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    D. M. Cornish: Monster Blood Tattoo (ab 13)

    04.04.2007

    Von einem, der auszog und das Gruseln lernte
    „Monster Blood Tattoo“ - Grusel und Horror verspricht der Titel einer Trilogie des australischen Autors D. M. Cornish, der sich mit seinem ersten Band „Der Findling“ ganz und gar nicht in die gängige Art der Fantasy-Literatur einordnen lässt. Viel zu anspruchsvoll und von höchster Güte ist seine erschaffene Kunstwelt mit eigener Sprache, Geografie und überliefertem Wissen!

     

    In Cornishs Fantasy-Welt leben Nuglungs, Glamgorns und Bogels – Monster von verschiedener Art und Größe. Es sind Geschöpfe, die weder als Mensch noch als sprachloses Tier gelten und gruselig aussehen. Niemand – liest man in Cornishs Glossar – weiß, woher die Monster kamen. Seit den Anfängen der Überlieferung wird die Menschheit von den schrecklichen Ungeheuern bedroht und muss sich ihrer wehren.

    Scheinbar weniger abenteuerlich und ganz gewöhnlich beginnt das Fantasy-Epos – mit einem Kampf, der jedoch nicht zwischen Monstern und Menschen ausgetragen wird. Rosamund, ein Junge mit einem Mädchennamen, ein Findling, der in einem Waisenhaus aufwächst und wegen seines Namens zum Gespött der anderen wird, muss im Harundo, eine Art Stockfechten, gegen seinen Peiniger Gosling antreten und wird von ihm brutal zusammengeschlagen.
    Der Findling Rosamund, Titelgestalt des ersten Bandes der Fantasy-Trilogie, ist alles andere als ein starker, selbstbewusster Held, der es mit Monstern aufnehmen kann. In den Büchern, die er liest, träumt er von mutigen Monsterjägern, Skolds und Lahzaren, die die Monster bezwingen. Er weiß allerhand über Monster und hofft auf ein abenteuerliches Leben in der Kriegsmarine. Umso überraschter und trauriger ist er, als ihm eine Stelle als Laternenanzünder angeboten wird.
    Doch mit dem Verlassen des Waisenhauses beginnt Rosamunds neues Leben, ein Abenteuer zu werden. Überall lauern Gefahren und Hindernisse: Er heuert auf dem falschen Schiff beim zwielichtigen Käpt’n Poundinch an, muss fliehen und begegnet der berühmten Monsterjägerin Europa, verfolgt zum ersten Mal den Kampf einer Fulgar, Blitzhalterin, mit einem Monster, rettet die schwer verletzte Europa vor den Grinslingen.

    Nach einem eher langgestrecktem Anfang gelingt es D. M. Cornish, einem fesselnden Fantasy-Szenario das nächste folgen zu lassen. Voller Faszination und Ideenreichtum erweckt er gute und böse Gestalten zum Leben, die in seiner außergewöhnlichen fiktiven Welt für- und gegeneinander agieren und somit die Handlung mit viel Spannung vorantreiben. Ihr Aussehen und Charakter wird nicht nur im Text, sondern auch in Illustrationen brillant beschrieben. Geschichte, Zeichnungen, Landkarten und Glossar ergänzen sich voller Akribie und bilden so eine meisterhafte Einheit, die die fiktive Welt beglaubigt.
    Und noch etwas hebt Cornishs Fantasy-Geschichte von der Masse der Fantasy-Literatur ab: Seine erschaffene Welt fußt auf realistischem Boden, wenn es um philosophische und moralische Gedanken geht. Seine Monster sind nicht alle böse und die Menschen nicht alle gut. So empfindet Rosamund tiefe Trauer, als Europa den gutmütigen Ettin tötet, und freundschaftliche Zuneigung zu einem Freckel. Käpt’n Poundinch dagegen ist für ihn ein bösartiger, Abscheu erregender Mensch.
    Rosamunds Erlebnisse auf dem Weg zu den Laternenanzündern verwirren ihn, und Zweifel an seinen bisherigen Vorstellungen überkommen ihn. Was hat ihm Master Fransitarts im Waisenhaus gesagt? „Nicht alle Monster sehen auch wie Monster aus! Oft entpuppen sich Normalmenschen als die schlimmsten Monster.“
    Gehört er zu den Sedornern, d. h. Monsterfreunden, die verfolgt werden? Auch auf die Frage Europas, wo das Abenteuer aufhört und die Gewalt anfängt, weiß Rosamund noch keine Antwort. Und so ist der Findling am Ende des ersten Bandes der Trilogie kein Held im Sinne von Sindbad dem Seefahrer. Er gleicht eher Frodo, dem Hobbit, den die Umstände gezwungener Maßen zum Helden werden lassen.

    „Monster Blood Tattoo“ ist ein fabelhaftes Fantasy-Abenteuer, das jeden Lesemuffel im Alter ab 13 Jahren weg vom Computer hin zum Buch lockt und ihn in eine imaginäre Welt voller Spannung, Magie und Abenteuer entführt. Eine fantastische Lektüre, die in der Tradition von „Herr der Ringe“, „Harry Potter“ und „Star Wars“ steht!

    Gabi Schulze


    D. M. Cornish: Monster Blood Tattoo
    Aus dem Englischen von Reiner Pfleiderer
    Mit Illustrationen des Autors
    Carl Hanser Verlag 2007
    Gebunden. 416 Seiten mit Glossar und Anhängen. 17,90 ¤
    Ab 13 Jahren
    ISBN 3-446-20849-0

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