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    Saci Lloyd: Euer schönes Leben kotzt mich an (ab 13)

    29.01.2009

    Rettet die Umwelt – solange es noch etwas zu retten gibt

    2015 könnte es zu spät sein. 2015 hat sich die Lebenssituation auf unserem Planeten weiter dramatisch verschlechtert. England zieht als erstes Land seine Konsequenzen und rationiert Energie. Die 16jährige Laura Brown führt darüber eine Art Tagebuch. Von Andrea Wanner

     

    Der 1. Januar 2015 fällt auf einen Donnerstag, die Energiekarten kommen am Montag, den 5. Januar. Sie haben kleine Quadrate von Rot nach Grün, von denen man in Lauf des Jahres eines nach dem anderen aufbraucht, bis man beim letzten roten Quadrat angekommen ist. Das Autofahren ist stark eingeschränkt, die Temperatur im Wohnzimmer ist auf 16 Grad beschränkt, Fernseher, PC, DVD- und CD-Player dürfen eigentlich höchstens zwei Stunden am Tag laufen. Man muss Prioritäten setzten: föhne ich mir die Haare, toaste ich mir ein Brot oder koche ich mir einen Tee mit dem Wasserkocher.

    Laura wartet ab, was jetzt passiert. Nach zahlreichen Umweltkatastrophen – Stürmen, Überschwemmungen, Waldbränden – preschen die Briten vor: eine Energierationierung auf 60% des bisherigen Verbrauchs ist beschlossen, jeder einzelne davon betroffen. Umweltschutz und Energieeinsparung wird wichtiges Unterrichtsfach, zu hoher monatlicher Energieverbrauch zieht den Besuch eines Mitarbeiters der Umweltbehörde nach sich.

    Lauras ältere Schwester läuft Sturm gegen die drastischen Kürzungsmaßnahmen, der Vater verliert seinen Job, in der Ehe der Eltern kriselt es. Und neben dem offiziellen Energiemarkt blüht der Schwarzmarkt. Laura sitzt mittendrin, beobachtet, spielt in ihrer Band, den Dirty Angels, für die sie Protestsongs schreibt und ist hoffnungslos verliebt.

    Saci Lloyd hat mit einfach Mitteln dafür gesorgt, dass ihr Debüt weder ein moralsaurer Appel an Umweltsünder noch eine triste Untergangsstory wird sondern ein packender Bericht über das Leben eines Teenagers in Krisenzeiten. Die Hintergrundsrecherchen klingen solide, die Umweltproblematik und daraus erwachsene Katastrophen ziehen sich als roter Faden durch dieses schicksalsträchtige Jahr 2015, ihre Charaktere sind überzeichnet aber glaubwürdig und sie hat einen scharfen Blick für die Komik in den ungewohnten Situationen.

    Natürlich ist es das Recht der Jugend darüber zu klagen, dass sie die Suppe auslöffeln müssen, die ihnen die Älteren eingebrockt haben. Aber wem hilft das? Alle müssen jetzt versuchen, mit dieser neuen Situation klar kommen. Lauras Vater kauft ein Schwein und pflanzt Gemüse an, die Mutter versucht es mit Meditation und schließt sich einer radikalen Frauengruppe an und Laura wählt sich als „bedürftige Person“, die sie für ihr Energieprojekt in der Schule betreuen muss, ausgerechnet den 89jährigen Nachbarn Arthur. Auch das wie so vieles eine krasse Fehleinschätzung, denn wenn einer mit der veränderten Situation klarkommt, dann er.

    In dieser gelungenen Balance zwischen Unterhaltung und Ernst gelingt eine Geschichte, die sehr deutlich davon erzählt, dass sich etwas ändern muss. Laura und viele andere haben das am Ende verstanden – aber da ist es eigentlich schon fast zu spät. Aber wann haben Antiutopien Leser schon mal auf den rechten Weg geführt?

    Andrea Wanner


    Saci Lloyd: Euer schönes Leben kotzt mich an
    Ein Umweltroman aus dem Jahr 2015.
    Aus dem Englischen von Barbara Abedi.
    Arena 2009
    Gebunden. 344 Seiten. 12,95 Euro.
    Ab 13 Jahren
    ISBN 978-3-401-06415-4

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