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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 25. Mai 2017 | 20:17

    Jan Weiler: Max im Schnee

    10.01.2011

    Schneeflöckchen, Weißröckchen ...

    Ein zweites Mal tobt der aufgeweckte Sechsjährige durch ein vergnügtes Buch von Jan Weiler mit kurzen Geschichten. ANDREA WANNER freut sich mit Max im Schnee.

     

    Nein, diesen Winter kann wirklich keiner über Schneemangel klagen. Aber vielleicht genießen die meisten Erwachsenen ihn zwar als nette Deko, die aber bitte Straßen und Gehwege verschonen sollte und haben es verlernt, sich an der weißen Pracht zu freuen wie die Kinder – und wie Max.

     

    ... jetzt kommst du geschneit

    November. Die allerersten Flocken fallen vom Himmel und draußen wird es winterweiß. Was ein Lächeln auf das Gesicht von Max zaubert, lässt den Vater nur grimmig vor die Tür schauen: viel zu früh für Schnee, Verkehrschaos, glatte Straßen, all die doofen Erwachsenengründe sich nicht an der weißen Pracht zu freuen. Tut er dann auch nicht. Ganz anders als Max. Der versucht eine Schneeflocke unter dem Mikroskop genauer anzuschauen, was sich als schwierig herausstellt, weil die Flocken sofort schmelzen. So beschert der erste Schnee Max einen spannenden Tag, inklusive Erdbeereis, das er vertilgen muss, weil sonst der Schneeball, den er im Kühlschrank einfrieren will, um seine Experimente fortzuführen, dort keinen Platz hat und dem Vater eine Delle im Auto.

     

    Winterspaß

    Jan Weiler begleitet seinen Helden, für den René Goscinnys kleiner Nick Pate gestanden haben könnte durch den Winter. Darunter fallen die nun schon hinter uns liegenden Highlights wie der Martinstag, das Wunschzettelschreiben, der Besuch des Nikolaus oder das Krippenspiel an Weihnachten. Es gibt aber auch viele winterliche Episoden ohne Bezug zu Festen wie das Eisschlittern, das den Inhalt der nachbarlichen Mülltonne zu Tage befördert, der Bau einer Schneefrau (der endgültig klar macht, warum sich trotz aller Emanzipationsbestrebungen Schneemänner durchgesetzt haben) oder das ultimative Handschuhabenteuer, bei dem es ziemlich gefährlich zugeht.

     

    Ole Könnecke setzt Max in Szene: mit runder Nickelbrille, meist einem rot-weißen Ringelshirt und im Freien mit roter Pudelmütze. Mit wenigen gekonnten Strichen fängt er das verzogene Gesicht beim Schlückchen Sekt an Silvester ein oder den gerührten Vaterblick mit Träne im Auge beim Klaviervorspiel des Filius, das die übrigen anwesenden Eltern bestenfalls eher ein Kichern entlockt oder anderenfalls die Stirn runzeln lässt.

     

    Herr Winter, geh hinter ...

    Winter und Schnee sind ein wundervolles Vergnügen, aber im letzten Kapitel muss dann sogar Max feststellen: »Also, langsam reicht es mir mit dem Winter und ich finde, der dauert jetzt schon ganz schön viel zu lange und am Anfang findet man den Winter ja noch super, wenn man nach Hause kommt und die Brillengläser werden ganz neblig, aber das geht auch, wenn die Mama Nudelwasser abschüttet und man guckt in den Topf, und das macht Spaß, weil man sich fühlt wie ein Monster …« Noch ist der nicht vorbei und vielleicht kann man mit den lustigen Bandwurmsätzen von Max dem Winter doch noch ein bisschen etwas abgewinnen und sich dann mit ihm gemeinsam schon mal auf den Osterhasen freuen.


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