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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 16. August 2017 | 17:13

     

    Deborah Ellis: Das Radiomädchen (ab 13)

    10.08.2006

    Die Stimme aus dem Radio

    Die 13-jährige Binti hat das Gefühl, dass sie es geschafft hat. In einer kleinen Stadt in Malawi ist ausgerechnet sie von einem Radiosender für ein wöchentliches Hörspiel ausgewählt worden. In Bintis Augen ist das der Anfang einer großen Karriere und nichts kann sie mehr bremsen.

     

    Die Ironie des Schicksals wird bereits in den ersten Sätzen des Buches deutlich: „DEINE MUTTER IST AN AIDS GESTORBEN!“ „Ist sie nicht!“ „Ist sie doch. Und jeder weiß es.“ Binti spricht ihren Text am Mikrofon und ist ganz in ihre Rolle vertieft. Ihre Mutter ist tatsächlich gestorben und der Vater, der sie und ihre beiden älteren Geschwister liebevoll versorgt so gut er kann und mit seiner Sargwerkstatt so viel Geld verdient, dass seine Kinder eine Privatschule besuchen können, wird kurz darauf an Aids sterben. Binti sieht die Realität nicht, will und kann sie nicht sehen. Ihr Leben und ihre Zukunft sind das Radio.
    Nach dem Tod des Vaters kommt alles anders. Raffgierige Verwandte verscherbeln all sein hab und Gut, die Kinder werden bei verschiedenen Familien untergebracht und dort als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Die Lösung, die sich am Ende findet, ist überraschend und verlangt von allen viel Kraft.

    Deborah Ellis hat ein realitätsnahes Bild von der Lage in Malawi gezeichnet, und berichtet ernst über die Lebenssituation in einem Land, in dem die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten Jahren auf 32,5 Jahre gesunken. Inzwischen leiden dort 30–55 % der Bevölkerung an Aids, das für beinahe drei Viertel aller Todesfälle verantwortlich ist. Woher nimmt man den Mut, weiterzumachen? Wie schafft man es, die Toten zu begraben und zu erkennen, wo die Lebenden einen brauchen? Der Sturz für Binti vom gefeierten Radiomädchen ins Nichts ist tief und ihre Wandlung vom überheblichen Gör zur mitfühlenden jungen Frau hätte fast etwas Kitschiges, das man aus zahlreichen Mädchenbüchern kennt, wäre da nicht die furchtbare Realität des Lebens in Südostafrika.
    Den Blick über den Tellerrand in eines der weltweiten Katastrophengebiete machen einem solche Bücher leichter. Und vielleicht sollte man auch nicht unerwähnt lassen, dass die Autorentantiemen an UNICEF gespendet werden.

    Andrea Wanner


    Deborah Ellis: Das Radiomädchen.
    Jungbrunnen 2006.
    Gebunden 156 Seiten. 13,90 Euro.
    Ab 13 Jahren.
    ISBN 3-7026-5771-1

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