gattung Mensch dagegen ist in der Überzahl. Und nicht nur das, sie hat der Welt ihre Spuren aufgedrückt, unauslöschlich und tödlich. Wenn nicht so etwas wie ein ganz altmodisches Wunder geschieht. Keto von Waberer hat sich mit ihrem Jugendroman Mingus auf das aktuell sehr beliebte Spielfeld der Dystopien begeben. Von MAGALI HEISSLER

     

     

    Ein bisschen Nervenkitzel

    Was für filigrane, geheimnisvoll schillernde Kostbarkeiten so Libellenflügel doch sind. Faszinierend, geheimnisvoll – und bedrohlich. Zumindest in dem Thriller von Katja Brandis. ANDREA WANNER ist gespannt der Spur der Flügel gefolgt.

     

    Meeresgeheimnis

    Das Meer hört nie auf, Menschen zu faszinieren. Ob Lebenswelt von Fabelwesen oder realen Lebensformen, ob Ort der Ruhe oder tödliche Gefahr, seiner Anziehungskraft kann man sich kaum entziehen. Das Meer in seiner Schönheit und seinen Schrecken bestimmt das Leben der Figuren in Jessi Kirbys Mondglas und seinen Geheimnissen nachzuspüren, macht auch für die Leserinnen den großen Reiz dieses Debütromans aus. Von MAGALI HEISSLER

     

    Herbstzeit, Märchenzeit

    An Märchenbüchern herrscht kein Mangel, die Beliebtheit der Gattung ist ungebrochen. Die Fülle der Wieder - und Neuauflagen präsentiert oft Bekanntes in anderem Gewand, ganz Neues gibt es selten. Das ist auch bei der vorliegenden Märchensammlung der Fall. Dennoch lohnt es sich, den Volksmärchen aus dem historischen Vorpommern, die der Volkskundler und Märchenforscher Siegfried Armin Neumann neu zusammengestellt hat, zu lauschen.

    Von MAGALI HEIßLER

     

    Eine Geschichte vom Sterben. Und vom Leben

    »Der Tod gehört zum Leben ist ein Satz«, der sich leicht sagt, setzt man ihn in Relation zu dem emotionalen Aufruhr, den er tatsächlich beinhaltet. Der Tod ist endgültig, der Weg dahin, das Sterben, unaufhaltsam. Es als junger Mensch aus nächster Nähe mitzuerleben lässt einen fast ersticken. Wie kann es sein, dass es trotzdem noch Luft zum Atmen gibt? Etwas Schönes? Lachen? Und Liebe? Ingrid Olsson hat sich in dem Jugendroman Als würde man mit den Fingern schnipsen und schon ist es vorbei mit diesen paradoxen Fragen auseinandergesetzt. Und zwar auf sehr überzeugende Weise, fand MAGALI HEIßLER.

     

    Die Einsamkeit der Verlassenen

    Dass Eltern sich trennen, gehört zu den Dingen, die Kinder offenbar zu akzeptieren haben. Neue Beziehungen entstehen, auch neue Familienverbände. Kinder lernen, sich bei beiden Seiten einzurichten. Was aber geschieht, wenn ein Elternteil geht und fortbleibt? Nichts mehr von sich hören lässt? Verlassen werden heißt, in tiefe Einsamkeit gestürzt zu werden. Werner Heickmann hat in Die Vogelinsel, seinem ersten Roman für Kinder eben eine solche Einsamkeit beschrieben. Von MAGALI HEISSLER

     

    Gaukeleien und Täuschungsmanöver

    Die Kindheit als Zustand der Poesie, eine ferne Insel, geheimnisumwittert, das ewige Rauschen des Meeres, Gespinste aus alten Erinnerungen an Märchen und Gespenstergeschichten, Zaubertricks und Zirkusmagie und darüber ein kräftiger Schuss klassischer Philosophie, das alles wird wunderschön zusammengerührt und in diesem Debütroman serviert. Mette Jakobsen, Minous Geschichte ist ein unverdauliches Gericht fand MAGALI HEISSLER.

