• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Montag, 21. August 2017 | 06:43

     

    Angst und Begehren

    Joyces Dublin stinkt, aber Ulrich Lampen hält sich die Nase zu

     

    „Nichts anderes hätte ich erwartet“, würde James Joyce wohl die Tatsache kommentieren, dass ein öffentlich-rechtlicher deutscher Radiosender (SWR2) am heutigen 16. Juni einen ganzen Sendetag räumt, um in 22 Stunden eine Hörspielfassung seines Romans Ulysses zu bringen, die zudem mit so gut wie allen Schauspielern besetzt ist, die im deutschsprachigen Theater Rang und Klang haben; und würde hinzufügen: „Ein bisschen spät.“ Von MATHIAS TRETTER

     

    James Joyce: Ein Porträt des Künstlers als junger Mann und Geschichten von Shem und Shaun/Tales Told of Shem and Shaun

    Eigentlich sollte man meinen, dass an »Joyce auf Deutsch« nicht gerade eklatanter Mangel herrscht. Es gibt ihn in Einzel- und Gesamtausgaben, gebunden oder als Taschenbuch, als kostbar edierte ausgekoppelte Miniaturen, dazu Finnegans Wake komplett im Monumentalformat und antiquarische, noch vom Autor selbst zertifizierte Ur-Übersetzungen. All das ist greif- und kaum noch zählbar. Trotzdem erscheinen pünktlich zum diesjährigen Bloomsday zwei neue Übersetzungen, Ein Porträt des Künstlers als junger Mann und Geschichten von Shem und Shaun/Tales Told of Shem and Shaun. »Warum?«, fragt sich PIEKE BIERMANN.

     

     

    Von der Verrohung des Bürgertums

    Ja, die Welt ist schlecht, weil ungleich. Aber hurra – wir tun doch was! Das Netzwerk der »Tafeln« sorgt dafür, dass auch Hartz-IV-ler würdig zu essen bekommen. Konzerne aus der reichen westlichen kreieren in der armen »Dritten Welt« neue Jobs für Frauen; mit unseren Microkrediten können sie sich sogar eine eigene Existenz aufbauen. Aber in Deutschland soll sich doch bitte niemand über Armut beschweren, das ist Jammern auf Luxusniveau. Wirklich? Kathrin Hartmann sieht das ganz anders. Wie und warum, belegt sie in ihrem neuen Buch Wir müssen leider draussen bleiben – Die neue Armut in der Konsumgesellschaft. Von PIEKE BIERMANN

     

    Steampunk Made in Germany

    Benjamin Schreuder und Felix Mertikat nehmen sich in Steam Noir – Das Kupferherz des oft stiefmütterlich behandelten Steampunk-Genres an. PETER KLEMENT hat den beiden ein paar Fragen zu Schlapphüten, IP-Bibles und demolierten Türen gestellt – und spannende Antworten bekommen.

     

    Die Faszination des Grauens

    Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die zweibändige Neuausgabe mit der Prosaübersetzung des renommierten Mediävisten Kurt Flasch liefert einen willkommenen Anlass, Werk und Rezeption einmal wieder in Augenschein zu nehmen. Von STEPHANIE RAPPL

     

    Schwere ästhetische Nüsse knacken

    Mit der Besprechung des Katalogs der Frankfurter Schau Beckmann & Amerika beschließt SEBASTIAN KARNATZ den außergewöhnlichen 2011er Beckmann-Marathon.

     

    Occupy the Feuilletons!

    Wer heutzutage noch die Feuilletons liest, hat oft den Eindruck, dass die Kulturerzieher alles Erdenkliche daran setzen, um bei ihren Lesern eine Bibliophobie zu erzeugen. Unsere leisen Zweifel an der hier waltenden Sachkompetenz sind inzwischen der sicheren Erkenntnis gewichen, dass man Böcke – vor allem aber Ziegen – zu Gärtnern gemacht hat.

     

    Ein plakatives Statement von THOR KUNKEL zum Aufrütteln der resignierten Leser, die Literatur nicht abzuschreiben und die eigene Meinung als relevant zu definieren.

