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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 20. August 2017 | 13:44

    Iela und Enzo Mari: Der Apfel und der Schmetterling (ab 4)

    23.04.2009

    Der Kreislauf des Lebens, ganz schlicht

    Ein Bilderbuch ohne Worte über den Kreislauf des Lebens, mit wenigen Details und noch weniger Farben, noch dazu von 1969, allerdings prämiert mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 1971, lohnt das eine Neuauflage? Aber ganz sicher, dafür gebührt dem Moritz Verlag ein großes Lob, findet BEATE MAINKA.

     

    Klassisch schlicht und schönBereits auf dem Titelbild beginnt die Geschichte, die eigentlich gar keine ist. Wir sehen einen Apfel in kräftigem Grün und zwei halbe Blätter am Bildrand. Blättern wir um, scheint das Vorsatzblatt das Motiv zu wiederholen, doch halt – es hat sich ein wenig verändert, die Doppelseite zeigt einen ganzen Ast und der Apfel ist größer.

    Beim Weiterblättern wird der Apfel rot, dann blicken wir in sein Inneres und bemerken einen kleinen roten Punkt, aus dem eine Raupe schlüpft, sich den Weg ins Freie frisst und dabei gewaltig wächst. Für diese Veränderungen verwenden die Autoren vier Doppelseiten, aber kein einziges Wort. Langsam entwickelt sich die Geschichte fort, Verpuppung, verfärbte Blätter, dann kahle Äste, Apfelblüte und ein Kokon, aus dem ein Schmetterling schlüpft, der, wir ahnen es bereits, in eine der Apfelblüten ein Ei ablegen wird. Klappt man nun das Buch zu, kann man beim Umdrehen gleich von vorne anfangen, kein Anfang, kein Ende, sondern immerwährendes Wachsen und Vergehen.

    Innehalten und Staunen

    Bereits 1969 erschien der Titel erstmals in Italien, 1970 dann im deutschen Ellermann Verlag. Über die Jahre hat dieses hinreißend schlichte Bilderbuch nichts, aber auch gar nichts von seinem Reiz verloren. Die einfache Grafik überzeugt durch ihre klaren Elementarfarben: apfelgrün, herbstbraun, ein leuchtendes Rot, das die Reife bei Apfel und Schmetterling symbolisiert, unterlegt von einem strahlenden Weiß, auf dem die wenigen abgebildeten Dinge eine besondere Leuchtkraft und Tiefenschärfe entwickeln. Das liegt weniger an der Perspektive der Bilder als an dem Minimalismus, der hier eingesetzt wird.

    Das Verblüffende daran ist, dass die Sparsamkeit der Darstellung, der fehlende Text und der gemächliche Fortgang der Entwicklung gemeinsam eine unglaubliche Spannung selbst schon bei kleinen Kindern erzeugt. Den Text werden sie selber beisteuern, wie ein Wasserfall werden die Worte strömen, denn es gibt nichts auf diesen Illustrationen, was der Erlebniswelt eines Kindes fremd ist. Ast, Apfel, Raupe, Blatt, Schmetterling werden in einen Zusammenhang gestellt, erhalten eine Bedeutung, ermöglichen ein erstes Begreifen des grundlegenden Kreislaufes des Lebens, seines Werdens und Vergehens. Das hat schon etwas fast Philosophisches.

    Natürlich denkt bei dem Thema jeder an die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle, die nimmt sich gegen diesen Titel allerdings aus wie ein Jungspund mit ihren gerade mal 25 Jahren, die sie in diesem Jahr feiert. Vergleichen kann man die beiden Klassiker sowieso nicht miteinander, das eine ist schreiend bunt, das andere vornehm zurückhaltend. Dem Buch der Maris merkt man seine stattlichen 40 Jährchen ebenso wenig an. Und noch etwas schenkt dieses wunderbare Büchlein seinen Betrachtern, nämlich Muße und ein wenig Zeit, um in aller Ruhe und Beschaulichkeit etwas vom Wunder des Lebens zu erfahren. Ein Kind, ein Erwachsener und dieses Buch, das ist eine perfekte Symbiose, genau so perfekt wie die vom Apfel und dem Schmetterling.

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