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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 24. Juli 2017 | 02:39

     

    Thomas Bernhard: Wittgensteins Neffe

    21.10.2004

     

    Bernhard durch Holtzmann

    Wittgensteins Neffe vermittelt zwischen Bernhards autobiographischen Romanen und den entschiedenen Fiktionen.


     

    Bernhard-Lesungen sind ein Genre für sich. Denn bei keinem anderen Autor liegen dramatische und erzählende Texte so nah beisammen wie eben bei Thomas Bernhard. Und so sind seine Romane und Erzählungen für Schauspieler nicht weniger verführerisch als seine Theaterrollen.

    Dieser Verführung hat, nicht zum ersten Mal, auch Thomas Holtzmann nachgegeben, neben Heinz Bennent, Rolf Boysen und Romuald Pekny einer – und zwar der jüngste – der in den zwanziger Jahren geborenen „Grand Old Men“ der Münchner Kammerspiele, die das deutsche Theater nach 1945 prägend mitgestaltet haben und denen wir eine ganze Serie aufregender Theatermomente zu verdanken haben. Holtzmann gräbt sich in die Erinnerung nicht nur durch seine hohe Gestalt, durch sein markantes Gesicht ein, sondern auch durch seine sonore, ein wenig kehlige Stimme. Und über die CD lenkt kein Spiel von dieser Stimme ab. Ihr hört man mit zunehmender Faszination zu. Den Rest erledigt Thomas Bernhard.

    Es ist Wittgensteins Neffe, den sich Holtzmann diesmal vorgenommen hat. Manche halten dieses vergleichsweise schmale Buch für Bernhards bestes. Aber was sollen solche Hitlisten schon besagen. Es ist ein Buch, das zwischen Bernhards autobiographischen Romanen und den entschiedenen Fiktionen vermittelt. Paul Wittgenstein ist keine Erfindung. Und authentisch ist die Liebe, die Bernhard zu ihm empfand. In seinem Buch freilich verwandelt er diese Liebe in Literatur, in eine Studie über die für Bernhard typischen Themen (Geistes-)Krankheit und Tod. Dabei entwickelt seine Sprache jenen Sog, dem man sich schon bei leisem Lesen kaum entziehen kann, umso weniger bei der Verstärkung durch eine Stimme. Holtzmann liest flüssig, dem natürlichen Duktus der Syntax folgend. Gelegentlich, nicht zu oft, dehnt er einen Vokal oder zieht er die Satzmelodie an unerwarteter Stelle nach oben. Bernhards Texte sind stets der Musik verwandt. Und Musik verlangt nach Aufführung. So gesehen ist der Schauspieler Holtzmann hier ein Sänger. Und kehrt damit zurück zu den Anfängen der Literatur, die damals keine schriftliche war.

    Thomas Rothschild


    Thomas Bernhard: Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft. Gelesen von Thomas Holtzmann. der hörverlag 4 CD

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