     

    Ein Stück vom Kuchen

    Gibt es ein Segment, welches im angeblich stets gefährdeten Markt des kostbaren Kulturguts Buch seit einigen Jahren unbeirrt am Wachsen ist, so ist dieses das Segment der Kinder- und Jugendbücher. Kein Wunder also, dass immer mehr Beteiligte auf der Produzenten-Seite mit einem Anteil daran liebäugeln. Mehr und mehr Autorinnen und Autoren, die in ganz anderen Genres sicher zuhause sind, versuchen sich neuerdings in diesem Bereich, aber auch Verlage lassen sich reizen, ihre Zulieferer zu solchen Abenteuer-Ausflügen anzuhalten. Über die Gründe spekuliert man besser nicht, will man bei Laune bleiben, gleich, ob man den schnöden Mammon oder die Ansicht, dass sich Bücher für jüngere Menschen leichter schreiben lassen, zum Ausgangspunkt nimmt. Martin Gülichs Nur einsfünfzig scheint eine neue Variante zu bieten. 1999 unter dem Titel Vorsaison als literarischer Debütroman präsentiert, liegt es nun als Buch für Zwölfjährige vor. Eine sinnvolle Metamorphose? MAGALI HEISSLER kam ins Grübeln.

     

    Alles hängt zusammen

    Ein Stein, den man ins Wasser wirft, verändert die Wasseroberfläche. Die Bewegung eines Flügels löst eine Veränderung der Luft aus, durch die es, weit entfernt und viel später zu einem Sturm kommen kann. Ein sanfter Stoß gegen den ersten von vielen aufgestellten Dominosteinen lässt sie allesamt der Reihe nach umkippen. Ein Wort, ein Blick hin zu einem anderen, kann die Welt für viele verändern. Märchen oder das Wirken von Naturgesetzen? Holly Goldberg Sloan hat in Sam und Emily. Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls diese Grundfrage gestellt und eine Geschichte daraus gebastelt. Von MAGALI HEISSLER

     

    Vom Ende einer Kindheit

    Der 13jährige Charlie Bucktin ist ein aufgeweckter Junge, der davon träumt, Schriftsteller zu werden. Schmächtig, mit Brille und einer Insektenphobie verkörpert er nicht gerade einen Helden. Warum soll ausgerechnet er Jasper Jones helfen können? Von ANDREA WANNER

     

    »Durch eigene Schuld nur sind wir Schwächlinge« (Shakespeare)

    Wie lebt man sein Leben, wenn man 16 ist und keine Zukunft hat? Was kann man überhaupt noch erwarten? Wie sehen die Werte aus, die einem wichtig sind? An was freut man sich? Und auf was? ANDREA WANNER hat sich von John Greens Geschichte beeindrucken lassen.

     

    Gescheiterter Rettungsversuch

    Über den Titel Caulfield werden vermutlich eher erwachsene Leser stolpern. Caulfied? Gab’s da nicht was? Besser: jemand. Holden Caulfield, Salingers Helden aus The Catcher in the Rye, der sich vorstellt, er stehe am Rand einer steilen Klippe und bewahre Kinder, die ahnungslos im angrenzenden Roggenfeld spielen, davor, in den Abgrund zu stürzen. Caulfield als Beschützer. In diesem Thriller nicht. Von ANDREA WANNER

     

    Eine Welt voller Wunder

    Wer im Kino im fasziniert war von der Hommage an eine längst vergangene Filmära, und Martin Scorseses cineastischen Augenschmaus Hugo Cabret genossen hat, hat vielleicht auch das dazugehörige Buch in der Hand gehabt: Brian Selznicks Roman Die Entdeckung des Hugo Cabret. Und der ahnt vielleicht auch schon, was für erstaunliche Dinge ihn in Wunderlicht erwarten. ANDREA WANNER ließ sich in den Bann des Abenteuers ziehen.

