• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 27. Mai 2017 | 17:45

     

    Fritz Eckenga: Ein Wort liebt das andere

    05.04.2004

     


    Lanzen für Lyrik brechen

    "Frische Rettungsreime und Geschichten“ - eine Sternstunde humoristischer Kleinkunst.


     

    „Dosenpfanddebatte“, „Bürgerversicherung“, „Lkw-Maut“, „dreistufiges Einkommenssteuermodell“: alles tabu für Fritz Eckengas Gedichtproduktion. Da ist er ganz ehrlich, ganz toll konsequent. Das schönste bei Fritz E. ist aber, dass man nie sicher sein kann, ob der nächste Vers, der anstehende Reim auch wirklich der Metrik folgt, dem Schema des Gedichtes oder seinem angesprochenen Inhalt. Da kriegen die kleinen Leutchen ihr Fett weg, und die Großen lässt er nicht laufen. Gerhard Schröder steht ebenso mittendrin in Eckengas Reimgewitter wie die „’Drohkulisse’ Angela Merkel“. O-Ton-Salat erster Güte auch von Franz Müntefering, angerichtet vom trockenen Humor des in Dortmund lebenden Mitglieds von N8chtschicht. Als Mitverschwörer der Ruckrede des Kanzlers stand der Herr aus Lüdenscheid nicht nur in dessen Schatten sondern steht auch in der besonderen Verantwortung für Wirtschaft und Volk und Wohlstand. Denn: „Wirtschaft ist für die Menschen!“

    Eckengas Themen liegen auf der Straße, in der Zeitung, am Tresen, in der Straßenbahn, auf dem Fußballplatz. Zu letztem fiel ihm ein Naturgedicht feinster Romantikerart ein: „Der Trainerherbst“. „Platanen und Kastanien kahl/und erste Schneegestöber./Nebel fällt ins Augenthal/ und in Wolfsburg Röber.“ Dazu passt natürlich wie die Faust aufs Auge „Das letzte Licht über dem Effenberg“. Fünfundsiebzig Minuten lang feuert Fritz Eckenga aus allen Reimrohren, was der Bleistift und das Papier halten. Passend zum Gedicht „Tauwetter“ fließt der geschmolzene Schnee lautmalerisch im Hintergrund. Und wenn man glaubt, dass der nötige Ernst bei Eckenga plötzlich fehlt, das heißt, der Spaß ist weg, da schleudert er wie aus dem dichterischen Nichts einen – letzten – Satz ins Mikro, der im Zwerchfell knotige Spuren hinterlässt.

    Diese Hör-CD, vom Autor selbst in genial lässigem Idiom des Ruhrpotts gesprochen, verspricht „frische Rettungsreime und Geschichten“. Fritz Eckenga hält diese Prophezeiung mühelos ein. Seine Produktion verführt als Sternstunde humoristischer Kleinkunst zu ständigem Konsum. Mahlzeit.

    Klaus Hübner


    Fritz Eckenga: Ein Wort liebt das andere. Hör-CD. Kunstmann Verlag. ISBN 3-88897-357-0.

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Zwischen Karikatur und Avantgarde

    Lyonel Feininger ist eine Ikone der Klassischen Avantgarde. Er hat einen festen Platz im Lieblingsmaler-Pantheon. Doch auch solch ein Weltrangmeister ist nicht vom Himmel gefallen. Die Ausstellung ...

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter