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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 27. Mai 2017 | 12:02

     

    Magdalen Nabb: Nachtblüten

    12.08.2004

     
    Bitterer Abgeschmack

    Seit 29 Jahren Wahlflorentinerin kreierte die Engländerin Magdalen Nabb den Maresciallo Guarnaccia, einen ähnlich bedächtigen Typen wie Donna Leons Commissario Brunetti. Mittlerweile rumpelt er schon durch sein zwölftes Abenteuer: „Nachtblüten“.

     

    Magdalen Nabb wuchs in einem katholischen Kloster auf. Das mag zwar keine hinreichende Erklärung für die Zuwendung zum Kriminellen sein, dennoch war es – nach eigener Aussage – der Grund für eine Übersiedlung nach Florenz. Es sei wie „Heimkommen“ gewesen, plätschern da ihre Tränendrüsen. Denn als Katholikin habe sie sich in England ja nie richtig heimisch fühlen können. Und der berühmt schroffe Umgangston der Florentiner war für sie als englische Autorin von Beginn an gar kein Problem, das sei exakt wie in Lancashire. Nur in Italienisch schreiben, das ginge wirklich nicht. Diese Sprache sei im Vergleich zur englischen viel formeller und weniger ausdrucksstark. Und da hat sie – For ****** sake! – echt recht.

    Wie in den anderen Romanen der Guarnaccia-Serie wird die Topographie der Stadt Florenz in den heimlichen Mittelpunkt gerückt. Sie wird nicht nur atmosphärisch ausgeschlachtet, sondern soll manches Mal gar eine symbolische Überhöhung erfahren. Im vorliegenden Fall der Nachtgarten des englischen Kunstsammlers Sir Christopher Wrothesly. Ausschließlich weiße und blässliche Blüten zieren ihn und seine Schönheit strahlt erst in der Abenddämmerung auf, wenn der Mondschein sein morbides, kahles Licht in jene Flora senkt: eine Oase der Totenruhe, die Zeit ist erstarrt – der Garten als Symbol für eine geheimnisvolle Vergangenheit! Sie haben es geschafft, verehrter Leser, im Nu wird solcherart aus Trivialliteratur – ganz recht: Schwulst.
    Ach ja, eine alte Dame wird getötet, Auschwitz dräut im Hintergrund und ein katholisches Kloster spielt eine positive Nebenrolle... Das Repertoire ist eben begrenzt – im Allgemeinen und insbesondere im nabb´schen Sinne.
    Leider trottet auch die Regie des Hörspiels ebenso gemächlich einher wie die Buchvorlage. Aus dem etwas ranzigen Anachronismus „Engländer in Florenz“ lassen sich nun einmal nicht ewig kapitale Kapitel schlagen.

    Christoph Pollmann


    Magdalen Nabb: Nachtblüten
    Kriminalhörspiel mit Uta Hallant, Thomas Thieme u.v.a.
    1 CD mit Booklet
    Erschienen bei: Der Audio Verlag
    Laufzeit: 59 min. 14,95 Euro
    ISBN 3-89813-353-2

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