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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. Juli 2017 | 04:39

     

    Carl Michael Bellmann: Fredmans Episteln

    21.02.2007


    Ein Saufaus Gottes

    Eine Rezension in Versen?
    Schmeißt ihn raus, den Redakteur!
    In höchstem Bogen, Tritt in Arsch,
    dieser Hund soll niemals mehr!

     

    Ein „aber“ hat er noch, der skribbelnde Wicht:
    Diese Zeilen sind eh´ für ´ne kleine Gemeinde.
    Und wer mich jetzt nicht hören will,
    schließt eben still die Reihen meiner Feinde.

    Und so fahre ich fort zu rezensieren
    von einem Schweden, stets besoffen.
    Der Leser stutzt nicht lang und fragt:
    Was darf man denn von so einem hoffen?

    Suffköppe gibt´s bekanntlich viele
    und schreibt er noch, so behüten uns die Musen!
    Er wähnt sich Bukowski und ist nur ein Depp,
    der wahnt von Vollbier & Busen.

    Carl Michael Bellman, Epoche: Rokoko.
    Man hört den Leser schon denken Aha! und Soso?
    Ziert´ dieser Stil nicht einst Fassaden
    Klebrig, tortig und überladen?

    (Dagegen ist leider nicht allzu viel zu sagen...)

    Ein Anakreon war er! Selten gehört?
    Das ist einer, der die Frauen betört
    mit süßem Getriller von Lieb´ und von Wein.
    Dann heißt er die lallen Weiber heiter sein,

    auf den Putz und auf die Kacke klopfen,
    bis alle Fässer aus den letzten Löchern tropfen
    und schließlich die ganze Welt versinkt...
    Sodann wird brav nach Haus gehinkt,

    wo man sich noch den Atem spült,
    die harte Leber wird befühlt,
    rasch noch ein Gebet gesprochen:
    Morgen abstinent – versprochen!

    Aber lasst ihn nur beten, unsern Schweden,
    uns sollt´ dabei nur nicht entfallen,
    dass er, so dicht er auch gewesen,
    ein Dichter war, der mehr vermocht´ als nur lallen.

    Zu seinen Versen wird nun geflötet, cembaliert...
    Etwa bis es einen enerviert?
    Es geht so, lieber Zweifler, denn es singt
    kein Fistelknabe auf dieser Platte,
    der eine Stimmausbildung (klassisch) hatte,
    vielmehr ein Mann, der gerne swingt.

    Sein Name ist nicht weit vom Thema,
    Vorname Manfred, Nachname: Krug!
    Passt das nicht wunderbar ins Schema?
    Ist´s eigentlich Zufall, dass er diesen Namen trug?

    Trug? Er ist nicht tot! Er trägt.
    Ist siebzig, deshalb wurde aufgelegt
    die alte Platte, Jahrgang 68.
    Da staubt es aber schon beträchtlich!
    Und jetzt nach beinah vierzig Jahren
    kommt diese Mottenkiste vorgefahren?

    Warum? Der Grund ist reichlich fad.
    Weil Manne Happy Birthday hat.
    Siebzig isser, altes Haus
    und die Zigarre glimmt ihm langsam aus.

    Ob dieser Mann ein großer Skalde?
    Nun ja, ein kleiner ist er nicht. 
    Etwas hat er schon auf Halde,
    auch wenn´s ihm oft an Kunst gebricht.

    Doch derb wie er sind ja auch diese Lieder,
    voll Tod und Wein, Geröchel, Trieb und Glück!
    Himmeljauchzend zwar, doch immer wieder
    von düsterer Todesahnung auch berückt.

    Bellman war weltberühmt in Schweden,
    natürlich und geziert zugleich sein Stil,
    reich von Geburt, arm endete sein Leben,
    doch blieb von seiner Lichtgestalt so viel.

    Geil und versoffen? Er? Niemals!
    Verloren in Sinnlichkeit, trunken.
    Grell, herb, beizend, frech und wild
    und voll himmlischer Geistesfunken!

    Übersetzen? - Das haben viele versucht,
    gewachsen aber war ihm kaum ein Mann.
    Geht also, ihr Fans, nach Stockholm und sucht
    den verschollenen Grabstein im Tann!

    Oder geht tanzen, singen, grölen,
    egal wo, in Kirchen, Discohöhlen,
    auf blanken Wiesen,
    mit nichts an den Füßen

    oder flätzt breit im Sessel, der mit den Ohren
    - das Schweinsleder quiekt dazu traumverloren -
    und lasst den Manne Krug mal machen.
    Vergesst dabei eins nur nicht: Lachen!

    Christer „Maria“ Pollman


    Carl Michael Bellman: Fredmans Episteln
    Gesungen und gesprochen von Manfred Krug
    Preis: 14,95 ¤
    ISBN 3-86604-512-3
    1 CD, Laufzeit: 70 min.
    Erschienen bei: Random House

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