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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 28. Mai 2017 | 10:41

    Kristina Lemke: Frosch & Schaf retten die Himbeermarmelade

    07.02.2011

    Eine Himbeermarmeladen- rettungsaktion

    Freundschaften im Tierreich, die Art- und Gattungsgrenzen überschreiten, sind nichts Neues. Kristina Lemke lässt aus Frosch & Schaf die besten Freunde werden und ANDREA WANNER fiebert mit, ob die Rettung der Himbeermarmelade wohl gelingt.

     

    Worin können die Gemeinsamkeiten von einem Frosch und einem Schaf wohl liegen? Schaf schwimmt gern. Frosch kann schwimmen – ist aber leider wasserscheu. Trotzdem sind die beiden allerbeste Freunde und teilen eine Leidenschaft: Himbeermarmelade. Davon können sie nicht genug bekommen und haben einen riesigen Vorratsraum voll davon. Und es gibt einen Dritten im Bunde, der nicht nur mit den beiden befreundet ist, sondern auch exakt dieselbe Marmeladenvorliebe hat: Elefant. Und als Elefant nach Indien zurückkehrt, ist es selbstverständlich, dass er es mit einem Riesenvorrat an Himbeermarmelade tut.

     

    Tun, was getan werden muss

    Die Autorin und Illustratorin Kristina Lemke erzählt ihre Freundschaftsgeschichte auf wundervoll lakonische Art. Kein Wort zu viel, kein Strich zu viel. Knapp umreißt sie die Situation, skizziert mit schnellem Strick die Szene, fügt ein bisschen Farbe dazu: fertig. Das wirkt so wunderbar leicht und selbstverständlich, dass man sofort hingerissen ist. Den beiden Porträts im ovalen Bilderrahmen auf dem Cover folgt Innen sofort ein Bild, das die drei Hauptakteure zeigt: Elefant mit Frosch auf dem Rücken und Schaf, das linke Vorderbein umarmend. Drei Freunde, zu einer einzigen Figur verschmolzen. Oder Frosch, wie er mit seinem blau-weißen-Ringelshirt am Ufer eines kleines See vergnügt zuschaut, wie Schaf durch das Wasser pflügt. Oder Frosch und Schaf von hinten in ihrem Vorratsraum, der gefüllt ist mit riesigen Glasbehältern, durch die wundervoll himbeerrot die süße Köstlichkeit leuchtet. Oder die Abschiedsszene, die erneut die drei Unzertrennlichen in einer innigen Umarmung zeigt. Keine Frage: das ist wahre Freundschaft.

     

    Daran kann auch die große Entfernung nach Indien nichts ändern. »Lange geht alles seinen gewohnten Gang«, wird konstatiert. Aber als eines Tages ein Brief von Elefant eintrifft, in dem der Ärmste berichtet, dass seine Verwandtschaft sich über den Himbeermarmeladenvorrat hergemacht hat und man sich leicht vorstellen kann, wir riesige Elefanten in kurzer Zeit auch große Vorräte verputzen, ist sofort klar: Wir müssen Elefant helfen.

     

    »Oh herrlich und wunderbar ...«

     

    Frosch und Schaf machen sich also auf die weite Reise nach Indien mit jeder Menge Himbeermarmelade im Gepäck. Dass diese Reise nicht so unkompliziert verläuft, wie sich das die beiden gewünscht haben, versteht sich eigentlich von selbst. Aber natürlich kommen sie an. Auf einem roten Teppich, der sich wie der Ganges durch das Bild windet, mit einem Begrüßungsschild »Welcome to India« und einem Empfangskomitee von neun Elefanten begrüßt, wobei der älteste Elefant einen roten Punkt auf der Stirn trägt. Indien eben.

     

    Wahre Freundschaft kennt kein Zögern. Obwohl Schaf seekrank wurde und grün im Gesicht wie Frosch, obwohl Frosch tatsächlich in das gehasste Nass springen musste und obwohl Schaf alles andere als glücklich wirkt, als es indischen Boden betritt: für einen Freund tut man das. Und mit einem Freund teilt man auch die Marmelade, die man selbst am allermeisten mag. Dass geteilte Freude wirklich doppelte Freude bedeutet, spürt man auf diesen federleichten Bildern, die einem mit einem Gefühl von Frieden und Glück zurücklassen.

     

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