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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 21:02

    Carlos Ruiz Zafón: Der dunkle Wächter (ab 12)

    12.11.2009

    Schaurig schön!

    In Spanien begann Zafóns schriftstellerische Karriere als Autor von Jugendbüchern, durchaus erfolgreich und prämiert. Der Fischer Verlag legt jetzt das erste davon vor, das bereits die Bestsellerlisten erobert und auch erwachsene Leser faszinieren wird. Von BEATE MAINKA

     

    1937 verschlägt es die Familie der 16jährigen Irene nach dem Tod des Vaters aus Paris an die wilde Küste der Normandie. Hier tritt Simone, die Mutter, eine Stelle als Haushälterin auf Cravenmoore an, einem riesigen, düsteren Anwesen. Den Besitzer, Lazarus Jann, Spielzeugfabrikant, umgibt trotz aller Freundlichkeit, mit der er die Familie aufnimmt, eine Aura von Tragik und Einsamkeit. Für Irenes jüngeren Bruder ist das mit mechanischem Spielzeug vollgestopfte Haus das wahre Paradies. Doch die Idylle trügt, das Hausmädchen wird furchtbar zugerichtet tot im benachbarten Wald gefunden und allmählich erheben sich düstere, unwirkliche Schatten, die zunehmend zu einer greifbaren Bedrohung werden. Der Fischerjunge Ismael, in den Irene sich verliebt, bringt das Mädchen auf die Spur eines schrecklichen Geheimnisses, in dem das verwirrende, angstdurchsetzte Tagebuch einer jungen Frau eine Schlüsselrolle spielt und Lazarus plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheint.

    Fantastischer Thriller

    Das Besondere an den Romanen Zafóns ist, dass sie sich jeder Genrezuordnung geschickt entziehen. Das ist bereits in Der dunkle Wächter nicht anders. Weder lässt er sich der inzwischen gerade im Jugendbuchbereich reichlich abgegrasten Fantasy noch dem boomenden Krimi zuordnen. Und auf eine banale Liebesgeschichte lässt er sich schon gar nicht herunter brechen. Bereits hier lässt sich erahnen, zu welch komplexer Erzählkunst sich der Autor einst aufschwingen wird. Natürlich ist die Story noch längst nicht so kunstvoll konstruiert, eine banale Geschichte für die Jugend mit vordergründigem suspense ist sie damit aber keineswegs. Geschickt jongliert Zafón mit allem, was für eine Atmosphäre der Bedrohung, des Ausgeliefertseins, der Machtlosigkeit vonnöten ist. Und er stellt dieser zwei jugendliche Protagonisten gegenüber, die Kraft ihrer Zuneigung und Faszination zu- und füreinander bei aller Fantastik glaubhaft dagegen ankämpfen. Das erinnert an das Motiv von der erlösenden Liebe, von der schon in alten Märchen so mancher profitiert hat.

    Literatur ohne Altersgrenzen

    Bereits seit Jahren beobachten wir, dass Jugendliteratur die Grenze zur Literatur der Großen längst durchbrochen hat. Davon zeugen nicht nur die Bis(s)-Bücher, die sich hartnäckig in den Bestsellerlisten halten und das ist auch nicht erst seit Harry Potter so. Man denke nur an Michael Ende oder Jostein Gaarder. Wirklich gelungene Literatur schert sich nicht um Altersbegrenzungen oder Auslagentische in den Buchhandlungen. Sie findet ihre Leser überall, wo sich diese abholen und faszinieren lassen, und dass ein Zafón sich bereits als blutiger Anfänger darauf verstand, seine Leser, gleich welchen Alters, in seinen Bann zu ziehen, davon können die sich jetzt endlich auch im deutschsprachigen Raum überzeugen. Auf den Bestsellerlisten ist er sowieso schon, weil nämlich auch die Älteren einmal mehr zu einem gelungenen Jugendbuch greifen. Und das liegt mitnichten nur am klangvollen Namen.

    Übrigens kommt im Februar laut Verlagsankündigung dann auch der oben erwähnte Fürst des Nebels wieder in die deutschen Buchhandlungen. Wir sind gespannt!

     

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