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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 30. April 2017 | 22:31

     

    Gioconda Belli: Die Blume und der Baum (ab 5)

    21.12.2006

     
    Vom Lieben und Loslassenkönnen

    Es gibt eine Liebe, die dem anderen keine Luft lässt zum Atmen, die ihn erdrückt. Gioconda Belli erzählt von so einer Liebe – in einem der schönsten Bilderbücher des Jahres.

     

    Ein ungleiches Paar liebt sich. Er ist groß und stark, sie klein und zart. Sie staunt über seine Weltsicht, klammert sich an ihn und zieht sich an ihm hoch. Sie wächst – und merkt nicht, dass er dabei verkümmert. Die lateinamerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin erzählt eine Liebesgeschichte zwischen einer Pinie und einer Bougainvillea. Das Samenkorn, das zufällig neben dem Baum zu Boden fällt, wächst zu einer üppig blühenden Kletterpflanze heran, die sehnsuchtvoll den gleichen Blick von oben auf die Dinge haben will wie der Baum. Der ist entzückt von der Begeisterungsfähigkeit der Blume und nimmt es in Kauf, dass sie mit ihrer Umarmung ihm alle Kraft raubt. Wunderschön ist das erzählt. Einfach und voll schlichter Poesie, verständlich für ganz junge Leser und natürlich für alle, die um das komplizierte Wesen von Liebe bereits wissen. Wie findet man das richtige Maß zwischen Nähe und Distanz? Wenn es nicht gelingt, ist es im Fall der Blume und des Baums das Ende von beiden. Behutsam und gleichzeitig entschlossen zeigt die Parabel, wie eine Entscheidung aussehen könnte. Oder besser: aussehen muss, damit die Liebe nicht auf der Strecke bleibt.

    Barbara Steinitz hat sich in Nicaragua intensiv mit dem Schattentheater beschäftigt und sich zu außergewöhnlichen Illustrationen inspirieren lassen. Mit Scherenschnittfiguren und auf Pergament gemalten Ornamenten unterstreicht das Spiel von Licht und Schatten in warmen Erdtönen und dem leuchtenden Rot der Blüten das Geheimnisvolle, das allen Liebesbeziehungen innewohnt. Und dann wieder sind die Szenen ungeheuer witzig, wenn sie beispielsweise das Alltagsleben der Menschen beschreiben: spazierengehende Familien, ein joggender Muskelprotz oder zwei Streithähne sind überaus treffend beobachtet und als reduzierte Scherenschnittfiguren genial vereinfacht.

    Ein Buch voller Poesie in Wort und Bild, für das man nicht zu jung sein kann und nie zu alt ist. Und als kleiner Tipp ein schon etwas älteres Lieblingsbuch von Gioconda Belli: Die Werkstatt der Schmetterlinge, eine überraschende Schöpfungsgeschichte, die Wolf Erlbruch zauberhaft in Szene gesetzt hat.

    Andrea Wanner


    Gioconda Belli: Die Blume und der Baum
    Eine Liebesgeschichte.
    Bilder von Barbara Steinitz.
    Peter Hammer Verlag 2006.
    Gebunden. 29 Seiten. 14,90 Euro.
    Ab 5 Jahren.
    ISBN 3-7795-0069-8

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