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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 26. April 2017 | 08:01

     

    C. Brückner liest: Deutschland Ein Wintermärchen

    03.11.2005

    Rothschild's CD-Tipp: 

    Nationaldichtung


    So einfallsreich, so präzise hat kaum ein anderer Dichter im deutschen Sprachraum seine Reime gesetzt. So frech und geistreich haben nicht viele den Mächtigen einen Spiegel vorgehalten.

     

    Fragt man einen Deutschen oder auch einen Literaturkenner im Ausland, welches Werk als Höhepunkt der deutschen Literatur zu gelten habe, so wird wohl in aller Regel Goethes „Faust“ genannt. Denkbar wäre freilich auch ein Kanon, der „Deutschland Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine zur Nationaldichtung erhebt. Dass dies nicht geschehen ist, hat Ursachen und Folgen. So recht hat man sich in Deutschland mit dem politischen Heine, dem Spötter und Demokraten, nie angefreundet. Hätte „Deutschland Ein Wintermärchen“ jenen Status, der dem „Faust“ zugebilligt wird, dann wären Witz und Ironie statt Tiefsinn und Idealismus, politische Opposition statt philosophischer Erhabenheit leitende Werte unserer Kultur.

    „Deutschland Ein Wintermärchen“ ist ein Sprachkunstwerk, das, schaut man nur genauer hin, bis heute nichts von seinem Reiz eingebüßt hat. So einfallsreich, so präzise hat kaum ein anderer Dichter im deutschen Sprachraum seine Reime gesetzt. So frech und geistreich haben nicht viele den Mächtigen einen Spiegel vorgehalten. „Deutschland Ein Wintermärchen“ zeugt von einer wachen Zeitgenossenschaft, die dennoch nach mehr als anderthalb Jahrhunderten, wenn auch manche Anspielung erklärungsbedürftig sein mag, den Anschein vermittelt, als sei sie auf heutige Zustände gemünzt. Spott und Satire genügen sich in dieser Dichtung nicht selbst. Sie zielen und treffen genau. Und die Form der Verserzählung, in unserer Zeit nicht mehr produktiv, erweist sich als der Sache so angemessen, dass wir sie genießen können, als wäre sie von heute.

    Christian Brückner nimmt sich beim Lesen dieses großartigen Werks zurück. Er verzichtet auf kraftvolle Betonung und zum Glück auch auf jene schwachsinnige Manier, Ironie durch eine süffisante Sprechmelodie zu verdoppeln, als könnte sie ansonsten vom Hörer nicht verstanden werden. Wer mit dem Auto vom Rhein Richtung Hamburg fährt, sollte diese Doppel-CD als Reiseführer dabei haben. Aber auch sonst sei sie jedem empfohlen, der „Deutschland Ein Wintermärchen“ liebt, und erst recht jedem, der es nicht kennt.

    Thomas Rothschild


    Christian Brückner liest: Heinrich Heine. Deutschland Ein Wintermärchen. parlando.

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