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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 26. Mai 2017 | 22:47

     

    Helge Schneider: Mendy, das Wusical

    14.03.2004


    Chaotenfamilie

    Die aberwitzige Geschichte von Mendy und ihrem Pferd Mocca legt den Grundstein für ein Stück absurdes Hörspiel, in dem so illustre Rollen wie das „Pausenpolizeihähnchen“, das Pferd „Flying Tambourine“ und das Pferd „Dr. Rainer Klimke“ zu besetzen waren.


     

    Vor kurzem erst heimste Helge Schneider der in Bonn beheimateten Kabarettpreis „Prix Pantheon 2004“ ein. Diese angesehene Auszeichnung erhielt er nicht zuletzt für sein erste Wusical, das in typisch Schneiderscher Verballhornung seinen ersten Buchstaben mit „Mendy“ tauschen musste. Vor ihm erhielten schon so bedeutende ernsthafte Spaßverbreiter und Satiriker wie Georg Kreisler und Gerhard Polt diesen Preis.

    Nun also Mendy, die vor Schneiders Eingriff Wendy hieß und mit einem Pferd namens Mocca in starker, tierischer Liebe durchs jugendliche Leben zieht. Diese Leben scheint eines der schwierigsten zu sein, denn Mendy hat ein Zuhause, um das niemand sie beneiden sollte. Ihr Vater sitzt im Rollstuhl: „So früh schon auf den Beinen“, begrüßt sie ihn morgens. Ihre Mutter? „Der Knecht poppt die Mutter auf dem Strohballen durch.“ Damit ist eigentlich alles gesagt über diese Chaotenfamilie, in der der alte Knattersack, dieser nur meckernde Vater, den Ton mittels seiner ewig schlechten Laune angibt.

    Nun scheiden sich bei Schneider bekanntlich die Geister. Entweder für ihn oder gegen ihn, dazwischen gibt es nichts. Die singende Herrentorte tischt hier harte, unflätige Kost auf, ein Komiker, der nirgendwo seines gleichen hat. Der anarchische, freundlicher Clown, dessen Witz bereits alles flach legt, wenn er noch gar nichts gesagt hat, schuf ein Drama im Tier- und Menschenreich, das spannend ist und jede Menge Musik verarbeitet. Da kommt auch schon mal ein Vers wie dieser in eine gesungene Endlosschleife: „Die alte Stute ist zum letzten Mal besamt.“

    Bei ihm liegt alles in einem Mund, denn Schneider spricht sämtliche Rollen. Was bei anderen platt und einfältig wirkt, erscheint bei ihm wie modelliert. Seine Sprache ist direkt, zuweilen prollig, oft fäkalisch („Verschwinde wie der Furz im Winde.“). Die aberwitzige Geschichte von Mendy und ihrem Pferd Mocca legt den Grundstein für ein Stück absurdes Hörspiel, in dem so illustre Rollen wie das „Pausenpolizeihähnchen“, das Pferd „Flying Tambourine“ und das Pferd „Dr. Rainer Klimke“ zu besetzen waren. Aber die Geschichte endet friedlich, womit wieder einmal bewiesen wäre, dass bei allem aberwitzigen Treiben des Helge Schneider das Gute die Oberhand behält. Auch wenn manchmal nicht ganz erkennbar ist, in welcher Person das Gute existiert.

    Klaus Hübner


    Helge Schneider: Mendy, das Wusical. Gelesen von ihm. Tacheles RD 2433195. Vertrieb: Indigo (3177-2). ISBN 3-936186-47-2

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