     

    Erwachsenwerden mit Hindernissen

    Was soll man nur tun, wenn man 17 ist und so normal, dass man gar niemandem auffällt. Nora Jonasson ist wunschlos unglücklich, glaubt nicht daran, dass sich in ihrem ereignislosen Leben je etwas ändern wird – und irrt sich. ANDREA WANNER hat ihr zugehört.

     

    Das schwarze Loch

    Der Tod junger Menschen trifft besonders hart, sterben Junge durch eigene Hand macht das nahezu sprachlos. Marit Kaldhol gibt in Allein unter Schildkröten dem neunzehnjährigen Mikke Worte und eine besondere Stimme und schafft damit dem Thema, das unverändert nahezu ein Tabuthema ist, neuen Raum. Von MAGALI HEISSLER

     

    Es weht ... Es weht ... Es weht ein Elf nach London

    Ein Elf in London ist ursprünglich für eine Königin geschrieben worden und auch die neue Ausgabe des Buches sieht aus wie ein königliches Juwel. PAULA FRANK (12 Jahre) stellt ein Schmuckstück vor, das nicht nur Kinder bezaubern wird.

     

    Ein unmodernes Märchen

    Unter den Hinterlassenschaften des heftigen Zusammenpralls von DDR und BRD befinden sich auch verödete Landstriche im Osten, die in letzter Zeit vermehrt herhalten müssen, um einen passenden Hintergrund für die Sinnsuche pubertierender Romanfiguren abzugeben. Weite, Stille, Leere werden wenig anspruchsvolle Sinnbilder für jugendliche Orientierungslosigkeit, aber auch einfallslose Möglichkeit, im hohen Gras der vermeintlich endlosen Steppe das Pflänzchen Hoffnung zu finden, wie die weiland Romantiker die blaue Blume. Rolf Lappert läßt in seinem Jugendroman Pampa Blues einen knapp Siebzehnjährigen nach dem Sinn seines Daseins forschen. MAGALI HEISSLER hat sich gefragt, was das soll.

     

    Anecken light

    Dass man sich mit knapp siebzehn Gedanken über die Zukunft macht, ist normal. Dass sich dabei herausstellt, dass Gedanken über die Vergangenheit wichtiger sind, weniger. So etwas bringt beträchtliche Konflikte in der Gegenwart. Aus der Grundkonstellation hätte ein guter Jugendroman werden können, hätte Megan Frazer in ihrem Debütroman Von Wahrheit, Schönheit und Ziegenkäse etwas weniger auf die Farbe Rosa Rücksicht genommen. Von MAGALI HEISSLER

     

    Galgenmännchen auf Finnisch

    Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der Möglichkeiten. ANDREA WANNER war gespannt auf das finnische Jugendbuch.

     

    Vergangen, aber nicht vorbei

    Vor nicht einmal 25 Jahren war sie noch in aller Munde, die Apartheid, und ebenso das Land, zu dem sie allein zu gehören schien, Südafrika. Heute scheint sie und die unmenschlichen Lebensbedingungen, für die sie stand, nahezu vergessen. Kagiso Lesego Molope führt die Leserinnen in ihrem knapp gehaltenen Jugendbuch Unter dem Zitronenbaum an der Seite der dreizehnjährigen Tshidiso in die schwierige, aber hoffnungsvolle Endphase der offiziellen Apartheid 1989/90. Von MAGALI HEISSLER

     

    »Das Land der unsichtbaren Verbotsschilder«

    Leben als Jugendliche in der ehemaligen DDR des Jahres 1984, aber mit dem Wissen einer Jugendlichen von heute – auf dieses erzählerische Abenteuer hat sich Ina Raki eingelassen und damit einen überzeugenden Roman jenseits aller Ostalgie und DDR-Romantik erschaffen. Von BEATE MAINKA

