Erstaunliches aus dem Leben eines Jungen
Finn vertraut seinem Tagebuch sein Leben an: erfrischend aufrichtig, manchmal recht schnoddrig, aber auch mit all der tiefgründigen Weltsicht, zu der wohl nur Pubertierende fähig sind. Und als hätte er nicht schon genug Probleme, kommt dieses unheimliche Verblassen dazu. Der lockere Tonfall bietet da jedoch breiten Identifikationsspielraum, auch wenn sich mitunter seelische Abgründe auftun, etwa dann, wenn die Einsamkeit fast unerträglich wird. Doch Kuhlman baut in seiner Geschichte auf das Prinzip Hoffnung, er lässt seinen Helden kontinuierlich an sich selber wachsen und schließlich lernen, mit dem Verlust zu leben. Dazu stellt er ihm Menschen an die Seite, die zwar selbst zu kämpfen haben, wie etwa seine Mutter, aber dennoch nicht gewillt sind, aufzugeben. Und er zeigt mögliche Wege in die Zukunft auf, die zwar nicht in den schönsten Farben leuchten, aber zunehmend an Farbigkeit gewinnen.
Selten wurde das Thema Tod mit einer solchen Leichtigkeit im Kinderbuch behandelt. Das wunderbare Bilderbuch „Die besten Beerdigungen der Welt“ von Ulf Nilsson mit den herrlich frechen Illustrationen von Eva Eriksson kommt ähnlich frisch und jenseits aller Betroffenheitspädagogik daher. Kuhlmans Erzählung lebt von der Tiefenschärfe, mit der er dem Innenleben Finns nachspürt und dies literarisch umsetzt. Ein wunderbar leichtes Buch zu einem ungemein ernsten Thema - das ist eines der Dinge, die die Kinderbuchwelt braucht! (Pst! - und ein paar Comics hat es auch noch, für die ganz Lesefaulen.)