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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 22. August 2017 | 16:44

     

    Martina Dierks: Prinzessin Polly. (ab 8)

    12.05.2006

    Emanzipationsfortschritte

    Die Dinge ändern sich. Das heißt noch nicht, dass deshalb zwangsläufig alles schlechter wird. Im Fall von Prinzessinnen zum Beispiel gibt es durchaus Entwicklungen in eine positive Richtung. Lag Dornröschen noch 100 Jahre im Schlaf, ehe ein Prinz es endlich wach küsste, zieht Prinzessin Polly jetzt selbst los, um einen Prinzen aufzuwecken.

     

    Zugegeben, ganz freiwillig tut sie es nicht. Es ist die elterliche Finanznot, die sie dazu zwingt. Und auch die kommt nicht von ungefähr: der König leidet an Spielsucht und hat quasi das gesamte Hab und Gut beim Wildschweinrennen verloren. Ginge es nur um Gold und Edelsteine, wäre das Polly egal. Aber so soll der königliche Urlaub ans Grüne Meer gestrichen werden und aus dem Schwimmanzug, den sie dann dringend bräuchte, wird auch nichts. So gesehen kommt die Einladung des benachbarten Königreiches Immer-Und-Überall genau richtig. Dort ist ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die Prinzessin gewinnt, die den seit drei Jahren schlafenden Königsohn wach bekommt. Das kann so schwierig nicht sein, denkt sich Prinzessin Polidora Esmeralda Bettina Konstanza Jacobina und sagt zu.

    Wer nun bei diesem Namen zufällig an eine gewisse Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf erinnert wird, liegt nicht ganz falsch. Denn obwohl Polly in elterlicher Begleitung dem Abenteuer entgegen reist, ist sie eine ausgesprochen energische, unkonventionelle junge Dame, die wenig von höfischer Etikette hält und genau weiß, was sie will. Anders, als ihre beiden verbliebenen Konkurrentinnen, Prinzessin Niagara aus dem Land Wennschon-Dennschon und Prinzessin Ninifee aus dem Königreich Jetzt-Oder-Nie.

    Die Aufgabe, die auf die drei jungen Damen wartet, ist merkwürdig, der König und sein Personal höchst unsympathisch und die Spielregeln, an die sie sich zu halten haben, machen die Sache noch schwieriger. Aber eine echte Königstochter lässt sich nicht so leicht einschüchtern und Polly aus Vielleicht-Und-Igrendwann hat schließlich doch eine zündende Idee.

    Martina Dierks spielt mit Märchenmotiven, stellt die Welt auf den Kopf und schafft mit Figuren wie Alfons, der in Anlehnung an das berühmte „Mädchen für alles“ zum „Männchen für alles“ wird, hinreißend witzige Charaktere, die das Zeug zum Mitspielen in einem James-Bond-Film haben. Wer glaubt, die Zeit für Märchen sei vorbei, darf sich in Text und Bild gern vom Gegenteil überzeugen lassen.

    Andrea Wanner


    Martina Dierks: Prinzessin Polly.
    Frecher, als der König erlaubt.
    Mit Illustrationen von Irmgard Paule.
    Arena 2006.
    Gebunden. 136 Seiten. 7,95 Euro.
    Ab 8 Jahren.
    ISBN 3-401-05952-5

    ... bis sie dann gestorben sind.

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