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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. Juli 2017 | 04:36

     

    Balladen: Die Stimmen, die rufenden

    31.01.2005

     Tante-Emma-Balladen

    „Die Stimmen, die rufenden“ heißt die Sammlung und vereint jede Menge deutsche Klassiker mit einem modernen Spanier. Die Konzeption lässt zu wünschen übrig, doch das Material und manch berühmte Stimme trösten über viele Mängel hinweg.

     

    „Legasthenie“ fällt einem als erstes ein, wenn man das Missvergnügen hat im Booklet zu stöbern. Allerorten tritt man in große Haufen Unachtsamkeit: fehlende Strophen, konkurrierende Übersetzungen und eine Orthographie, die wahrhaft schwitzen macht. Doch kratzen wir uns den Ärger zunächst einmal lächelnd von der Sohle und äugen mit weiterem Blick ins Dargebotene: Goethe, Schiller, Uhland, Heine, Fontane, von Droste-Hülshoff, Mörike und – o Wunder! – Federico Garcia Lorca. Diese Auswahl haben wir Angela di Ciriaco-Sussdorff zu verdanken, die der ganzen dekorierten –Poeten-Kompanie noch einige Musikfetzchen angehängt hat, über deren Schlüssigkeit hier allerdings kein weiterer Streit entbrennen soll. Nur soviel: Wer Humor hat, der höre!

    „Sie erlauben?“

    „Nein, wir wollen keineswegs undankbar sein, Signora di Ciriaco-Sussdorff, haben Sie uns doch mit fast wehmütiger, ich möchte sagen: venezianischer Geste so Großgrößen wie Oskar Werner, Gustaf Gründgens und Horst Caspar wieder zu Ohren gebracht, eine Generation des vehementen Stils, des knatternden R´s, Kinder von olympischem Gebaren! Ja, wie schüchtern beinahe, Signora, schattenhaft muss es uns, muss es ihnen erschienen sein, als Sie die Geister des heutigen Kunstbetriebs in Ihre Studios luden: Katja Riemann und Hannelore Hoger, diese ungleichen Schwestern, Bernhard Minetti und Christian Brückner, die Mikrophonsouveräne. Ich beginne Sie zu verstehen, Signora di Ciriaco-Sussdorff, beginne auch den Titel zu verstehen, mit dem Sie diese Kollektion versehen haben: „Die Stimmen, die rufenden.“ Nicht wahr, es ist die Vergangenheit, die dort schreit, und sie schreit nach Kunst! Kommen Sie übrigens aus Venedig? Nein? Ich dachte nur, die schwülen Blumen auf dem Cover und... – doch lassen wir das. Nur eine Frage zum Untertitel noch, der ist nicht von Ihnen, oder? „Akzente in Balladen“, das verhunzt einem doch gleich die Andacht! Der stammt bestimmt von einem herzlosen, deutschen Redakteur! Ihr Sussdorff-Hinterteil etwa? Entschuldigen Sie, das war taktlos. Nein, ihr Deutsch ist gar nicht schlecht, Signora, recht gut sogar, wirklich. Ach, und Sie haben das mit den Texten auch ganz alleine... ? Na dann.“

    Vermasselung deutscher Poesie

    2004 kam übrigens noch eine Balladensammlung heraus: „Feuerreiter“ bei AUDIOBUCH. (vgl.: Multimorbide Mähre) Ein Sprecher, eine musikalische Gesamtkonzeption, andere Schwächen. Poetische Hörbuch-Produktionen leiden hierzulande entweder unter einem Zuviel (Rilke-Projekt, Feuerreiter) oder einem Viel-zu-wenig (vgl.: Beat it, Shakespeare!). Und warum nur überkleistert jedweder Produzent die Vortragskunst seiner Sprecher mit gutgemeinter Musik? Traut man dem Wort denn gar nichts mehr zu? Man höre nur einmal - von den Stimmen, den rufenden – Alexander Moissi und seine Interpretation des Heine´schen Belsazar. Das IST längst Musik!

    Christoph Pollmann


    Die Stimmen, die rufenden – Akzente in Balladen
    Gelesen von Katja Riemann, Oskar Werner u.v.a.
    2 CDs, Laufzeit: ca. 120 min.
    Produktion: WDR
    Erschienen bei: Random House
    Preis: 19,50 EUR
    ISBN 3-89830-757-3

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