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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 28. April 2017 | 00:35

    Barbara Scharioth: Der Fisch, das Klavier und der Wind

    07.01.2010

    Kopfüber ins Bodenlose

    Es gibt Momente in unseren Lieblingsbüchern, in denen wir unwillkürlich den Atem anhalten. So einer ist Alices Fall in den Kaninchenbau. Endlos dauert der Sturz, Zeit genug, sich Gedanken zu machen für Lewis Carolls unvergessliche Heldin. Zeit genug, sich umzusehen und die Wände des Brunnenschachts – als solchen hat sie das Loch identifiziert – genauer unter die Lupe zu nehmen. Erinnern Sie sich, was sie dort entdeckt? Küchenschränke und Bücherbretter. Und nun wird es Zeit für ganz neue Geschichten. Von ANDREA WANNER

     

    Wir haben uns lesend auf Alices Abenteuer im Wunderland eingelassen – wahrscheinlich ohne noch einen Gedanken an die Bücher im Brunnen zu verschwenden. Schließlich erwarteten uns noch genug aufregende Momente und traumhafte Highlights. Barbara Scharioth, von 1992 bis 2007 geschäftsführende Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek in München,  hat sich damit nicht zufrieden gegeben. „Welche Bücher könnten in so einem fantastischen Bücherschacht stehen?“ Ihre – fast schon verrückte Vision – war eine kleine Kollektion von „Bücherträumen“ internationaler Illustratorinnen und Illustratoren.

     

     So begann eine beispiellose Aktion. Weltweit erhielten Illustratorinnen und Illustratoren Post und wurden nach einem Bilderbuch gefragt, von dem sie schon lange träumen. Ein Originalumschlagbild, ein Buchtitel, ein fiktiver Verlagsname und eine kurze Inhaltsangabe wurde erbeten – und von über siebzig namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus fast 30 Ländern wurde dieser Wunsch erfüllt. Unter dem Titel „Eine imaginäre Bibliothek: Kinder- und Jugendbücher, die es (noch) nicht gibt“ wurden die Exponate 2007 zu einer Ausstellung zusammengestellt. Jetzt leuchtet uns ein rotes Cover entgegen, auf dessen Vorderseite ein Klavier und ein Fisch hopsen (oder ist es eben doch der Wind, der die beiden durch die Gegend wirbelt?) und im Inneren erwartet uns der auf den Buchseiten der Rundgang durch die imaginäre Bilderbuchbibliothek.

     

    Freiräume für die Fantasie

    Damals begleitete ein Phantasieworkshop die Ausstellung und zu den unterschiedlichen Buchcovern und Titeln, die zum Erzählen, Schreiben und Dichten anregen entwickelten Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Anleitung ideenreiche Geschichten. Nun sind wir auf uns selbst gestellt bei einem Rundgang durch die Bibliothek im Buch. Was könnte sich auf den Seiten dieser gar nicht wirklich existierenden Bücher verbergen? Manche Geschichten drängen sich gerade von selbst auf, wie beispielsweise „Sehr schnelle Fahrzeuge“ von João Vaz de Carvalho, in dem „zwanzig Illustrationen von wichtigen Fahrzeugen oder von Fahrzeugen in kuriosen Situationen“ zu finden sind.

     

    Sein Umschlagbild stellt einen Mann mit Hut dar, der auf einer Art Bürostuhl sitzt, ein Lenkrad in der Hand. Das merkwürdige Vehikel wird von einem Hund gezogen, der sich einigermaßen irritiert zu seinem Herrchen umschaut. Jedem wird ein originelles, ungewöhnliches Fortbewegungsmittel einfallen. Manche Geschichten gibt es auch schon, wie beispielsweise die des Rattenfängers von Hameln, zu der Rui Martins ein geheimnisvolles Umschlagsbild entwarf. Es gibt ein Bilderbuchcover mit gehäkelten Wölkchen, das von den unterschiedlichen Wolkenfiguren erzählen will, die wir am Himmel zu entdecken bereit sind.

     

    Rotraud Susanne Berner präsentiert im „Eden Verlag“ ein Tagebuch, direkt aus dem Paradies und von keiner Geringeren verfasst als von Eva. Und natürlich ist es „Mit Apfelrezepten“. Es gibt Hundegeschichten, Geschichten von Farben, Ausflüge ins Weltall und in die Vergangenheit. Fotografien reihen sich an Abstraktes, Angedeutetes an Explizites, Einfaches an Komplizierteres. Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Auch ohne Workshops lassen sich Wege durch diese Bibliothek finden, vorausgesetzt man aktiviert die eigene Fantasie und Kreativität. Dann allerdings ist das ein Bilderbuch jenseits aller Grenzen, persönlicher und zugleich umfassender als jedes andere auf der Welt.

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