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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. Juli 2017 | 04:33

     

    Patricia Highsmith: Zwei Fremde im Zug

    23.02.2006

    Die Perfektion des Mordens
    Zwei junge Männer lernen sich während einer längeren Zugreise kennen. Der eine, Guy, gibt sich weltmännisch und zupackend, wohingegen Bruno wie ein verzogenes, quengelndes Kind wirkt, ohne Platz im Leben, zynisch und nach Anerkennung suchend. Trotz ihrer unterschiedlichen Mentalitäten essen sie gemeinsam und betrinken sich. Da erzählt Bruno von seinem Wunsch, etwas Außergewöhnliches zu leisten...

     

    „Warum soll ich arbeiten und Geld verdienen, wenn mein Vater doch schon genug hat?“ Brunos Vater jedoch hat nur Verachtung für seinen nichtsnutzigen Sohn übrig und hält ihn finanziell an der kurzen Leine. So reifte in Bruno schon früh der Wunsch, sich seines übermächtigen Vaters, zu entledigen. Während dieser durchzechten Nacht erfährt Bruno von Guys Eheproblemen. Er verdächtigt seine Ehefrau Miriam zwar schon seit längerem, Ehebruch zu begehen. Doch erst, als er sie mit einem anderen Mann im Bett erwischt, zieht er die Konsequenzen und will sich scheiden lassen. Hier macht Bruno den ungeheuerlichen Vorschlag: Er tötet für Guy dessen Frau Miriam und im Gegenzug soll Guy Brunos Vater töten. Guy hält das Ganze für trunkenes Geschwafel und vergisst schon beim Aussteigen aus dem Zug diesen absurden Plan. Bruno allerdings lässt die Idee nicht mehr los. Er will den Mord durchführen, auch wenn Guy seinen Teil der Abmachung nicht einhält. Für Bruno wird der Mord zum Mittel, um endlich Anerkennung zu erlangen - er will zum Mörder werden! Jedoch kann er sich vorerst nicht einmal für ein Mordwerkzeug entschieden: Erstechen, Erschießen, Erwürgen oder Erschlagen? Als ihm allerdings bewusst wird, dass er erstmals in seinem Leben etwas Außergewöhnliches tut, erstarkt sein Selbstbewusstsein und je weiter sein Plan gedeiht und er Miriam näher kommt, desto eiskalter und berechnender wird er. Perfekter als auf diesem Hörbuch kann man psychische Vorgänge wohl kaum für den Hörer erlebbar machen. Der Sprecher Hans Eckardt leistet hier Erstaunliches.

    Subtiler als im Film

    Mehr soll aber nicht von diesem Hörbuch verraten werden. Und wer jetzt lässig abwinkt und auf den gleichnamigen Kinofilm von Alfred Hitchcock verweist, dem entgeht ein brillantes Stück weltliterarischer Krimiliteratur. Denn obwohl der Film auf dem Buch basiert, hat dieser bis auf die Grundidee kaum etwas mit diesem Psychothriller der Extraklasse zu tun. Die eigentliche Handlung tritt hinter die fein gearbeitete psychologische Entwicklung der beiden Protagonisten zurück, die sich in inneren Monologen oder indirekter Rede abspielt, die von einem hervorragenden Sprecher dem Hörer nahezu perfekt nahegebracht wird. Denn die Grundidee ist so simpel wie unschlagbar: Der perfekte, unaufklärbare Mord, wenn sich beide Beteiligten an die Abmachung halten.Fazit: Zeitlose psychologische Studie zweier junger Männer, die scheinbar zufällig in einem Zug aufeinander treffen. Hans Eckardt verleiht dem Plot durch seine perfekte Interpretation eine erschreckende Unmittelbarkeit. Für alle Freunde des subtilen Psychothrillers ist dieses Hörbuch allererste Wahl.

    Wolfgang Haan


    Patricia Highsmith: Zwei Fremde im Zug
    Ungekürzte Lesung
    Sprecher: Hans Eckardt
    9 CDs, Laufzeit: 648 Min.
    ISBN 3-89614-293-3
    Preis: 29,- ¤
    Erschienen bei: Hörbuchproduktionen

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