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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 30. April 2017 | 22:32

    Kevin Brooks: Being (ab 14)

    02.04.2009

    Warum ist ein Mensch ein Mensch?

    Dieser Frage nähert sich der vielfach ausgezeichnete, nicht unumstrittene englische Jugendbuchautor Kevin Brooks in seinem neuen Roman auf höchst spannende und ungewöhnliche Weise, indem er eine Figur schafft, die vor genau diesem Problem steht, und nicht nur vor diesem. Von BEATE MAINKA

     

    Robert, 16, sollte nur zu einer Magenspiegelung ins Krankenhaus, doch als er vorzeitig aus der Narkose erwacht, ist gerade jemand im Begriff, seine Bauchhöhle zu öffnen. Aus den Gesprächen der ihn umgebenden Menschen wird schnell klar, dass sein Inneres Ungeheuerliches enthält, Drähte, Metall, unerwartete Flüssigkeiten... Und ebenso schnell begreift er die Gefahr, in der er schwebt. Ihm gelingt die Flucht aus dem Krankenhaus, doch bald muss er sich einer Wahrheit stellen, die ihn schlicht überfordert. Wer oder was ist er? Sein Körper entspricht nicht dem eines Normalsterblichen und er begreift, dass er auf keinen Fall zurück in sein altes Leben kann, denn er wird gejagt.
    Einzig Eddi, die gewiefte, ultracoole Fälscherin, scheint in der Lage zu sein, ihm zu helfen und tut es auch. Aber wirklich vertrauen kann Robert auch ihr nicht, denn auf seine Ergreifung sind 50.000 Pfund ausgesetzt.

    Die Einsamkeit des Andersartigen

    Auf den ersten Blick scheint Brooks Roman ein rasanter Thriller zu sein, denn er hat alle Handlungselemente, die es dazu braucht: die ausweglose Situation des Helden, die Leichen, die seinen Weg pflastern, die Meute von undurchsichtigen Jägern, die ihn hetzt, und eine schöne, aber auch beängstigende Frau, die ihn zu retten gewillt scheint. Doch Brooks packt mehr hinein, viel mehr. Er lässt die ganze traurige Geschichte Robert selbst erzählen, lässt ihn seine Ängste, seine Zweifel ausdrücken, sein ganzes zerstörtes Selbstbildnis reflektieren und bricht damit oftmals die vordergründige Spannung:

    „Ich war mir über gar nichts mehr sicher. Was war ich? ... Wurde ich geboren? Wurde ich erschaffen? War ich aus Fleisch und Blut? Oder nicht? Und wenn nicht, woraus dann?“

    Immer wieder lässt er Robert darüber nachdenken, was einen wahren Menschen ausmacht, ob es nur der Körper und seine Funktionen oder ob es sein Denken, Handeln, Fühlen ist, was ihn als menschlich definiert. Das wird niemals anrührender dargestellt als in dem Moment, als Robert und Eddi in einem Augenblick der Ruhe auf der Flucht ihre Zuneigung zueinander entdecken und der junge Mann fast triumphierend merkt, dass der Sex mit Eddi völlig normal abläuft. Da ist es ihm fast egal, was er ist.

    Erwachsenwerden der etwas anderen Art

    Genau darum geht es Brooks, denn letztlich ist es tatsächlich egal. Robert ist ein einzigartiges Wesen mit menschlichen Eigenschaften und solange ein Funken Hoffnung, Liebe und Überlebenswillen in ihm ist, solange macht er weiter, auch über das offene Ende hinaus. Die Geschichte vom jugendlichen Robert, der viel zu früh, aber mit Bravour die Verantwortung für sich selber übernimmt, wird beim Lesen Irritationen hervorrufen, denn natürlich möchten wir wissen, was er ist, das sind wir von Thrillern so gewohnt. Aber da zeigt Brooks seinen Lesern eine lange Nase, da bricht er mit Erzähltraditionen und zeigt einmal mehr seine Klasse. Sollen wir doch selber denken, wozu sind wir Menschen, mit Herz und Verstand, genau wie Robert!

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