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Jason Lethcoe: Benjamin Piff u. d. Magie d. Wünsche (ab 9)

03.02.2008


Wunschlos glücklich?


Wie oft haben wir uns nicht schon über einen Dummkopf geärgert, der einen – oder gar drei – Wünsche frei hatte, und sie vergeudete. Endlich treffen wir mit Benjamin Piff auf einen Helden, der sich genau das Richtige zu wünschen scheint...

 

Nach Geburtstag sieht es überhaupt nicht aus, als wir Benjamin zum ersten Mal sehen. Er schrubbt mit einer Zahnbürste bewaffnet die Kochtöpfe in der Küche des Waisenhauses. Es ist wirklich eklig, was es da an scheußlichem Belag zu entfernen gilt und es lässt Rückschlüsse auf die Qualität der Mahlzeiten zu. Überhaupt scheint dieses Waisenhaus eines zu sein, das den furchtbaren Ruf, den Waisenhäuser in vielen Kinderbüchern genießen, hartnäckig verteidigt.

Es ist Benjamins 11. Geburtstag, seine Eltern hat er bei einem Flugzeugabsturz verloren und der Ort, an dem er jetzt lebt, ist der reinste Horror. Da wünscht er sich, als er die Kerze an seinem Geburtstagskuchen auspustet (den er zu seinem eigenen Erstaunen von der freundlichen Dame vom Jugendamt bekommen hat) den Wunsch aller Wünsche. Und tatsächlich: es funktioniert.

Nun könnte dieses wunderbare Märchen zu Ende sein. Sattdessen müssen wir uns etwas genauer damit beschäftigen, wie, wo und warum Wünsche überhaupt erfüllt werden. Dazu nehmen wir an der Seite von Mister Thomas Candlewick an einer Besichtigung der Wunschwirkwerke statt. In dieser Wunschfabrik werden Wünsche aller Art von Sternschnuppenwünschen über Geburtstagswünsche bis zu Löwenzahnflaumwünschen sortiert, geprüft und – bei Einhaltung der notwendigen Kriterien – erfüllt. Ein hochkomplizierter Vorgang, an dem zahllose Mitarbeiter beteiligt sind und dem elementare Regeln zugrunde liegen. Eine davon ist das Gleichgewicht der Kräfte zwischen guten Wünschen und Verwünschungen, die in den Fluchwirkwerken bearbeitet werden. Eine andere besagt, dass jeder Mensch nur einen Geburtstagswunsch hat. Und genau da liegt das Problem: „Wenn nun aber der Wunsch eines Einzelnen so beschaffen ist, dass er alle anderen auf der ganzen weiten Welt ihrer Wünsche beraubt, dann…“

Ja, was ist dann? In seinem spannenden Kinderbuch denkt Jason Lethcoe über Wünsche und ihre Grenzen nach. Wie egoistisch darf man sein? Wer darf was haben? Und wie bringt man eine Welt wieder in Ordnung, die durch einen so cleveren Wunsch wie den von Benjamin Piff gründlich durcheinander gebracht worden ist? Da wird die Story zum packenden Abenteuer mit jeder Menge Action und Bewährungsproben, Kämpfen, magischen Wesen und und und. Lethcoe illustriert diesen Wunschpunsch selbst, sorgt mit vielen Exkursen und Fußnoten für hintergründigen Witz. Was wird aus Benjamin Piff? Wir wünschen ihm jedenfalls alles Gute!

Andrea Wanner


Jason Lethcoe:  Benjamin Piff und die Magie der Wünsche. Illustriert von Jason Lethcoe. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Martin Baresch. Loewe 2008. Gebunden. 288 Seiten. 12,90 Euro. Ab 9 Jahren.

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