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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 24. April 2017 | 03:27

     

    Mats Wahl: Kill. Ab 13

    07.04.2005

     
    Warnschüsse

    Wenn wie am 22. März ein jugendlicher Amokschütze im US-Bundesstaat Minnesota ein Blutbad anrichtet, sind zu Recht alle geschockt. Über Hintergründe und Motive einer solchen Gräueltat denkt Mats Wahl in seinem jüngsten Roman, einem Amoklauf in einer schwedischen Schule, nach.

     

    Zum dritten Mal ermittelt der schwedische Kommissar Harald Fors und ist im aktuellen Fall besonders betroffen: an einer Schule wurden drei Kinder erschossen, vermutlich mit der Dienstwaffe von Fors.
    Fors macht sich Vorwürfe, obwohl er eigentlich ganz unschuldig ist. Die Pistole wurde ihm gestohlen, nachdem er abends von einer Bande Jugendlicher überfallen worden war. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Überfall auf ihn und den tödlichen Schüssen in der Schule? War der Täter ein schulverdrossener Amokläufer oder waren es gar gezielte Schüsse? Wem könnten sie gegolten haben?

    Die Schießereien an amerikanischen High-Schools, die um sich greifende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen beschäftigen auch die schwedischen Polizeibeamten. Fassungslosigkeit, Entsetzen und Wut herrschen vor – auch darüber, dass viel zu wenig prophylaktisch getan werden kann, um solche Gräueltaten zu verhindern. Sparmaßnahmen gehören auch in Schweden zum Alltag und treffen die Stellen, wo man vielleicht im Vorfeld Gefahren erkennen könnte. Mats Wahl schildert detailgenau die Arbeit der Polizei: Verhöre, Krisensitzungen, Tatortbeschreibungen, sogar eine Skizze vom vermutlichen Standort des Schützen findet sich im Roman. Ein Krimi, der mit Fors und seinen Kollegen Erwachsene als handelnde Akteure in den Mittelpunkt stellt. Opfer sind Kinder und der Täter ist vermutlich auch ein Jugendlicher. Trotzdem gelingt es Seite und Seite die verborgene Problematik – perspektivlose Jugendliche, gemobbte Außenseiter, verhätschelte Widerlinge – aufzudecken. Die Polizei verfolgt viele Spuren und Wahl als allwissender Erzähler führt seine Leser lange auf Irrwege. Die Lösung scheint zum Greifen nah. Am Ende sind wir fassungslos, wenn wir erkennen, dass wir mit dem Täter nicht weniger Mitleid haben als mit den Opfern. Ist er nicht selbst von Anfang an nichts anderes gewesen als ein Opfer?

    Wahl findet Worte, um das Unfassbare und Schreckliche zu schildern. Er bewegt mit Ausblicken in eine Zukunft, die vor allem für die Eltern von Opfern und Täter furchtbar sein wird. Noch ehe wir den Täter kennenlernen, treffen wir auf seine Mutter und wie sie im Radio von der Bluttat an der Vikingaschuler erfährt. „Es würde sie mit Entsetzen erfüllen, sie würde an ihren Sohn denken und sich vorstellen, eins der erschossenen Kinder könnte ihr Kind sein.“ Später ertappt sie sich bei dem Wunsch, ihr Sohn wäre eines der Opfer gewesen – und nicht der Täter. Eindringlicher kann man kaum erzählen. Warum tun Menschen anderen Menschen so etwas an? Mats Wahl stellt Fragen und versucht Antworten, mit denen sich Jugendliche und Erwachsene auseinandersetzen müssen.

    Andrea Wanner


     
    Mats Wahl: Kill
    Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
    Carl Hanser Verlag, 2005.
    Gebunden. 264 Seiten. 16,90 Euro.
    Ab 13 Jahren.
    3-446-20608-6.

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