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    Kate Klimo: Der frechste Drache der Welt. (ab 8)

    05.02.2009

    Dra. Chen. Gibt. Es. Doch!

    Man nehme zwei muntere Neunjährige und füge zwei Elternpaare mit etwas ausgefalleneren Berufen sowie einen seltsamen Heiligen dazu. Sodann ziehe man je eine Portion moderne Naturwissenschaften, Internet und Magie darunter. Man würze mit einer kräftigen Prise Spannung und Humor und süße mit etwas geriebenem Verantwortungsbewußtsein nebst einer Messerspitze Heldentum. Zum Schluß schlage man - ein Drachenei darüber. Auf diese Weise kann eine lockere, aber höchst bekömmliche Unterhaltungsspeise für kleine Leserinnen und Leser serviert werden. Von Magali Heißler

     

    Der fast normale Alltag

    Der neunjährige Jesse lebt in Goldmine City, in den USA, bei Onkel und Tante. Und bei seiner gleichaltrigen Kusine Daisy. Seine Eltern sind Ärzte und Entwicklungshelfer in Afrika. Mit ihnen spricht Jesse nur per täglichem Email. Das stört ihn aber nicht, schließlich hat er es sich selbst so gewünscht. Onkel Joe ist Geologe und sammelt Steine. Das ganze Haus ist voll davon. Tante Maggie ist ‚in der Werbung’ und häufig unterwegs. Dann muss sich Onkel Joe um Daisy und Jesse kümmern, oder eher umgekehrt. Onkel Joe ist zwar ein Erwachsener und weiß sagenhaft viel über Steine und Sterne und solche Dinge, aber im Haushalt muss man ihm auf die Sprünge helfen. Dafür genießen die Kinder viele Freiheiten. Am liebsten suchen sie ‚Magie’. Die muß einfach irgendwo stecken. In einem rostigen Hufeisen, einem grüngläsernen Türgriff oder auf dem Heuboden der alten Scheune, da sind die beiden Kinder ganz sicher.

    Der Duft von Drachen

    Magie läßt sich aber nur finden, wenn sie will, so unvermutet, dass Jesse es zuerst nicht glauben kann. Ein Stein spricht mit ihm. Bald wird ihm klar, dass das ‚Donnerei’ (eine Geode), gar kein Stein ist, sondern tatsächlich ein Ei, ein Drachenei. Er riecht nämlich deutlich nach Chilischoten. Kurz darauf ist der kleine Drache geschlüpft. In Jesses Sockenschublade! Der Drache ist strahlend smaragdgrün und er ist eine ‚Sie’. Die entzückten Kinder taufen sie auf den Namen Emmy, von Esmeralda.
    Die Aufzucht eines Baby-Drachens beschäftigt Daisy und Jesse gründlich. Emmy ist lebhaft, eigenwillig und für jede Überraschung gut. Zum Glück gibt eine Internet-Seite Auskunft bei solchen Problemen. Allerdings benimmt sich deren Betreiber höchst geheimnisvoll.
    Der strenge Duft von Chilischoten aber lockt auch ungebetene Gäste an. Ein unangenehmer Herr namens Dr. St. Georg taucht auf. Er behauptet, dass Emmy eine seltene Eidechse sei, die ihm davongelaufen sei. Zum Entsetzen der Kinder gibt Onkel Joe ihm recht. Dr. St. Georg zieht mit Emmy im Käfig davon. Sie muss unbedingt befreit werden, schließlich sind Daisy und Jesse offizielle Drachenhüter!

    Eine neue Stimme

    Klimo gelingt es in ihrem ersten Kinderbuch gut, Ingredienzien, die eigentlich Fantasybanalitäten sind, aufzuputzen und durcheinanderzumischen, so dass ein frisches und unterhaltsames Spektakel für die Zielgruppe entsteht. Der Umgang mit der munteren Emmy spiegelt so manches Problem und nicht wenige Ängste wider, die Kinder tatsächlich im Umgang mit ihrem ersten Haustier haben. Da ist die Frage nach dem geeigneten Futter oder dem Sauberhalten, da gibt es unerklärliche Verhaltensweisen und eine Menge Gefahren für das Tier. Hüter zu sein, ist eine echte Aufgabe. Überzeugend gestaltet sind auch die Verständigungsprobleme zwischen der Kindern und Erwachsenen. So manche Sichtweise Erwachsener kann einen kindlichen Drachenhüter nahezu zur Verzweiflung treiben.
    Es gibt kindgerechte Slapstickszenen, - ein tobender Baby-Drache in einer modernen Küche ist ein Fall für sich -, und so einiges an Unheimlichem, wobei ein Labor ebenso dienlich ist, wie das Internet oder echte Zauberei. Die Idee, den ehrwürdigen Drachentöter einmal von Seiten der Drachen beim Wort zu nehmen, gibt der Erzählung zusätzlich Schwung.
    Die gediegene Aufmachung und die lustigen Illustrationen von Dagmar Henze erhöhen das Vergnügen an dem Ganzen. Nicht ganz einzusehen ist, warum das Buch keine Seitenzahlen hat.

    Im Text finden sich einige direkte Bezugnahmen auf die Welt von Narnia, die die Geschichte nicht nötig gehabt hätte. Die Welt, die Klimo entwirft ist aus sich heraus originell und ihre Figuren sind fähig, auf eigenen Beinen zu stehen. Die aufregende Schlusssequenz bietet allerdings nur die Lösung für einige wenige Rätsel, Entscheidendes bleibt offen. Das liegt daran, dass es sich hier nur um den ersten Band von Emmys Geschichte handelt. So ist das Buch zunächst nur vordergründig befriedigend. Leider weist der Verlag nicht darauf hin. Der nächste Band mit den Abenteuern von Jesse, Daisy, Emmy, Onkel Joe und dem unheimlichen Dr. St. Georg ist aber schon in Vorbereitung. Erscheinen wird er jedoch erst im nächsten Jahr.
    Eine schrecklich lange Wartezeit, nicht unbedingt nur für Achtjährige.

    Magali Heißler


    Kate Klimo: Der frechste Drache der Welt. Übersetzt von Anne Brauner. Mit Illustrationen von Dagmar Henze. Kinderbuch ab 8. Gebunden. 218 Seiten. 12, 95 Euro. Arena 2009. ISBN 9783401063522


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