     

    Ansteckungsgefahr

    Maler Guido Sieber und Autor Franz Dobler werfen einen fachmännischen wie von persönlicher Begeisterung gleichermaßen geprägten Blick auf Klischees und große Momente der Geschichte der Rock- und Popkultur. Der bereits vor knapp einem Jahr anlässlich einer Ausstellung erschienene Band ist über Umwege verspätet in der Redaktion gelandet. Macht nichts, die Infektionsgefahr ist die gleiche gebliebenen: Wen das Rock´n´Roll Fever hier nicht packt, der ist immun – meint TOM ASAM.

     

    Der Nebel des Informationskriegs

    Was machen eigentlich die Whistleblower-Plattform »Wikileaks« und ihr nicht unumstrittener Frontmann? Seit Julian Assange in England unter Arrest gestellt worden war, verebbten die Nachrichten rund um den charismatischen Computerspezialisten und brillanten Selbstdarsteller zunächst. Größere Scoops, wie die für Januar 2011 angekündigte Veröffentlichung von brisanten Protokollen aus dem Innenleben der »Bank of America«, waren verpufft. Wegbegleiter haben sich abgewandt und Befürworter sind leiser geworden. Andere Organisationen griffen die Arbeit von Wikileaks mal mehr, mal weniger publikumswirksam und mit wechselndem Erfolg auf. Nun hat sich Wikileaks ungewollt mit einem selbstzerstörerischen Paukenschlag zurückgemeldet. JÖRG FUCHS hat sich in der Welt der Whistleblower umgesehen.

     

    Ortsverschiebungen

    Ein Satz, der etwas furchtbar Trauriges mit einer positiven Botschaft zu verbinden versucht: Auch nach dem Tod des Mitherausgebers Martin Büsser wird Testcard – Beiträge zur Popgeschichte weitergeführt. Von TOM ASAM

     

    Beruf: Freund

    Anlässlich des Erscheinens von Matthias Zschokkes Opus magnum Lieber Niels

     

    Ein genialer Streber

    Es gilt einen anderen Rudolf Steiner zu entdecken: einen Visionär und Kunstschaffenden von internationalem Rang. Zur Entdeckung rät dringend MATHIAS LISTL.

     

    Ein berückender Entwicklungsroman

    »Ich ziehe es vor, als Optimist zu leben und mich zu irren, denn als Pessimist zu leben und immer Recht zu haben.« - Der französische Autor Jean-Michel Guenassia debütiert als Romancier mit dem bereits in Frankreich preisgekrönten Roman Der Club der unverbesserlichen Optimisten. Eine gelungene Mischung aus französischem Charme und Intellektualismus mit einer Prise Kitsch und einer Spur Skurrilität – findet HUBERT HOLZMANN.

     

    Eine wunderbare literarische Entdeckung

    Jack Kerouacs Mein Bruder, die See erzählt von der Flucht aus der unsicheren Alltagswelt New Yorks ans rettende Deck eines Handelsschiffes. Von HUBERT HOLZMANN

     

    Und der Himmel wird sich verdunkeln vor Kätzchen

    Der neue Aktivismus und der lange Fall eines kollektiven Bewusstseins: Eine Kriegsberichterstattung von den digitalen Fronten, an denen Anonymous sich formten. Von JAN FISCHER

     

    Und der Himmel wird sich verdunkeln vor Kätzchen

    Der neue Aktivismus und der lange Fall eines kollektiven Bewusstseins: Eine Kriegsberichterstattung von den digitalen Fronten, an denen Anonymous sich formten. Von JAN FISCHER

     

    Any attempt to understand the motivation of these occurrences is blocked by our own anthropomorphism. Where there are no men, there cannot be motives accessible to men.

    (Stanislaw Lem: Solaris)

     

    We are Anonymous.

    We are Legion.

    We do not Forgive.

    We do not Forget.

    (Anonymous)

    Artistische & dokumentarische Selbstdarstellungen

    Eine Festivalbericht von WOLFRAM SCHÜTTE

     

    Der Elefant in einer Gefängniswelt

    Junge Osteuropäer beim Warschauer Internationalen Filmfestival. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Ins Gelingen verliebt oder: Was ich getan habe

    Der Verleger Siegfried Unseld verfasst seine “Chroniken”. Von WOLFRAM SCHÜTTE

     

    Der Mythos lebt von Erinnerung

    Zum Tod von Louise Bourgeois, der Grande Dame der zeitgenössischen Kunst. Von ANNA-LENA KRÄMER

     

    Ameise im Elfenbeinturm

    Was diesen Band vor allem lesenswert macht, ist das (Selbst-)Bild eines aufrichtigen Menschen, das bei der Lektüre entsteht. INGO AREND über Orhan Pamuks Aufsatzsammlung "Der Koffer meines Vaters".

