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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 28. Mai 2017 | 10:41

     

    J. Guggenmos: Und was denkt die Maus am Donnerstag? (ab 3)

    05.07.2007

    Erst kommt das Fressen …

    … und ob dann tatsächlich die Moral kommt, bleibt abzuwarten. Für eine arme hungrige Maus könnten es neben moralisch einwandfreien Heldentaten dann auch Racheakte an der Katze sein.

     

    Vor 30 Jahren erschien die Gedichtsammlung von Josef Guggenmos „Was denkt die Maus am Donnerstag“, deren Titel zum geflügelten Wort avancierte und für die er den Deutschen Jugendbuchpreis erhielt. Die Süddeutsche Zeitung würdigte die Sammlung von 121 Gedichten, in dem sie sie als Band 26 der Jungen Bibliothek veröffentlichte. Dort grinst einem jetzt fröhlich eine Maus mit Käseherz mit roter Schleife vom Cover entgegen. Und unter den über 1000 Gedichten, die der Lyriker zusammenreimte, nimmt das von der hungrigen kleinen Maus noch immer eine Sonderstellung ein.

    In dem kleinen quadratischen Buch geht es nun ausschließlich um die Maus. Sophie Schmid hat ihr und ihrem traurigen Los die Bilder gewidmet, die einen die ganze Tragweite des Hungers und der Verzweiflung spüren lassen. Woran denkt sie nun eigentlich, die Maus? Natürlich gelten ihre Gedanken am Donnerstag wie an jedem anderen Tag der Woche dem Essen. Sie träumt von einem „Wurstebrot mit ganz viel Wurst und wenig Brot!“, sie malt sich die Kraft aus, die sie besäße, wenn sie einmal so richtig satt wäre. Wachsen würde sie, ein Held werden. Und es dann der Katze mal so richtig zeigen.

    Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus. Da steht sie nun, ausgemergelt und spitz, die leere Gabel wie eine Lanze in der Hand, zum Kämpfen aber garantiert nicht in der Lage. Der Magen knurrt, aber es gibt nichts. Nur eine schlägt sich hier ständig und auf jedem Bild den Bauch voll. Klar, die Katze! Das ist die traurige Realität. Und nun beginnt die Maus ihre Fantasiereise ins Schlaraffenland, wo ein Wurstbrot wie eine gewaltige Matratze aussieht, auf der sie genießerisch ausruht und wo ein Schinken so groß ist, dass die Maus sich bequem ein Mauseloch hineingraben kann. Dann würde das wundersame Wachstum einsetzen, aus der mickrigen Maus würde eine Supermaus. Wir bestaunen sie als Sieger im Kampf gegen den Elefanten und als lebendige Brücke, über die ein ganzer Zug hinwegdonnert. Aber besonders rührt die Rettungsaktion einer süßen kleinen Mausedame aus den Flammen, die mit einem innigen Kuss belohnt wird. Jetzt leidet die Katze. Nicht nur Hunger. Und wir wissen: sie leidet zu Recht!

    Nach 30 Jahren, in denen sie längst zur Berühmtheit wurde, wünschen wir der schwachen Maus noch immer den Sieg über die starke Katze. Und endlich bekommt die Maus das Denkmal, das nur ihr gehört und das ihr gebührt!

    Andrea Wanner


    Josef Guggenmos: Und was denkt die Maus am Donnerstag?
    Illustrationen von Sophie Schmid
    Bajazzo Verlag
    Gebunden. 40 Seiten. 9,90 Euro.
    Ab 3 Jahren.
    ISBN 3-907588-79-6

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