     

    Schwebezustand

    Flirt, Verliebtheit, Liebe, wer weiß schon so genau, wo das eine anfängt, aufhört und das andere beginnt. Im Handumdrehen ist man hineingerutscht in dieses Gewirr aus mehr oder weniger fassbaren Gefühlen für einen anderen Menschen. Es ist Spielerei und Spiel, plötzlich ganz realistisch, im nächsten Augenblick flüchtig wie ein Windhauch. Manchmal wünscht man sich, der ungewisse Zustand möge für immer anhalten, manchmal will man Entscheidungen und klare Verhältnisse. In ihrem ersten Roman Ich würde dich so gerne küssen versucht Patrycia Spychalski eben diesen Zustand zwischen Träumen und Wachen zu beschreiben. Von MAGALI HEISSLER

     

    Der fremde Junge im Flugzeug

    Wie viel Romantik kann in einem Buch stecken, in dessen Titel die Begriffe »statistisch« und »Wahrscheinlichkeit« vorkommen? Soviel, wie man sich von einem ergreifenden Mädchenbuch nur wünschen kann, verspricht Titel-Jugendbuchexpertin SOPHIA RIESSBECK (13 Jahre).

     

    Weltenentdecker

    Fast zweihundert Jahre alt ist das Gedicht The Cloud – und im Unterschied zum Ursprungsland England hierzulande wenig bekannt. Als wichtiges Beispiel der Lyrik der Romantik umfasst es nicht allein Naturphänomene, sondern implizit auch die menschliche Existenz, in ihrer Großartigkeit wie ihren Schrecken. Von beidem hat sich Dirk Steinhöfel in seiner eigenwilligen Visualisierung von P.B. Shelleys Die Wolke anregen lassen und eine weitere neue Welt geschaffen. Sein Bruder Andreas Steinhöfel hat den Text ebenso eigen neu ins Deutsche übersetzt. Von MAGALI HEISSLER

     

    Wahre Helden

    Der 2. Weltkrieg liegt lang zurück, die Rolle, die Belgien in diesem Krieg gespielt hat, dürfte den meisten jugendlichen Leserinnen und Lesern unbekannt sein.  Nun findet sich Els Beertens im vergangenen Jahr erschienener Roman als einziger Titel gleich zwei Mal auf der Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012, einmal in der Sparte Jugendbuch, zum anderen in der Kategorie Preis der Jugendjury. Auch ANDREA WANNER ließ sich in Bann ziehen.

     

    Helfen schwer gemacht

    »Hinsehen und handeln«, heißt es immer wieder, Zivilcourage wird laut gefordert, beherzt eingreifen, wenn Unrecht geschieht. Wie das Helfen aber genau aussehen soll, davon wird eher nicht gesprochen. Und schon gar nicht davon, wie man eingreifen soll, wenn man offenbar die Einzige ist, die überhaupt hingesehen hat, sich alle anderen aber blind und taub stellen. Susan Kreller hat in ihrem Debütroman Elefanten sieht man nicht eine sehr junge Heldin vor eben dieses Problem gestellt und aus der extremen Situation einen ganz außergewöhnlichen Roman gemacht fand MAGALI HEISSLER.

     

    Von der Sehnsucht der Kinder nach einem normalen Leben

    Eine Freundin, eine gute Freundin braucht jedes Mädchen. Vor allem, wenn sie es so schwer hat wie Lena. Ihren Vater kennt sie nicht, und ihre Mutter ist oft so hilflos, dass Lena für sie sorgen muss. Und lügen und Geschichten erfinden. »Geht das gut aus?«, fragt GEORG PATZER.