     

    Jon Baeksgaard und die brennenden Türme des WTC

    Stig Dalager wurde 1952 in Kopenhagen geboren, wo er nach längeren Aufenthalten in Leipzig, New York und Wien auch heute wieder lebt. MONIKA THEES sprach mit Stig Dalager über „harte“ Fakten, literarische Fiktion und den Erfolg des politischen Thrillers Im Schattenland.

     

    Im Haus der Häuser

    WOLFRAM SCHÜTTE über den großen italienischen Epiker Andrea Giovene, dessen erzählerische Feldstudie des Archaischen nun endlich in der Übersetzung von Moshe Kahn auf Deutsch entdeckt werden kann.

     

    Sichtbares Denken

    Deleuzes Philosophie der Vielfalt wird in Deutschland noch immer als sprunghaft und beliebig verkannt. Allein die Kultur- und Medienwissenschaften nehmen Deleuze ernst. Vertreter der Philosophie sehen darin nur einen zusätzlichen Beweis, dass er keine Aufmerksamkeit verdient. Außerdem schreibt Deleuze philosophische Werke mit Stil, was ohnehin als ungenau gilt. In Frankreich ist von solcher Abweisung nichts zu spüren. Und das zu Recht, denn Deleuzes Offenheit verdankt sich seiner Stringenz. Bescheidenheit ja, aber mit der Spitze der Intelligenz –  genau das veranschaulicht Abécédaire, der einzige Film, der Deleuze vor einer Kamera zeigt. Von LINE SORYANO

     

    Der Fluch des Ich

    In Auch Deutsche unter den Opfern kommt Benjamin v. Stuckrad-Barre endlich mit sich selbst als Protagonist klar. JAN FISCHER über einen überzeugenden Neuanfang.

     

    Zum Teufel mit der Freiheit!

    Mit Heavy Rain distanziert sich das französische Entwicklerteam Quantic Dream bewusst von den unendlichen Weiten der Online-Rollenspiele und sucht Zuflucht bei restriktivem Storytelling. Dabei nutzt der Psychothriller die Grenzen der Dramaturgie, um die Spieler mit ihrer eigenen Moral zu konfrontieren. Von DANIEL WÜLLNER

     

    Eine Zeitung als Wunscherfüllungsmaschine

    Die neueste Ausgabe von Dave Eggers’ Literaturzeitschrift McSweeney’s Quarterly Concern kommt als eineinhalb Kilo schweres Zeitungspaket daher. BRIGITTE HELBLING hat sie gelesen.

     

    Liebe! Sex! Die Seele!

    Obwohl Soul Kitchen bestimmt nicht Fatih Akins Meisterwerk ist, fällt es doch schwer, sich seinem Charme zu entziehen. Eine schnelle, coole und witzige Komödie, die sich nicht um politische Korrektheit oder intellektuellen Anspruch schert. Von MARIEKE STEINHOFF

     

    Was machst du hier eigentlich?

    „To air is human“  (Bjorn Turoq)


    Wie ich einmal drittbester Luftgitarrist Deutschlands wurde. Von JAN FISCHER

     

    Literatur & Verbrechen, Wirklichkeit & Wahnwitz

    Zu den rätselhaftesten Roman-Projekten der gegenwärtigen Weltliteratur zählt das monumentale Fragment 2666 des Lateinamerikaners Roberto Bolano, der über seiner Fertigstellung mit nur 50 Jahren 2003 gestorben ist. In dieser Zeit der dicken Bücher ist das von Christian Hansen vorzüglich übersetzte 2666 mit seinen knapp 1100 Seiten eine der größten literarischen Herausforderungen. Ein Lektürebericht in drei Teilen von WOLFRAM SCHÜTTE (1).

