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Antje Damm: Nichts und wieder nichts (Bilderbuch ab 5)

13.08.2009

Mehr als gedacht

Nichts? Wirklich gar nichts? Nicht das allerkleinste Bisschen? Wollen wir uns doch mal genauer anschauen. Von ANDREA WANNER

 

„Frag mich!“ hat sie vorgeschlagen. „Ist 7 viel?“ wollte sie wissen. „Alle Zeit der Welt“ nahm sie sich, um über das Phänomen Zeit nachzudenken. Und nun widmet sich Antje Damm in ihrem neuen Bilderbuch dem Nichts.

Der Zeitbegriff war bereits eine Herausforderung, das Nichts ist ungleich schwieriger. Lässt sich Nichts denken oder nicht? Kann man es sehen? Hören? Heidegger und Sartre haben darüber philosophiert, die Mathematik hat es einfach Null genannt und wir verwenden es in unserem Alltag ständig. An was denkst du gerade? – An nichts. Aber kann das sein?

Wo anfangen. Das Damm’sche Konzept ist in seiner verblüffenden Einfachheit immer wieder das gleiche. Sie sammelt Bilder, Szenen, Situation, die sie kommentiert, hinterfragt, mit Zitaten belegt. Jedes dieser Paare steckt bereits voller Nachdenkpotential. Da umarmt auf einer Schwarz-Weiß-Zeichnung ein Junge mit einer Armbinde mit drei Punkten drauf einen Baum, auf der gegenüberliegenden Seite die Frage: „Sehen Blinde nichts?“. Der Junge lächelt, seine Augen sind geschlossen. Er spürt den Baum, er riecht ihn, er merkt, dass da ein Baum ist: braucht er dazu Augen? Dieses „nichts“ bedeutet ja nicht, dass für ihn der Baum nicht da ist.

Antje Damm zeigt uns das Nichts im leeren Kühlschrank, das Nichts vor dem Menschen nach einer Katastrophe stehen oder das Nichts, das einfach im Nichtbesitzen von Dingen besteht, die uns selbstverständlich sind. Sie präsentiert Gedanken von Sokrates, Schopenhauer und Magritte. Sie stellt die Frage: „Kommt nach dem Tod nichts?“ Sie ist tiefschürfend, existentiell, provozierend. Dann wieder spielerisch: Ein Blick auf ein Stück Erde. „Hier wächst nichts“ lautet die Beschreibung, weiße Schrift auf saftig grünem Grund. Umgeblättert folgt der Beweis: Hier wächst „NICHTS“, grüne Grashalme, die den Schriftzug „NICHTS“ bilden. Sie führt uns in das „Archiv des Nichts„ des Künstlers Stefan US und lässt uns an einer Aufführung des Stücks 4‘33‘‘von John Cage teilhaben, bei dem nichts zu hören ist.

Hellwach, spannend und immer wieder neu ist dieser Blick auf die Welt. Fabulieren und Philosophieren liegen hier ganz nah beieinander. Staunen dürfen alle, die Jüngeren ab fünf, sechs Jahren und die Älteren genauso. Und diese Besprechung eines bekennenden Antje-Damm-Fans soll dafür sorgen, dass hinterher niemand sagen kann, er hätte nichts von diesem kleinen Meisterwerk gewusst.

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