     

    Gegen alle (Natur-)Gesetze

    Die Wege sind weit in dieser Geschichten und das Geschwisterpaar, das sie zurücklegen muss, noch klein. Deswegen wurden die zwei mit besonderen Eigenschaften ausgerüstet, die eine davon sogar sehr besonders. Was den Kindern begegnet und was mit ihnen geschieht, ist gleichfalls ungewöhnlich, streckenweise geradezu wunderbar. Ein Wunder der Kinderliteratur ist der Debütroman von Gregory Hughes Den Mond aus den Angeln heben trotzdem nicht geworden, eher eine Geschichte, über die man sich hin und wieder wundern muss.

    Von MAGALI HEISSLER

     

    Fäuste sind blind

    Billy ist fünfzehn und er hat genug von Worten. Von Worten wie »Mutter«, »Vater«, »Zuhause«, aber auch von »Selbstbeherrschung«, oder »soziale Kompetenz«. Alles Lügen oder Psychogesumms, Billy ist ganz sicher. Die einzige Sprache, die etwas bewirkt, ist die des Zuschlagens. Und das kann Billy – so gut, dass er andere krankenhausreif prügeln kann. Billy ist ungeheuer wütend. Billy ist von Grund auf traumatisiert. Phil Earle hat in seinem Debütroman Billy sein eingehend beschrieben, wie es sich anfühlt, mit fünfzehn immer nur wütend und verzweifelt zu sein. Von MAGALI HEISSLER

     

    Der Tag, an dem die Welt auf den Kopf gestellt wurde

    Trash ist das englische Wort für Müll. Gigantische Abfallberge türmen sich am Rande der Stadt Manila, wo tausende von Menschen ihr Dasein fristen, darunter unendlich viele Kinder. Sie suchen nach recycelbarem Müll, nach Dosen, Papier, Plastik, nach allem, was Geld einbringt. Andy Mulligan hat aus ihrem Schicksal eine Geschichte gemacht. ANDREA WANNER hat sie gelesen.

     

    Die Welt dahinter

    Ihr Debütroman Scherbenpark war in der Sparte Jugendbuch zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 nominiert, ihr zweites Werk Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2010. Nun hat die 1978  in Russland geborene Alina Bronsky ein neues Projekt in Angriff genommen. ANDREA WANNER freute sich auf den Trilogie-Auftakt Spiegelkind.

     

    Vertrauen, hoffen, lieben

    Gewichtige Worte und Werte von ebensolchem Gewicht findet man in diesem Buch. Was man gleichfalls findet, ist sind die Pendants, Einsamkeit, Leid, und Wut. Es ist ein Buch der Extreme und ein Buch der Gegensatzpaare. Wie Realität und Märchen. Aus diese Mischung hat Antonia Michaelis mit Die Worte der weißen Königin eine sehr dunkle Geschichte gewoben. Gut, dass die Dunkelheit einmal endet und nicht nur im Märchen. Von MAGALI HEISSLER

     

    Schneckenfluch mit Pilzen

    Wer sich bereits beim Anblick von Nacktschnecken gruselt, wird vielleicht davor zurückschrecken, Das schaurige Haus in die Hände zu nehmen. Wer aber etwas stärkere Nerven hat, dem rät PAULA FRANK (12 Jahre) zuzugreifen.

     

    Wie funktionieren Eltern?

    Katies unverzichtbare Gebrauchsanweisung für die katastrophenfreie Steuerung deines Erziehungsberechtigten ist mehr als ein Roman. Nebenbei kann man erfahren, wie man kleinere Reparaturen an seinen Eltern selbst vornehmen kann. Unsere Jugendbuchexpertin KATJA GUCKENBERGER (12 Jahre) findet das Buch mit ihrer Fast-Namensvetterin nicht nur hilfreich, sondern vor allem sehr lustig.

     

    Verfluchtes Mittelalter

    2011 erhielt Ulrike Poznanski für ihren gelungenen Jugendroman „Erebos“ den Preis der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises. Nun legt sie nach, mit einem Roman, der seine Leser in die Welt der Mittelalter-Conventions führt. Die Erwartungen sind hoch, werden sie auch erfüllt? Von BEATE MAINKA

     

    In Bedrängnis

    Lissy Winterhart, die gebeutelte Heldin aus Herz, Klopf! ist zurück, stachelig, bissig, abweisend und zugleich ängstlich, mitfühlend und liebebedürftig, wie eh und je. Begegnungen mit anderen Menschen verlaufen unverändert heftig, Lissys Bemühungen um Kontrolle, auch ihrer selbst, scheinen immer noch zum Scheitern verurteilt. Diesesmal schlägt auch noch die Liebe zu, die ganz große, und Lissy steht in all ihren Verstrickungen plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Sie hat sich zu viel zugemutet. Das gilt allerdings auch für die Autorin, fand MAGALI HEISSLER nach der Lektüre von Agnes Hammers Jugendthriller Nacht, komm!

     

    Das Bildnis

    Sabine Ludwig hat mit Painting Marlene ein Jugendbuch geschrieben, das LIA DOLFUS nicht aus der Hand legen wollte und sie mindestens vier Mal überzeugte, den Täter nun aber wirklich entlarvt zu haben.

     

    Wo das Erzählen noch geholfen hat

    Märchenbücher müssen dick sein und geheimnisvoll wirken, so ähnlich wie Zauberbücher voller magischer Zaubersprüche. Und genau so sieht Michael Köhlmeiers Sammlung von 100 Märchen aus: ein unheimlicher Rabe auf uraltem Pergament wartet nur darauf, dass wir uns an 100 Geschichten aus aller Welt wagen. ANDREA WANNER hat sich von der Beschwörungsformel »Es war einmal …« in Bann ziehen lassen.

     

    Traumberuf Model?

    Beim Betrachten des Titelbildes denkt man sofort an Iman, das Vorzeigemodel der Moderbranche aus Somalia. Wer jetzt allerdings eine mit Klischees behaftete Aschenputtel-Geschichte über den kometenhaften Aufstieg eines jungen Mädchens zum neuen Star der Laufstege erwartet, der wird eindringlich und überraschend enttäuscht. Von BEATE MAINKA

     

    Erdenschwer

    Wer träumte nicht davon, Flügel zu haben, sie auszubreiten und sich hinauf in die Lüfte schwingen zu können, um davon zu fliegen. Lucy Christopher verbindet in Isla Schwanenmädchen diesen alten Menschheitstraum mit klassischen Märchenmotiven und einer ernsten Familiengeschichte. Leider genügt ihr das nicht. Und so werden erzählerische Konventionen zu Bleigewichten, die den Flug – kaum begonnen – mit einer Bruchlandung enden lassen. Von MAGALI HEISSLER

     

    Ein entwischtes Engergieteilchen

    Über Buchcover lässt sich streiten. Und wahrscheinlich greift ein junger Leser zielsicher nach genau dem Buch, das ein Erwachsener mit einem einzigen Blick auf das Äußere verschmäht.  In diesem Fall hätte der junge Leser Glück und der erwachsene Pech gehabt. ANDREA WANNER spricht aus Erfahrung, denn beinahe hätte sie eines der Highlights des Bücherherbsts verpasst.

     

    Was Politik in einem privaten Leben anrichten kann

    Hamayuns Probleme mit den Taliban und der ersten Liebe. Anoush Elman und Edward van de Vendel erzählen die Geschichte einer Flucht. Von GEORG PATZER

     

    Verschwommene Sicht

    Mit sechzehn ist es höchste Zeit, die Kinderstube zu verlassen. Das ist jedoch nicht nur unbequem, sondern kann auch verflixt weh tun, da so manche kindliche Illusion einem scharfen Blick nicht standhält. Kein Wunder, dass manche Jugendliche sich vor solchen Erfahrungen drücken. Francesco Gungui führt in seinem umfangreichen Roman Ich mag dich, wie du bist leider nicht nur seine Heldin auf verschlungene Wege durch den Dunst, sondern auch die Leserinnen. MAGALI HEISSLER folgte ihnen eher kopfschüttelnd durch das vielfach künstlich eingenebelte Labyrinth.