     

    Kopulation ist nicht geiler als der Tod

    Walt Whitmans „Ich“ fliegt über Amerika. Und was sollen wir damit, wir Nichtamerikaner? Whitmans Grasblätter sind auch uns zugeeignet, den Bewohnern „fremder Länder“:

     

    Ich hörte, daß ihr etwas erbittet, dieses Rätsel der Neuen Welt zu bekunden / und Amerika zu erklären, seine athletische Demokratie,/Deshalb sende ich euch meine Gedichte, damit ihr in ihnen erblickt, was ihr verlangt.

    Von BRIGITTE HELBLING 

     

    Das solipsistische Genie mit dem Scheuerlappen

    Séraphine Luis gilt in der Malereigeschichte manchen Historikern als die „größte naive Malerin der Welt”. Der französische Autor und Regisseur Martin Provost hat für seine biografische Phantasie über Séraphine 7 Césars gewonnen. Der meistdekorierte französische Film von 2008 kommt am 17. Dezember in deutschen Kinos. Von WOLFRAM SCHÜTTE

     

    Phantásien ist keine Falle

    Über das Ewig-Kindliche in Erinnerung an Michael Ende, der am 12. November 80 Jahre alt geworden wäre. Von MARTIN BEYER

     

    Der Pfarrer & die Mörderin oder Miss Kiki in Taipeh

    Autorenfilme auf dem 58. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.

    Nach der Berlinale ist das für Spiel- & Dokumentarfilme offene (58.) Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg das älteste in Deutschland. Es favorisiert den Autorenfilm: ein Ort der Entdeckungen für Cinéasten und für ein Publikum, das neugierig ist auf den kinematografischen Reichtum jenseits des Mainstreams…Von WOLFRAM SCHÜTTE

     

    Die Entdeckung der Leidenschaft

    In der medialen Überproduktion vermeintlich erotischer Sujets bleibt die angestrebte und eigentliche Erotik viel zu oft auf der Strecke. Dass dies aber durchaus nicht so sein muss, zeigen wir Ihnen in unserer Rubrik „Sex and Crime“, in der wir in loser Folge einige, dem Vergessen anheimgestellte und einige ewig lebendige Eroten unserer Zeit aus Literatur, Musik und Film vorstellen. In dieser Woche beschäftigt Anica Richter die Frage, inwiefern Rousseau die Kausalitätenkette abgebrochenes Jurastudium – Bankraub – Talkshow leidenschaftlich durchbrochen hätte, und warum Romy Schneider die Verrohung des Burkhard Driest als ganz und gar angenehm empfunden haben mag.

     

    Reed The Page

    In der Überproduktion vermeintlich erotischer Bilder bleibt die Erotik viel zu oft auf der Strecke. Deswegen stellen wir Ihnen in unserer neuen Reihe „Sex and Crime“ in loser Folge spannende Eroten aus Literatur, Musik und Film vor. In dieser Woche ergründet Anica Richter, warum Lou Reed und Bettie Page ein ganz hervorragendes Paar abgegeben hätten und was Leopold von Sacher-Masoch von dieser Konstellation gehalten hätte.

     

    Knacken und Rauschen

    JAN FISCHER ist gewandert, viele Wochen. Durch Deutschland, Belgien, Frankreich, von Hildesheim nach Bordeaux. Nicht alleine, sondern in einer kleinen Gruppe. Und abends gabs kein Fernsehen, sondern Literatur. Ein Essay über die Wiederentdeckung dieser lustigen kleinen Kulturtechnik namens Vorlesen.

     

    Ein paar Überlegungen zum wirtschaftlichen Umbau der Kultur in seriösen Printmedien

    Seit bei den Printmedien der sie finanzierende Anzeigenmarkt im neuen Jahrtausend unwiederbringlich eingebrochen ist und die Presse sich nach neuen Möglichkeiten zu ihrer Existenzsicherung umsehen muss, geraten auch bei den Qualitätszeitungen manche Grundprinzipien des Journalismus in eine Schieflage. Z.B. die “strikte Trennung” des journalistischen Teils (der Redaktion) vom Anzeigenmarkt. Von WOLFRAM SCHÜTTE

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Petraeus und sein Stab

    Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Zwischen Karikatur und Avantgarde

    Lyonel Feininger ist eine Ikone der Klassischen Avantgarde. Er hat einen festen Platz im Lieblingsmaler-Pantheon. Doch auch solch ein Weltrangmeister ist nicht vom Himmel gefallen. Die Ausstellung ...

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter