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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 23. August 2017 | 10:04

     

    David Wiesner: Strandgut (ab 5)

    10.05.2007

    Magische Fundstücke

    Ein großes Fischauge glotzt einen an, das Vorsatzpapier: sandfarben. So eingestimmt finden wir uns in einer wortlosen Strandgeschichte wieder und werden Zeugen eines ebenso außergewöhnlichen wie abenteuerlichen Funds.

     

    Ein malerischer Blick auf einen nur mäßig bevölkerten Strand, leicht bewölkter Himmel, Wellen, weiße Gischt, im Vordergrund ein paar Möwen und in der Bildmitte ein Junge, ausgerüstet mit Eimer und Schaufel. David Wiesner weiß, warum er auf Worte verzichten kann, denn in seiner malerischen Präzision finden wir alle Informationen, die wir für diese Geschichte brauchen. „Strandgut“ hat er sie genannt und ehe er weitererzählt, regt er unsere Fantasie durch Dinge an, die man am Meer finden kann: Muscheln, Seesterne und Federn natürlich. Mit etwas Glück auch merkwürdige Münzen, verrostete Schlüssel oder einen Kompass. Aber was der blonde Junge am Strand entdeckt, übersteigt die kühnsten Erwartungen. Zunächst allerdings gibt er sich als Forscher und beobachtet ein kleines Schalentier. Und dann plötzlich, ganz in die Betrachtung des Einsiedlerkrebses verloren, wird er von einer Welle überrollt. Noch verdutzt und voller Seetang im Sand sitzend, liegt sie vor ihm: eine Kamera. Genauer gesagt eine historisch anmutende Unterwasserkamera. Er zeigt sie seinen Eltern, und als auch der Bademeister am Strand keine Ahnung hat, wem sie gehören könnte, untersucht er sie näher. Ein belichteter Film liegt noch im Gehäuse und der Junge bringt ihn zum Entwickeln. Nach einer Stunde hält er die Abzüge in der Hand, staunt, ist fassungslos und kann nicht glauben, was er da sieht. Unterwasserszenen, die einem Märchen zu entstammen scheinen, anheimelnde Interieurs, von Fischen bevölkert, riesige Wasserschildkröten, auf deren Rücken Muschelstädte gebaut sind, in denen marschmenschenähnliche Winzlinge wohnen… Und dann lächelt ihn plötzlich ein fremdländisch aussehendes Mädchen von einem der Fotos entgegen. In der Hand hält sie ein Foto, auf dem ein Junge zu sehen ist, der ein Foto in der Hand hält, auf dem ein Junge zu sehen ist, der ein Foto …

    Wer sich auf Wiesners Geschichte einlässt, die abwechselnd in großformatigen Bildern, darunter beeindruckende Nahaufnahmen, und Comicfolgen erzählt wird, bricht zu einer Reise durch Zeit und Raum auf, bei der es einem schwindlig werden kann. Istvan Banyai hat mit seinen „Zoom“-Bilderbüchern, die längst Kultstatus erreicht haben, ähnliche Experimente gewagt. Das Wo und Wann wird zum Rätsel, das der Junge zunächst mit einer Lupe, dann gar einem Mikroskop lösen will und einem Geheimnis auf die Spur kommt. Magisch, surreal und bezaubernd ist dieser ganz besondere Tag am Strand.

    Andrea Wanner


    David Wiesner: Strandgut
    Carlsen 2007.
    Gebunden. 40 Seiten. 15 Euro.
    Ab 5 Jahren.
    ISBN 3-551-51693-0

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