TITEL kulturmagazin
Dienstag, 28. März 2017 | 06:17

 

Robert Cormier: Ein Sommer in Frenchtown. / ab 13

25.03.2004

 



Es ist Sommer und Eugene sieht Frenchtown, die Stadt in der er schon seine ganze Kindheit verbracht hat, plötzlich mit neuen Augen.



 

Es hat sich nichts geändert und trotzdem scheint von einem Tag auf den anderen alles anders zu sein.

Das war der erste Sommer, in dem ich Zeitungen austrug,
und ich lief durch die Schluchten
der Mietshäuser von Frenchtown,
brachte die Monument Times,
wich Schägertypen und Hunden aus
und grübelte darüber nach, was ich hier machte,
hier auf dem Planeten Erde.
Noch wusste ich nicht, dass die Leere
tief in meinem Inneren
nichts anderes war
als Einsamkeit.

Stundenlang ist der Junge unterwegs, und beschreibt Geräusche und Gerüche, erzählt von Menschen und Begegnungen, von Erinnerungen an früher. Kleine, aneinandergereihte Momentaufnahmen bringen die Atmosphäre eines Sommers zwischen den Weltkriegen wieder.

Die Erzählung Robert Cormiers gleicht von Form und Sprache eher einem langen Prosagedicht und lässt es für unterhaltungsgewohnte Kids sicher manchmal an action fehlen. Die Spannung verbirgt sich hinter den Dingen und wer darauf wartet, dass endlich etwas passiert, wartet vergeblich. Veränderungen vollziehen sich leise, fast unmerklich und trotzdem gehören gerade viele der geschilderten kleinen Episoden zum Besten. Eine der schönsten - zugleich die letzte im Buch - ist "Das Flugzeug". Eugene hat beim Zeitungsaustragen in einem Garten ein Flugzeug entdeckt. Ein unglaublicher Fund, den er allen sofort mitteilen muss. Und als er sie endlich zu dem Garten gelotst hat, wo er die orangefarbene Maschine gesehen hat, ist der Doppeldecker verschwunden. Mitleidiges Gelächter der Freunde, die ihm natürlich kein Wort glauben, verletzt Eugene zutiefst. Bis er am Abend, "im sanften Zwielicht des Spätsommers" auf der Veranda ganz unerwartet Unterstützung bekommt. Ein Sommer in Frenchtown erzählt vom Erwachsenwerden, vom ersten Verliebtsein und den vielen Rätseln des Lebens und The Boston Sunday Globe hat Comiers autobiographische geprägte Erinnerungen sicher zu Recht als eines der "wagemutigsten und erfolgreichsten Bücher des Jahres" gewürdigt.


Andrea Wanner


Robert Cormier: Ein Sommer in Frenchtown.
Aus dem Amerikanischen von Cornelia Crutz-Arnold.
Bertelsmann 2003. Gebunden. 122 Seiten.
Ab 13 Jahren. 8,90 ¤.
ISBN: 3-570-12723-0

... bis sie dann gestorben sind.

Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

Ein Igel erlebt sein blaues Wunder

Neue Kartracer haben es nicht leicht. Auch nach 20 Jahren ist der Schatten der einstigen Genregröße Mario Kart so mächtig, dass sich jeder neue Titel einen Vergleich ...

Musik in Schwarz-Weiß

Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

Das Ende der Sommerzeit

Es gibt Bücher, die schleichen sich ganz unmerklich ins Herz und treffen einen im Innersten. Tamara Bachs Geschichte gehört dazu. Von ANDREA WANNER

Wer will fleißige Handwerker sehn

Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

10 Gründe, Engelmann zu lieben

Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

Der Spielplatz macht zu

Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter