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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 20. August 2017 | 17:31

     

    Gisbert Haefs: Matzbach fährt nach Schweden

    14.03.2004

     

    Feiste Feingeisterei


    17 Jahre nach dem Roman erscheint nun die CD Matzbach fährt nach Schweden. Man fragt sich: Warum? Ist doch gerade das Haltbarkeitsdatum des Plots weit überschritten.


     

    Vorweg: Es ist wirklich Geschmackssache, diese Studienratliteratur eines Gisbert Haef. Sein Held, Freizeitagent Matzbach, ist einfach zu komisch, um wirklich komisch zu sein. Sein Sermon kommt so bildungsbreit daher, dass der Autor gezwungen war, diesen schon völlig Überzeichneten, noch weiter zu karikieren und verpasst der Schöngeistigkeit kurzerhand eine wahrhaft abstoßende Physis. Fortan ist Matzbach zur Kontrastierung seiner selbst vornehmlich damit beschäftigt zwischen den Bonmots, der Völlerei zu frönen und viele Bäuerchen zu machen. All das versehen mit einem gehörig Fuder Herrenreiterei - zum Beischlaf, äh ... Bleistift, äh ... Beispiel (O-Ton Matzbach). Es ist, wie längst erwähnt, eben eine Chose des Gouts. Und über den sollte man manches Mal erst gar nicht zu streiten beginnen.

    Regie oder Nichtregie - war das hier die Frage?

    Die wundersame Stimme von Thomas Lang gibt ihr bestes, diesen detektivischen Golem ins Leben zu stoßen. Viel Unterstützung erhält sie dabei nicht. Silke Haupt spricht die tumbe Hinterfotze Ines, Auftraggeberin Matzbachs für das ungeklärte Verschwinden ihres Mannes, mit solch einer Einfalt und Eindimensionalität, dass bei allen Kapricen des Textes dennoch nie rechtes Plänkeln zwischen beiden aufkommen will. Es ist eine Lesung, bei der sich zwar mal eine Schreibmaschine leise durch den Hintergrund nagen darf, das Beiwort "szenisch" ansonsten jedoch völlig wesenlos erscheint.

    Kein Platz für alte Plots

    Bliebe noch die Story. Das Figureninventar ist eins, zwei, drei überblickt, der Täter haste nicht gesehen aufgespürt. Wohl deswegen wird dem Ganzen nun eine Pointe aufmontiert, die sich eigentlich gewaschen haben sollte. Sie gerät jedoch mitsamt ihrem fetten Recken zum unmöglichen Zerrbild. Gerade dieser Matzbach-Krimi hat an Aktualität dermaßen eingebüßt, dass man sich fragt, warum er überhaupt produziert worden ist. Da beschleicht einen vorschnell der Verdacht, dass es sich hier samt und sonders um Fließbandproduktionen handeln könnte, über deren Platziertheit nicht groß nachgedacht wurde. In globo, toto und corpore eine Enttäuschung. Zwar werden Fans des feisten Feingeists über vieles hinwegsehen wollen - doch leider wird, wer hier Trost sucht, keinen finden.

    Christoph Pollmann


    Gisbert Haefs: Matzbach fährt nach Schweden. Szenische Lesung mit Thomas Lang, Axel Ludwig u.a. Erschienen bei: Audiobuch Verlag Freiburg. 2 CDs, ca. 90 min. Preis : 19,90 EUR. ISBN 3-89964-027-6.

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