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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 24. Juli 2017 | 02:44

     

    Joseph Conrad: Herz der Finsternis

    29.09.2005

    Rothschild's CD-Tipp: 

    Ein Klassiker der Moderne


    Man kann diesen Text als Diagnose des Zwanzigsten Jahrhunderts begreifen, die der englisch schreibende Pole erstellt hat, als dieses gerade erst angebrochen war.

     

    Seit Gert Westphals Tod darf Christian Brückner den Platz des Vorlesers der Nation für sich beanspruchen. Charakteristisch für ihn ist die brüchige, ein wenig heisere und etwas zu hohe Stimme, die deutliche Artikulation, die ihn mit Westphal verbindet, eine eher unmanierierte Sprechweise und – auch darin konkurriert er mit Westphal – die Beliebigkeit seines Repertoires. Nicht alles, was er aufnimmt, bereichert unsere Kultur in ähnlichem Maße wie sein Konto. Umso erfreulicher, wenn sich Brückner eines der wegweisenden Werke der Moderne annimmt, das er auf vier CDs ungekürzt liest.

    Joseph Conrads wohl bekanntester Text „Herz der Finsternis“ vereint in sich drei Tugenden: eine avancierte Erzählweise, die einen immer wieder darüber staunen lässt, dass diese lange Erzählung oder dieser kurze Roman bereits 1902 geschrieben wurde; Spannung, die für Interesse weit über das literarisch gebildete Publikum hinaus sorgt; und eine Thematik, deren Aktualität seit der ersten Veröffentlichung eher zu- als abgenommen hat. „Herz der Finsternis“ hat eine psychologische und eine politische Dimension, die sich nicht gegeneinander aufrechnen lassen. „Herz der Finsternis“ bringt die Tradition des Abenteuerromans mit jener der philosophischen Erzählung zu einer Synthese. Man kann diesen Text als Diagnose des Zwanzigsten Jahrhunderts begreifen, die der englisch schreibende Pole erstellt hat, als dieses gerade erst angebrochen war. Das ist freilich weniger mysteriös, als es zunächst erscheinen mag, denn das vergangene Jahrhundert war ein Erbe des 19. Jahrhunderts, des europäischen Nationalismus, des Kolonialismus, des Individualismus mit all seinen Ambiguitäten.

    Bleibt die alte Frage, Hörbücher betreffend: wie oft hört man sich derlei eigentlich an? Ist das in einer Bibliothek, aus der man es ausleihen kann, nicht besser aufgehoben als im eigenen Plattenregal? Und ehe man es im Auto in den CD-Player schiebt: wer wollte garantieren, dass „Herz der Finsternis“ nicht stärker fesselt, als es der erforderlichen Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zuträglich ist?
    Für einen ruhigen Abend daheim aber, wenn die Augen schmerzen und man kein Buch mehr zur Hand nehmen möchte, sei diese Aufnahme empfohlen. Ob sich danach gut schlafen lässt? Nun ja…

    Thomas Rothschild


    Christian Brückner liest: Joseph Conrad: Herz der Finsternis.
    parlando Verlag, Edition Christian Brückner.
    Neuauflage Ungekürzte Lesung. Laufzeit ca. 303 Minuten. Übersetzt von Daniel Göske
    19,99 ¤.
    ISBN:3935125526

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