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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 24. Juli 2017 | 02:43

     

    Robert Gernhardt präsentiert Schiller-Gedichte

    20.06.2005

    Schiller? – Ja schon...

    Der Humorist Robert Gernhardt präsentiert in einem mehr als einstündigen Plädoyer in Sachen Schiller fast wie nebenbei dessen größten lyrischen Werke. Auch vor stilistischen Untiefen des Klassikers macht er nicht Halt und führt uns tief hinab in die Hölle der Rhetorik.

     

    Etwas verwirrend ist die Ankündigung auf der CD, Robert Gernhardt würde uns schillersche Evergreens wie Die Freude, Die Glocke, Der Ring und Der Taucher präsentieren. In Wirklichkeit reißt er diese wohl bekanntesten Texte des schwäbischen Wunderkindes nur an, zitiert Teile, manches wird gar nicht erwähnt. Viele werden enttäuscht oder gar verärgert sein ob dieser In-die-Irre-Führung des Verlags. Was Gernhardt hier in Wahrheitz zelebriert, ist ein fiktives Gerichtsverfahren, in welchem er gleichzeitig die Rolle des Anklägers und des Verteidigers übernimmt. Er klagt die zeitweilige Breite und Dicke des Marbacher Wortkeulenschmiedes an. Langatmig sei er, überpathetisch, titanisch selbst bei der Beschreibung einer klavierspielenden Frau. Zu oft passten Gegenstand und Sprache einfach nicht zusammen. Doch Gernhardt gewährt uns auch einen Einblick in offensichtliche Fehlleistungen Schillers. Besonders deutlich wird dies in Der Taucher. Da Schiller selbst nie am Meer gewesen ist – eine übrigens ganz abenteuerliche Vorstellung – wimmelt es hier vor Fehlern und seltsamsten Getier. (Man lese nur selbst wieder einmal nach.)

    Für Junggermanisten und Altgernhardtisten

    Für den Käufer, der sich einen heiteren Einblick in schwierige Materie erwartet, ist diese Produktion nicht zu empfehlen. Zu sehr hat man das Gefühl in einer Vorlesung zu sitzen: germanistisches Grundstudium. Zwar hebt sich Gernhardts Vortrag wohltuend von so mancher professoralen Fachsuada ab, aber den akademischen Gestus wird er nicht ganz los. Zwar gehört Robert Gernhardt beileibe zu den bravourösen Sprechern, dennoch ist seine weitgedrechselte Rede nur dem zuzumuten, der dessen Duktus kennt und liebgewonnen hat. Sein Humor lauert in den Zwischenräumen der Worte, sodass nur der aufmerksame und geduldige Hörer von seinen flohleichten Späßen angesprungen und durchgekitzelt wird. Ein schlichtes Nebenbei ist hier nicht drin! So bleibt uns nur zu sagen, was zeitlebens für Schiller wie für jedweden erfolgreichen Schriftsteller galt und gilt: Wirkung setzt Publikum voraus – ein möglichst großes.

    Christoph Pollmann


    Robert Gernhardt präsentiert Die Freude, Die Glocke, Der Ring und Der Taucher
    Lesung
    1 CD, Laufzeit: 75 min.
    Produktion: Südwestrundfunk
    Erschienen bei: Der Audio Verlag
    Preis: 14,95 ¤

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