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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 17. August 2017 | 13:43

     

    Yann Menns: Zu Tisch, Herr Präsident! (ab 8)

    21.04.2005

    Wohl bekomm’s!

    So hatte sich der Präsident das Essen im Kreise der Familie Toucouleur wahrscheinlich nicht vorgestellt. Zwar sind die Erwachsenen zuvorkommend, die Kinder gut erzogen und das Essen hervorragend – und trotzdem gibt es einige Pannen bei dieser ungewöhnlichen Mahlzeit

     

    Was tut eine Familie, wenn sie erfährt, dass eine prominente Persönlichkeit am nächsten Tag zum Essen kommt? Was zunächst wie ein Scherz klingt, stimmt: Kein geringerer als der Präsident der Republik wurde durch ein Losverfahren der Familie Toucouleuer für ein Abendessen quasi als Gewinn zugeteilt. Die vier Kinder reagieren begeistert, während sich die Eltern Gedanken machen, was sie so einem wichtigen Mann zum Essen vorsetzen sollen.

    Es gibt schließlich Nudeln - aber das Essen wird dem Präsidenten sicher nicht nur wegen der leckeren Vorspeise – Salat mit kleinen Entenstückchen und Orangenscheiben drin – unvergesslich bleiben. Denn die Geschwister Toucouleur nehmen ihn ganz schön in die Zange und hinterfragen mit kindlicher Neugierde politische Entscheidungen. „Echt ätzend“ findet es beispielsweise Rajiv, dass der Präsident Freikarten für das Stade de France bekommt, wo sich normale Fußballfans nicht so schnell eine Eintrittskarte leisten kann. Und Fatoumata will wissen, warum er den Afrikanern immer weniger Geld gibt, wenn es das Land doch so toll findet. Überhaupt findet der Präsident alles toll. Bis Arsène ihn eiskalt erwischt, als er nach Schwarzwurzeln fragt.

    Vielleicht wirkt die Familie Toucouleur auf den ersten Blick ein bisschen Lehrstückhaft. Angefangen bei ihrem vielsagenden Namen bis hin zu den vier Adoptivkindern aus Kolumbien, Mali, Indien und Belgien. Aber wenn der kleine Ich-Erzähler Arsène loslegt, geschieht das mit so viel natürlichem Charme, dass man sich sofort wohlfühlt im Kreise der Toucouleurs. Einem fotogenen Präsidenten, der einschmeichlerisch durch Hausbesuche sein Image aufpolieren will, gönnt man manche Peinlichkeit am Esstisch – und auch eine richtige Strafe für ungezogene Wörter, ganz nach Art des Hauses. Da mag dem feinen Herrn fast der Bissen im Mund stecken bleiben: Er hat es nicht anders verdient.

    Eine kleine Episode, die jeder lesen sollte. Danach wird man nur einen Wunsch haben: Einmal bei den Toucouleurs zum Essen eingeladen zu werden – oder einen unserer Politiker mal an den häuslichen Tisch zu bitten.

    Andrea Wanner




    Yann Menns: Zu Tisch, Herr Präsident!
    Aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt von Maren Partzsch
    Altberliner, 2005
    Broschiert, 44 S., EUR 3,50
    Ab 8 Jahren
    ISBN 3-8339-6701-3






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