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    Donnerstag, 25. Mai 2017 | 18:18

    Kurt Schwitters: Urwerk

    06.03.2008

    Sprachmusik

    Rothschild's CD-Tipp: Beim Anhören stellt man fest, wie schwierig es ist, nicht nach Bedeutungsanklängen zu fahnden, Silben nur als phonetische Gebilde wahrzunehmen.

     

    Die „Ursonate“ von Kurt Schwitters gilt zu Recht als Mutter aller Lautdichtung. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gab es an verschiedenen Orten Versuche, in einer „transmentalen Sprache“ zu dichten, mit einer von Semantik befreiten, nur auf sich selbst verweisenden Sprache. Aber der Titel des Langgedichts von Schwitters lädt in besonderem Maße zum Vortrag ein. Er nimmt die Bezeichnung einer musikalischen Form auf und nähert somit die Literatur einer Kunst an, die nicht auf eine außerkünstlerische Wirklichkeit rekurriert.
    Da die „Partitur“ der „Ursonate“ keine Anweisungen zur Tonhöhe, zur Lautstärke, zur Länge der Vokale und zum Tempo gibt, lässt sie sehr unterschiedliche Interpretationen zu. Es gibt eine kurze Aufnahme vom Autor selbst, die aber ebenso wenig als dogmatisches Modell dienen muss wie die Einspielung eines Klavierwerks durch den Komponisten. Zweitausendeins hat nun eine vierstündige MP3-CD herausgebracht, die das Vergnügen gewährt, verschiedene Interpretationen der „Ursonate“ und anderer Lautdichtungen von Kurt Schwitters zu vergleichen.

    Zu den Interpreten gehören Gerhard Rühm, dessen eigene Dichtung ohne Schwitters schwer vorstellbar ist, Max Ernst, der die „Ursonate“ in einer Rede zitierte, der Sohn von Kurt Schwitters Ernst, dessen eigene, 1993 bei wergo erschienene Stimme lange als die seines Vaters galt, die Dichterkollegen Raoul Hausmann und Otto Nebel. Die musikalischste Version liefert das Trio Exvoco, das sich kontinuierlich und virtuos um Schwitters bemüht hat. Beim Anhören stellt man fest, wie schwierig es ist, nicht nach Bedeutungsanklängen zu fahnden, Silben nur als phonetische Gebilde wahrzunehmen. Auch bei der zwanghaften Suche nach Ordnungsprinzipien fallen einem sogleich die vertrautesten, etwa das Alphabet auf. Wir sind geprägt, Sprache und Literatur als „sinnvoll“ zu verstehen. Der Traum von Schwitters, Chlebnikov und anderen ist nur bruchstückhaft in Erfüllung gegangen.

    Ein besonderes Lob gebührt dem Begleitbuch. Es ist grafisch schön gestaltet und enthält eine Menge nützlicher Informationen. Es fehlt, wohl aus rechtlichen Gründen, lediglich – die „Ursonate“.

    Hörproben bei Zweitausendeins

     

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    Kommentar:
    warum nicht:)
    | von Nina-online, 04.03.2010

    ... bis sie dann gestorben sind.

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