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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 25. Juni 2017 | 12:25

     

    Frank Cottrell Boyce, Meisterwerk (ab 11)

    22.11.2007

    Original und Fälschung

    An wen denkt man bei den Namen Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarotti, Raffael Santi und Donato di Niccolò di Betto Bardi? Wem dazu spontan vier berühmte italienische Renaissancekünstler einfallen, der ist auf genau der falschen Fährte, die die ganze Geschichte in Gang bringt.

     

    Manod ist eine triste, kleine Stadt in Wales, die schon mal bessere Tage gesehen hat, als noch Schiefer abgebaut wurde. Aufgrund mangelnder Verdienstmöglichkeiten kehren nach und nach alle Bewohner der Stadt den Rücken. So kommt es, dass Dylan irgendwann der einzige Junge in Manod ist und verzweifelt darauf wartet, dass sein Babybruder Max endlich sieben Jahre älter wird und mit ihm Fußball spielen kann.

    Trotzdem liebt Dylan den Ort. Seine Familie, vom Vater als „unschlagbare Mannschaft“ bezeichnet – Vater, Mutter, zwei Schwestern und besagter Babybruder – halten gemeinsam die Kfz-Oase in Manod am Laufen hält – auch wenn das Geschäft nicht gerade einträglich ist, gelegentliche Pannen vorkommen und Dylan beim Ölwechsel das Öl mit Frostschutzmittel verwechselt. Daraufhin wird ihm nahe gelegt, der Werkstatt fern zu bleiben und stattdessen das Benzintagebuch zu führen. Eine Aufgabe, der der Junge gewissenhaft nachkommt, und deren Ergebnis ein quasi lückenloser Bericht der Ereignisse darstellt.

    Womit beginnt alles? Eigentlich mit einem Überfall. Der Doofe Tom versucht die Tankstelle zu überfallen. Aber erstens gibt es da sowieso nichts zu holen und zweitens hat ihn jeder sofort erkannt. Nicht zuletzt an seinem Ninja-Turtles-Fahrradhelm, denn, wie alle wissen, ist Tom ein echter Turtle-Fan. Seine misslungen Aktion führt dazu, dass er sich von da an in der Tankstelle nützlich macht und beispielsweise den Kopierer in den Griff bekommt. Und dann fängt eigentlich erst die richtige Geschichte an, die Lastwagen ohne Ende in das abgelegne Manod führen. Über deren Ladung wild spekuliert wird.

    Was sie tatsächlich enthalten sind Kunstwerke. Bilder berühmter Maler, die vorübergehend aus der Londoner National Gallery ausgelagert und in den stillgelegten Bergwerksgängen gelagert werden. Zwischenzeitlich sind zwei Hühner auf der Tankstelle nach Turtles benannt, heißen Michelangelo und Donatello, und den Missverständnissen angesichts der transportierten Kunst sind Tür und Tor geöffnet.

    Dylan ist der sympathische Held, der sich selber eher im Schatten seiner Schwestern sieht, und sich unheimlich bemüht, das Richtige zu machen und gerade deshalb für einige Katastrophen verantwortlich ist. Die Kunst wird sein Leben verändern. Wie, davon hat er noch keine Ahnung. Sie wird das Leben der meisten Menschen in Manod verändern. Ganz anders als erwartet. Überraschend. Originell. Witzig. Sie wird vielleicht sogar den Leser verändern, wenn er sich neugierig nach der Lektüre dieses Feuerwerks an Ideen einmal die Bilder anschauen möchte, von denen hier so viel geredet wird. Meisterwerke? Frank Cottrell Boyce hat ein kleines – nein, nicht gemalt – geschrieben.

    Andrea Wanner


    Frank Cottrell Boyce: Meisterwerk
    Carlsen 2007.
    Broschiert. 320 Seiten. 7,95 Euro.
    Ab 11 Jahren.
    ISBN 3-551-35702-1

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