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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 28. April 2017 | 00:35

     

    Darcy Pattison, 19 Mädchen und ich (ab 5)

    20.09.2007

     
    Echte Emanzipationsbestrebungen

    Eine ungewöhnliche Situation erwartet Henning an seinem ersten Schultag. Zwanzig Kinder sind in der Klasse von Frau Strahlemann: Henning und sage und schreibe 19 Mädchen.

     

    Wie sich das anfühlt, lässt schon das leuchtend rote Cover mit den zwanzig Erstklässlern erahnen. 19 lächelnde Mädels, blond oder schwarzhaarig, mit kurzen Locken oder langem Zopf und am Rande ein einsamer Junge, der ziemlich skeptisch in die dreinblickt. Was um alles in der Welt soll ein Junge in einer Klasse voller Mädchen? Hennings großer Bruder, ein abgeklärter Drittklässler, bringt s auf den Punkt: „Diese Mädchen werden ein Weichei aus dir machen.“ Aber Henning kontert selbstbewusst, dass damit auf keinen Fall zu rechnen sei: „Ich werde harte Burschen aus ihnen machen.“

    So darf man also gespannt auf das sein, was sich in dieser Klasse entwickelt. Der Unterricht scheint sich normal zu gestalten – zumindest ist er keiner weiteren Erwähnung wert. Was interessiert, sind die gemeinsamen Pausen. Und da trumpft Henning schon ab dem allerersten Tag auf.

    Am Montag wird das Erklimmen einer Leiter auf seine Anregung hin zur Besteigung des Mount Everest. Am Dienstag wird ein gebuddeltes Loch zum Durchbruch zur Chinesischen Mauer. Am Mittwoch wird der Wasserschlauch zum Amazonas und vielleicht vollzieht sich da bereits unmerklich ein Wandel, wenn die Klasse nicht nur gegen Alligatoren kämpft sondern auch mit bunten Vögeln Verstecken spielt.
    Hennings großer Bruder staunt, aber er hat auch so seine Zweifel. Klar ist das am Donnerstag gebaute Raumschiff toll, aber wer damit zum Mond fliegt, um dem Mann in Mond ein Ständchen zu bringen, ist in seinen Augen eben doch eher ein Schwächling. Erst der Freitag bringt die Dinge endgültig ins Lot.

    Wie erklärt man den Unterschied zwischen dem unterschiedlichen Verhalten von Jungen und Mädchen? Sind im Grundschulalter zwangsläufig alle des anderen Geschlechts doof? Und hat man tatsächlich nur die Wahl zwischen starkem Jungen und schwachem Mädchen? Die 19 jungen Damen aus Hennings Klasse machen alles mit. Aber obwohl die meisten von ihnen namenlos bleiben, setzen sie dennoch gezielt weibliche Akzente.

    Henning wirkt in diesem Bilderbuch ein bisschen wie Jean-Jacques Sempés kleiner Nick – nur eben statt in einer Jungenschule in einer mit überdurchschnittlich hohem Mädchenanteil. Steven Salerno hat ihn jedenfalls sehr überzeugend in Szene gesetzt und kontrastiert den eher tristen Schulaaltag mit knallbunten Abenteuern in den Pausen. Diese von Darcy Pattison geschilderte erste Schulwoche ist in jeder Hinsicht eine Überraschung und sorgt bei gezieltem Einsatz vielleicht auch für Verblüffung an unseren Schulen und macht spätere Ratgeber wie den von Eva Herman überflüssig.

    Andrea Wanner



    Darcy Pattison,
    19 Mädchen und ich
    Illustriert von Steven Salerno.
    Aus dem Englischen von Uli Blume.
    Boje 2007.
    Gebunden. 32 Seiten. 12,90 Euro.
    Ab 5 Jahren.
    ISBN 3-414-82021-1

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