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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 25. Mai 2017 | 18:19

    Gunnel Linde: Hilfe! Ich bin ein Werwolf (ab 10)

    30.07.2009

    Wenn die Wut dich packt ...

    … dann kann so einiges passieren. In der Reihe der Neuauflagen der klassischen schwedischen Kinderbuchautorin Gunnel Linde ist nun das einfühlsame, immer noch taufrische Kinderbuch von 1972 erneut erschienen, das eines der stärksten Gefühle im menschlichen Miteinander thematisiert: die Wut. Von BEATE MAINKA

     

    Ulf sieht eigentlich aus wie immer, ein bisschen dusslig. Seine Mitschüler nennen ihn Wackelpudding, weil er immer so unentschlossen ist und hänseln ihn damit. Doch nachdem Ulf mit einigen Freunden beim alten Sonderling Äpfel geklaut und der ihn erwischt und ins Bein gebissen hat, gehen sonderbare Veränderungen mit ihm vor. Papas Bücherschrank gibt Auskunft, Ulf wird ein Werwolf. Ab jetzt kommt es zu einer Kette von Katastrophen, die alle dadurch ausgelöst werden, dass Ulf nicht mehr Herr seiner Sinne ist, sondern als vermeintlicher Werwolf Dinge tut, die er sich sonst niemals trauen würde. Da verkloppt er plötzlich Mats, der ihn wieder einmal ärgert, da bietet er dem verhassten Sportlehrer Paroli, der wegen einer Nichtigkeit die ganze Klasse stramm stehen lässt, da klaut er das Sparschwein seiner großen Schwester, damit die sich kein Kätzchen kaufen kann. Für Ulf steht fest, er muss die Welt vor sich schützen und greift alsbald zu höchst unorthodoxen Maßnahmen.

    Wenn man erwachsen werden muss

    Von den Nachbarn hat Ulf die Wutausbrüche nicht geerbt, auch sein Vater kann ganz schön in Rage geraten, wenn in der temperamentvollen Familie oder bei seinem anstrengenden Vertreterberuf etwas schief läuft. Dennoch herrscht untereinander ein zwar rauer, aber liebevoller Umgangston, wenn auch Ulfs Aktivitäten zunehmend auf Unverständnis stoßen. Das schildert Ulf uns höchst lebendig, lässt uns teilhaben an seinen Selbstzweifeln, an seiner Angst vor den unkontrollierten Gefühlsausbrüchen, die er auf ungewöhnliche Weise in Schach zu halten versucht. Dem Leser ist natürlich schon längst klar ist, dass nicht die Werwolfsseuche Schuld ist an Ulfs Verhalten, sondern die ganz normale Frühpubertät, in der sich Gefühle plötzlich massiv verändern und der langsame Abschied von der Kindheit beginnt. Da ist Ulfs Interpretation, dass er zum Werwolf mutiert ist, gar nicht so weit hergeholt, so erschrocken ist er über seine neue heftige Wut. Doch er zieht zunächst die falschen Schlüsse, kapselt sich ab, auch vom besten Freund Jaakko, nur um keinen anderen zu gefährden, besonders in Vollmondnächten, ein eigentlich lobenswerter Entschluss. Doch es braucht noch eine Reihe von Aha-Erlebnissen, bis Ulf sich endlich traut, zu seiner Wut zu stehen und zu begreifen, dass er immer noch angenommen ist von Familie und Freunden.

    Manche Dinge ändern sich nie

    Genau deswegen wirkt dieser Kinderroman auch heute noch so erfrischend aktuell, obwohl das Ambiente recht altmodisch anmutet. Kein Handy, kein Chat am Rechner, gerade mal ein Telefon als Kommunikationsmittel (für den Vater), Verabredungen werden noch mündlich und zu Fuß absolviert. Doch das wird Kinder nicht davon abhalten, sich voll und ganz mit Ulf zu identifizieren, denn die Gefühle, die ihn umtreiben, die kennen auch sie. Vielleicht werden einige enttäuscht sein, dass es keine gruseligen Werwolfepisoden gibt, aber Spannung erzeugt Linde allemal, denn man ist tatsächlich voller Erwartung, wie Ulf aus seiner Werwolfnummer herauskommt, und auch das entpuppt sich als völlig zeitlos. Wie schön, dass dieser gelungene Roman wieder zu lesen ist!

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