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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 27. Juni 2017 | 12:29

    Jaromir Konecny: Doktorspiele (ab 14)

    02.07.2009

    Pubertät für Fortgeschrittene

    Grundlegende Antworten auf die brennenden Fragen zum Innenleben der fremden Spezies pubertierender Junge findet der geneigte Leser in dem hinreißenden Jugendroman von Jaromir Konecny, der sich nach eigenen Angaben mit seinem Buch zu dieser Thematik einen innig gehegten Wunsch erfüllte. Zum Glück fand er auch gleich noch einen Verleger, der sich das zu drucken traute! Von BEATE MAINKA

     

    Mit zarten sieben Jahren erblickt Andi zum ersten Mal das Paradies zwischen den Beinen seiner Cousine Lilli, was er „saukomisch“ findet. Dafür revanchiert sich Lilli mit der Bemerkung: „Sind die alle so klein?“ beim Anblick von Andis „Nudel“. Das ist der Auftakt zu einem Einblick in seine Befindlichkeiten, den Andi uns offenherzig und frei von der Leber weg neun Jahre später gewährt. Denn Lilli ist nach dieser langen Zeit zum Ferienaufenthalt in Andis reichlich chaotischer Familie angekündigt und der inzwischen Testosteron geschwängerte Sechzehnjährige blickt dem mit ziemlich gemischten Gefühlen entgegen. Die erste Begegnung gestaltet sich dann auch höchst ungewöhnlich und überraschend, mehr sei hier nicht verraten, zählt diese Szene doch zum Witzigsten und gleichzeitig Peinlichsten, was je in einem Jugendbuch veröffentlicht wurde, Stichwort Pornodancing. Wie auch immer, Arzttöchterlein Lilli erweist sich als erstaunlich cool, ausgesprochen hübsch und höchst unkonventionell. Gründe genug für Andi, sich von der von ferne angebeteten Katja ab, Lilli zuzuwenden und seine ersten Erfahrungen im Erobern zu machen, wobei er kein Fettnäpfchen auslässt.

    Das leidige Testosteron

    Wussten Sie, dass der Testosteronspiegel eines pubertierenden Jungen bis zum 15. Lebensjahr um das 25-fache ansteigt, bei Mädchen dagegen nur um das Fünffache? Andis Freund Harry bringt es auf den Punkt: „Was kannst du mit sechzehn groß lesen?“ … „Vor lauter Wichsen kommst du doch zu gar nichts.“ Das kann man so nicht mehr stehen lassen, diesen Roman sollte man, auch und gerade mit sechzehn. 2005 erschien Melvin Burgess‘ „Doing it“ und brachte das Thema Sex für Jugendliche auf angenehm offene und unkonventionelle Weise auf den Punkt. Konecnys Ton ist ein anderer, er geht entschieden lockerer, witziger an das Thema heran. Da gibt es buchstäblich nichts, was Andi seinen Lesern verschweigt, all die Peinlichkeiten, die Geheimnistuerei, das Großkotzverhalten in der Jungengruppe, die Unsicherheiten den Mädels gegenüber, die Porno-Sessions im Internet, die zunehmend langweilen. Da hat einer genau hingeschaut und sich getraut, die pubertären Gefühlsstürme detailfreudig und mit wohlwollend liebevollem Blick auf die vom Trieb gebeutelten Herrschaften in die Tasten zu hauen. Wenn auch einige romantische Mädchenträume zerplatzen, einige Erwachsene empört die Stirn runzeln werden, Tatsache ist, dass Konecny den Balanceakt zwischen Voyeurismus, Realismus und Komödie mit Bravour und einem Augenzwinkern gemeistert hat.

    Darf man das?

    Das hierfür verwendete Vokabular ist mitunter so deftig wie die Sprüche einer Horde Jungs vorm Guckloch zur Mädchenumkleide, aber genau darin liegt der Reiz dieses Buches. Identifikationsfiguren gibt es en masse, da finden sich Männlein und Weiblein gleichermaßen wieder, da können all die Erwachsenen, die sich im Umfeld der Pubertierenden tummeln, was für’s Leben lernen und schmunzelnd auf eine Jugend blicken, die das Thema Sex verbal zwar locker nimmt, aber genau so schwitzt vorm ersten Mal wie weiland wir Alten. Apropos Alte, die kommen erstaunlich gut weg, zwar stören sie mitunter, aber manchmal sind sie auch ganz hilfreich. Bleibt also zu hoffen, dass viele Jugendliche Zugang zu diesem Buch kriegen, durch wohlwollende Eltern oder Verwandte, tolerante Bibliothekare oder gute Freunde / Freundinnen. Eine Erkenntnis werden Jugendliche mit Sicherheit daraus mitnehmen, gleich welchen Geschlechts oder welcher sexueller Neigung – ja, Schwule gibt es auch -, sie sind in all ihrer Unsicherheit, ihrer nervtötenden Art und ihrer Selbstüberschätzung vor allem eines - völlig normal.

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