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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 26. Juni 2017 | 10:49

     

    Geoff Dyer: But Beautiful

    08.11.2004

    ...aber wunderbar

    Die erzählerische Kraft des hoch gelobten Buches, das keine strenge Historie bedient sondern viel mehr die Emotionen und Erlebnisse hinter den Tatsachen sprechen lässt, konnte ohne Abstriche auf den Tonträger übertragen werden.

     

    Das Buch, da war sich die deutsche Kritikerkaste einig, zählt zu den besten über Jazz. Hymnische Lorbeerkränze wurden dem Autor Geoff Dyer geflochten. Und tatsächlich: selten hat man so hautnah über Jazz gelesen wie in seiner Erzählung. Durch seine Art, literarische Kriterien in die Jazzhistorie einzufügen, erhielten die Figuren ihren Lebenssaft. Dyer schrieb so einfach und so körpernah, so unaufgeregt und so verständnisvoll, als wäre er bei jedem Gespräch, bei jedem Clubgig, bei jeder Demütigung überwiegend schwarzen Musiker dabei gewesen.

    Im Hörbuch „But Beautiful“ entsteht das Wunderbare des Jazz ein zweites Mal. Matthias Brandt liest den kompletten Text mit einem Unterton, der viele Lebenspartikel aus der Zeit von Charles Mingus oder Lester Young im weichen Klang seines Instrumentes, der Stimme, in viele ergreifende dirty- und bluetones verwandelt. Die beiden großen Musiker sind neben Thelonious Monk und Chet Baker die Hauptfiguren im Jazzkosmos von Dyer. Die erzählerische Kraft des Buches, das keine strenge Historie bedient sondern viel mehr die Emotionen und Erlebnisse hinter den Tatsachen sprechen lässt, konnte ohne Abstriche auf den Tonträger übertragen werden. Hier findet keine Datenabfrage statt sondern die persönliche Erfahrung, die Reflektionen darüber, die Angst, Freude und Hoffnung der Hauptfiguren weben ein lebendiges Bild einer Musik, die fast das komplette letzte Jahrhundert begleitete.

    Dyer bekennt Farbe, und die ist schwarz. Beklemmendes aus der Zeit der Rassendiskriminierung vermittelt er über die Personen Lester Young und Thelonious Monk, der für seinen Kollegen Bud Powell im Knast saß, für den er sich als Besitzer des Rauschgiftes ausgab. In dieser Session dialogisiert Matthias Brandt mit Helge Schneider, der in die Haut Monks schlüpft und dessen von Dyer ausgedachten Sätzen spricht. An Brandts Seite sprechen die Musiker Jimmy Woode und Till Brönner Passagen aus den Kapiteln über Charles Mingus und Chet Baker. Susanne Betancor spricht einige Sequenzen im Kapitel über Lester Young.

    Und da Jazz ohne Musik irgendwie kein vollwertiger Jazz ist, gibt es zwischen den großen Kapiteln Musik der Protagonisten: „These Foolish Things“ von Lester Young, „Remember“ von Thelonious Monk, „I Can’t Get Started“ von Charles Mingus und „My Funny Valentine“ von Chet Baker.

    Sprecher Matthias Brandt, Sohn des früheren Bundeskanzlers und SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, hat an diversen Theatern gespielt und war bei Kino- und TV-Produktionen verpflichtet.

    Klaus Hübner


    Geoff Dyer: But Beautiful/Ein Buch über Jazz.
    Hörbuch. Gelesen von Matthias Brandt und Gästen.
    tacheles!/Roof Music RD2433215 (Vertrieb: Indigo).

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