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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 22. Juli 2017 | 00:38

     

    Gunnel Linde: Joppe. (ab 4)

    19.01.2006

     
    Kuscheltierkatalysator

    Joppe ist ein Maulwurf. Kein echter sondern ein aus schwarzem Samt genähter. Er ist in allen Lebenslagen der unverzichtbare Begleiter von Ole, einem kleinen Jungen. Das Problem ist nur: Joppe geht ständig verloren.

     

    Viele Kinder haben ein Kuscheltier, ohne dass sie garantiert nie einschlafen. Viele Eltern kennen das Problem, wenn Bär oder Hase vor dem Zubettgehen unauffindbar sind und die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt werden muss, weil Sohnemann oder Tochter sonst kein Auge zutun. Und viele (Bilder)bücher haben sich schon um dieses Thema gekümmert.
    Eigentlich erzählt Gunnel Linde diese ganz banale Geschichte. Vielleicht ist Ole noch ein bisschen Maulwurffixierter als andere Kindergartenkinder. Und garantiert ist er noch schussliger mit Umgang mit seinem Plüschgefährten. Die Pannen und Katastrophen, die Joppe der Reihe nach erlebt, sind wahrlich haarsträubend: er bleibt im Aufzug stecken, verschwindet im Müllschlucker, wird fast von einem Hund gefressen, gekidnappt, vom Briefkasten verschluckt oder lebendig begraben. Kuriose, haarsträubende Situationen, die jeweils das Ende von Joppe bedeuten würden – wäre da nicht Olsson. Olsson wohnt im gleichen Mietshaus wie Ole und seine allein erziehende Mutter und ist der Retter in der Not.

    Er erweist sich als der Held, der alle Hebel in Bewegung setzt, keine Mühe scheut, nächtelang durchschuftet oder kilometerweit fährt, um Joppe wieder herbeizuzaubern.
    Gunnel Linde erzählt in dreizehn kurzen Kapiteln eine Geschichte, die Kinder entzücken wird. Komisch und witzig, liebevoll und immer mit einem guten Ende sind die zehn Episoden, in denen Joppe verschwindet, eine gelungener als die andere. Für vorlesende Erwachsene hat sie eine wunderschöne Liebesgeschichte eingebaut: aus der Tasse Kaffee für Per Olssons tatkräftige Hilfe wird ein Essen im Restaurant, ein Picknick, ein Besuch bei der Oma – und am Ende eine Hochzeit.

    Lindes Meisterstück besteht darin, dass die Erwachsenen in keiner Situation über die Sorgen, die Ole sich macht, lachen. Sie nehmen Ole ernst. So wie Gunnel Linde ihre kleinen Zuhörer ernst nimmt. Für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk wurde sie nicht zuletzt dafür mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnet. Sie zeigt, wie Zuneigung, Liebe und Vertrauen entstehen. Zwischen Mutter und Kind, zwischen Mann und Frau, zwischen dem kleinen Jungen und dem netten Nachbarn. Und Joppe, der auf den bestechenden Bildern von Ole Könnecke ein bisschen wie ein Pinguin aussieht, gehört zu den unvergesslichsten Kuscheltieren aller Zeiten.

    Andrea Wanner


    Gunnel Linde: Joppe.
    Mit Bildern von Ole Könnecke.
    Gerstenberg 2005.
    Gebunden. 128 Seiten. 11,90 Euro.
    Ab 4 Jahren.
    ISBN 3-8067-5092-0

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