     

    Der Freund aus dem Labor

    Charlotte Kerner hat mit Blueprint bereits ein sehr erfolgreiches Buch zum Thema »Klonen« verfasst. Auch ihr neuer Roman, Jane Reloaded, beschäftigt sich mit dieser Thematik, allerdings ist die Handlung hier noch weiter in die Zukunft versetzt. Unsere Jugendbuchexpertin SOPHIA RIESSBECK (12 Jahre) hat das Buch probegelesen und fühlt sich von der Autorin zwar belehrt, aber wenig unterhalten.

     

    Wer ist Vango?

    Paris 1934. Im Alter von 19 Jahren soll Vango vor der Kathedrale Notre Dame zum Priester geweiht werden. Doch es kommt alles ganz anders. Eine Jagd durch Raum und Zeit beginnt. Und an dem Leser nagt ständig eine Frage: Wer ist Vango? Von TANJA LINDAUER

     

    Sein und Schein

    Man muss ja nicht immer gleich bei Nietzsche oder Schopenhauer nachschlagen, um die Welt zu verstehen. Man kann ja auch mal selber nachdenken, was es mit der Welt auf sich hat. GEORG PATZER hat das an dem Buch Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da? probiert.

     

    Nach dem großen Knall

    Wieder ein neuer Verlag, der sich an den Fantasy-Hype dranhängt und versucht, aus dem 100. Biss-Aufguss noch Geld zu machen, könnte man bei der neuen Reihe INK des Egmont-Verlages denken. Doch ein genauerer Blick lohnt, stellte BEATE MAINKA fest …

     

    Graswurzelliebe

    Liebe zu empfinden scheint eine einfache Sache zu sein, tatsächlich ist es eine ziemlich komplizierte. Liebe hat einiges damit zu tun, dass man stabile Verbindungen akzeptieren kann, gleich, ob man eine Sache liebt oder einen Menschen. Manchmal aber spielt das Leben so, dass Verbindungen keine Zeit dazu haben, stabiler zu werden. In dem Fall gewöhnt man sich ans Ungewisse, vor allem, wenn man noch sehr jung ist. Was passiert, wenn aus schierem Hinnehmen von Gegebenheiten plötzliche kleine Wurzeln echter Zuneigung schlagen, ist das Thema des neuen Romans von Marjolijn Hof – Nie ist ganz schön lang. Von MAGALI HEISSLER

     

    Die Gefahr, dem Leben verloren zu gehen

    Jung, männlich, schwul und das in einer typischen US-amerikanischen Neubausiedlung im typischen US-amerikanischen Mittleren Westen. Kennt man die Stichworte? Klar. Gibt es dazu noch etwas zu sagen? Nein, ist man versucht zu antworten. Damit würde einem aber wirklich etwas entgehen. Der junge Autor Nick Burd mag nicht unbedingt das Ausnahmetalent sein, als das ihn die zu sinnlosen Superlativen neigende Presse in den USA abfeierte, aber mit seinem Erstling Die Wonnen der Gewöhnlichkeit hat er tatsächlich weitgehend Außerordentliches geleistet, findet MAGALI HEISSLER.

     

    Mein Onkel, die Stasi und die Fußball-WM 1974

    21 Jahre nach der Wiedervereinigung hat sich der renommierte Autor Manfred Theisen eines Themas angenommen, das für die junge Generation Gesamtdeutscher allmählich in Vergessenheit gerät. Verpackt in eine spannende Agentengeschichte erzählt er von Geschehnissen, die so oder ähnlich tatsächlich passiert sind; und schreibt damit gegen das Verdrängen und Vergessen der Stasi-Vergangenheit der DDR an. Von BEATE MAINKA.

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