TITEL kulturmagazin
Sonntag, 26. März 2017 | 17:00

 

Pernilla Stalfelt: Ich mach dich platt! (ab 6)

16.06.2008

Klatsch. Bumm. Zack. Peng.

Gewalt gehört zu unserem Leben. Sie beginnt irgendwann im Sandkasten beim Streit um eine Schaufel, findet ihre Fortsetzung bei Prügeleien auf dem Schulhof und bedenklichen Computerspielen und ist täglich als kriegerische Auseinandersetzung im Fernsehen zu sehen. Pernilla Stalfelt geht der Sache nach.
Von Andrea Wanner

 

Wer die überzeugenden Kinderbücher der Museumspädagogin aus Stockholm zu den Themen Liebe und Tod kennt, weiß, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Auf leuchtend rotem Grund zeigt schon das Cover mit zwei sich prügelnden Kindern, dass es hier zur Sache geht. Was ist eigentlich Gewalt? Braucht man dazu unbedingt Fäuste?

Auf den Doppelseiten sind unzählige kleine Szenen festgehalten, die zeigen wo, wann Gewalt auftaucht. Da finden sich Väter, die Prügel noch im 19. Jahrhundert als Erziehungsmittel einsetzten. Wir werden Zeugen sinnloser Gewalt, wie beispielsweise der Zerstörung einer Bushaltestelle aus purer Lust am Kaputtmachen. Wir sehen einen Fernsehzuschauer, der sich gemütlich mit Chips über Gewaltszenen im Fernsehen amüsiert oder Gewalt im Sport, die wie beim Boxen als „geordnete Gewalt“ dazugehört oder – wie beim Fußball – als Foul geahndet werden kann.

Stalfelt zeigt das Gegenteil von Gewalt – streicheln, küssen, helfen, teilen, Kompromisse schließen, trösten… - und die schrecklichen Folgen von Gewalt. Ihre Beispielsammlung ist eine gelungene Collage verschiedenster Situationen und Interpretationen. In manchen Szenen kann man sich wieder finden, andere Auftritte lehnt man spontan ab. Kleine Bilder vom Krieg rücken die Twintowers neben eine Moschee, erzählen von Verzweiflung und traumatischen Erlebnisse und münden in die Frage: „Gewalt – muss das wirklich sein?“.

Wer könnte an diesem Punkt Gewalt noch als Mittel zur Konfliktlösung akzeptieren. Längst haben die naiv wirkenden Buntstiftzeichnungen jedem klar gemacht, dass es einen anderen Weg geben muss. Ihre Comicfiguren haben sich beschimpft, erniedrigt, gefoltert und getötet. Alles Leid dieser Welt, das daraus entsteht, findet sich auf diesen wenigen Seiten wieder. Was tun? Reden und zuhören, demonstrieren und protestieren bieten sich wie von selbst als neue, gangbare Wege an. Und am Ende ein kleiner Vorschlag, der die Lösung sein könnte, wenn ihn alle beherzigen würden: „Man kann ja mal bei sich selbst anfangen…“

Andrea Wanner


Pernilla Stalfelt: Ich mach dich platt! Das Kinderbuch von der Gewalt. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Moritz Verlag 2008. Gebunden. 32 Seiten. 11,80 Euro. Ab 6 Jahren.

... bis sie dann gestorben sind.

Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

Ein Igel erlebt sein blaues Wunder

Neue Kartracer haben es nicht leicht. Auch nach 20 Jahren ist der Schatten der einstigen Genregröße Mario Kart so mächtig, dass sich jeder neue Titel einen Vergleich ...

Musik in Schwarz-Weiß

Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

Das Ende der Sommerzeit

Es gibt Bücher, die schleichen sich ganz unmerklich ins Herz und treffen einen im Innersten. Tamara Bachs Geschichte gehört dazu. Von ANDREA WANNER

Wer will fleißige Handwerker sehn

Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

10 Gründe, Engelmann zu lieben

Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

Der Spielplatz macht zu

Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter