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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 29. April 2017 | 05:44

     

    Sven Nordqvist: Wo ist meine Schwester? (ab 5 )

    06.11.2008

    Drei Elche auf einem Sofa

    Können wir von Kindern lernen? Zum Beispiel, der Konzentration, der Leistung zu entgehen und zu träumen, zu phantasieren, sich zu verlieren, einfach verschwunden zu sein in einer anderen Welt? Von Georg Patzer

     

    Wo ist sie denn? Eben war sie noch da, und jetzt ist sie weg. Verschwunden ist die große Schwester des kleinen Mausejungen. Aber ganz verschwunden kann sie doch auch nicht sein. Und so macht er sich auf die Suche nach ihr, steigt mit dem alten Großvater in einen Ballon und fliegt über die Welt.

    Wo kann sie nur sein? Bei den Vögeln, die sie immer so gerne singen hört und die sie sogar versteht? In den Wolken, die so riesig sind, aber auch weich und lieb aussehen? In der Stadt in einem hohen Haus, von dem sie Birnenbutzen und Tannenzapfen herunterwerfen kann? Auf dem Weg hinter dem Sofa oder hinter dem Meer, der bis nach China führt? Nach und nach erzählt der kleine Junge, wie seine Schwester ist. Dass sie gerne Sachen sammelt, Angst vor Hunden hat, gerne läuft und klettert und kämpft und rumtobt. Dass sie gerne verrückt ist und ein Versteck hat, das sie selbst kaum findet.

    Überbordend!

    Sven Nordqvist, der vor allem durch seine Pettersson-und-Findus-Bücher weltberühmt wurde, hat ein wundervolles und ausufernd phantastisches Bilderbuch geschrieben, eines, in das man am liebsten hineinkriechen möchte. Ein überbordendes Buch mit traumartigen Landschaften, durch die man stundenlang spazieren kann, in denen man immer wieder neue Kleinigkeiten entdecken und viele, viele Geschichten erleben kann. Hier legen drei Elche auf einem Sofa kreuz und quer durcheinander, ein Leuchtturm hat eine riesige Kerze als Licht, zwei riesige Menschen sitzen auf einem Baum, der aus einem Haus wächst, und spielen Karten. Da pustet eine Dame mit einer weißen Wolkenfrisur Zigarrenrauch in die Luft und formt Wolken aus ihnen, drei Kühe sitzen im Gras und lachen sich krumm über einen Frosch, der aus dem Regenbogen Nudeln macht, eine Wurst fliegt mit Propeller, dort ist ein Turnier mit Rittern, die auf riesigen Schnecken aufeinander zukriechen, sodass alle Zuschauer, auch der König, der auf einem Käfer sitzt, längst eingeschlafen sind.

    Jedes Detail erzählt tausende von Geschichten, mit jeder Einzelheit wird die Schwester lebendiger, und auch die Welt, ihre Welt, wird lebendiger und beziehungsreicher und reicher. Es ist eine Traumwelt, wo alles sich in alles verwandeln kann, wo der Käse mit der Säge geschnitten werden muss, die Gebäude sich wie bei M.C. Escher verschachteln, und ein Pudel mit einer Mohrrübe balanciert. Nordqvist hat damit wohl eines der schönsten Bilderbücher dieser Saison gemalt. Denn er entführt nicht nur die kleinen Leser damit in eine der schönsten Welten, die es gibt: die Welt der Phantasie. Und das Buch ist auch eine kleine Mahnung an alle Eltern von „verträumten“, den als ADHS hospitalisierten Kindern: Lasst sie so! Sie haben so eine reiche und auch bereichernde Welt. Lernt von ihnen! Denn die Schwester ist ja nicht einfach so im Wald verschwunden, sondern in ihrer eigenen Welt, in einer Welt voller Abenteuer, voller Abstrusitäten, voller Reichtümer, die man nur sieht, wenn man die Welt mit ihren Augen betrachtet. Und nicht mit den Leistungsaugen der Erwachsenenwelt.

    Georg Patzer


    Sven Nordqvist: Wo ist meine Schwester?
    Übersetzt von Angelika Kutsch
    Oetinger Verlag
    32 S., 19,90 Euro
    Ab 5 Jahren
    ISBN-13: 978-3-7891-6940-3

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