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Mirjam Pressler: Das Ding oder der verflixte Diebstahl (ab 5)

24.09.2009

Auswege aus der Krise

Ganz neu ist der Text nicht mehr, bereits 1996 erschien er erstmals bei Ellermann, aber die einfühlsamen neuen Illustrationen, die Größe einer Pressler auch im Kleinen und das Thema an sich rechtfertigen die Neuauflage dieses Bilderbuches durchaus. Von BEATE MAINKA

 

Alina hat einen furchtbar schlechten Tag: Die einzige saubere Hose ist die ekelige rosafarbene, im Kindergarten darf sie nicht mitspielen und dann kommt Jule auch noch mit so einem neuen Ding um die Ecke, das über einen beträchtlichen Neidfaktor verfügt. Zuhause gibt’s nur Nährschleim zu essen und Mama will ihre Ruhe haben. Da wundert es nicht, dass Alina am Nachmittag im Kaufhaus, als sie das Ding entdeckt und natürlich nicht bekommt, einfach zugreift. Doch glücklicher wird sie nicht mit dem Ding, im Gegenteil, eigentlich will sie es schon gar nicht mehr haben. Und jetzt? Alina macht das einzig Richtige, sie vertraut sich nach langem Hin und Her ihrer Mutter an, und die reagiert so, dass niemand in dieser Angelegenheit sein Gesicht verliert.

Wie komme ich aus der Nummer wieder heraus?

Eigentlich ist die Geschichte so banal wie alltäglich. Jedes Kind kann schon verstehen, was da abläuft, kann genau nachvollziehen, was in Alina vorgeht. Die Spannung entsteht allerdings nicht dadurch, dass Alina den Diebstahl begeht, sondern durch die bange Frage, wie sie aus dieser Situation, die sie mehr und mehr belastet, wieder herauskommt. Sie weiß, dass sie eigentlich Strafe verdient hat und bittet – indirekt - um eine gehörige solche, aber die Mutter reagiert unerwartet. Statt des Donnerwetters entwickelt sie geschickt gemeinsam mit ihrer Tochter eine Lösung, mit der alle gut leben können und niemand Schaden davonträgt, aber gelernt haben alle daraus, am meisten Alina.

Das erzählt Pressler ohne erhobenen moralischen Zeigefinger, ohne Hölle und Verdammnis, aber mit viel Verständnis für Alinas Position und Handlungsweise. Die bildliche Umsetzung von Cordes begleitet und ergänzt den Text, die Emotionen der Beteiligten sind gekonnt dargestellt, die Wärme und Nähe zwischen Mutter und Tochter deutlich spürbar. Das eigentliche Corpus delicti bleibt übrigens die ganze Zeit versteckt, erst ganz am Ende wird seine wahre, eher enttäuschende Identität enthüllt, ein geschickter Schachzug, der die Spannung zusätzlich erhöht.

Ein Bilderbuch, das die Welt braucht

Hoffentlich findet dieses Bilderbuch Eingang in viele Bestände von Büchereien, Kindergärten und Grundschulen, denn es gibt in dieser Altersgruppe zu der Thematik nicht allzu viel und schon gar nicht in dieser gelungenen Umsetzung. Der Verlag weiß offensichtlich um dessen Brisanz und Aktualität, ergänzend gibt es für Pädagogen unter www.vgo-schule.de ein Bilderbuchkino und Tipps. So bleibt zu wünschen, dass alle Kinder, die so unabsichtlich in die Bredouille geraten wie Alina, auf genauso verständnisvolle Erwachsene stoßen wie die kleine Diebin wider Willen. Und für alle anderen kleinen Zuhörer ist dieser Titel pure Prävention!

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