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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 16. August 2017 | 17:15

     

    Gisela Karau: Der Kugelfisch...

    21.10.2004

     
    Eigene Entscheidungen

    Gisela Karau hätte es sich mit einem sympathischeren Helden leichter machen können. Stattdessen wagt sie es, einen Jungen zu präsentieren, der von Seite zu Seite verblüfft.


     

    Die Gefühle, die man für Robert entwickelt, bewegen sich zu Beginn seiner Geschichte im Bereich von Mitleid. Unwillkürlich bedauert man den Jungen, der seit seinem 6. Geburtstag weiß, dass er eigentlich einen Zwillingsbruder gehabt hätte, der bei der Geburt gestorben ist. Er tut einem leid, weil er der Kleinste in der Klasse ist. In Berlin war das so und nach dem Umzug nach Hamburg hat sich nichts daran geändert. Seinen besten Freund musste er in Berlin zurück lassen, in der Schule hat er Probleme und das einzige was er wirklich toll kann, ist Kaugummis aufblasen. Und genau damit ändert sich sein Leben.
    Aus dem mickrigen Kleinen wird ein 13jähriger Kinderstar, der Werbung macht für alle möglichen Produkte vom Kaugummi bis zum Sauerkraut. Und das Mitleid verschwindet. Stattdessen muss man miterleben, wie aus Robert ein ziemlich affektierter Angeber wird, der sich eine Menge auf seine Karriere einbildet. Doch irgendwann macht ihm das alles keinen Spaß mehr und er möchte aussteigen. So einfach wie Robert sich das vorstellt, ist das aber nicht. Es gibt Verträge, einen geschäftstüchtigen Agenten und nicht zuletzt einen geldgierigen Vater, der schon lange von einem besseren Leben in einem schönen Haus träumt.
    Da ist es wieder, das Mitleid, nur um gleich einem Staunen zu weichen. Robert packt sein Leben nämlich in eigene Hände und fängt an, eigene Entscheidungen zu treffen. Die sehen so aus, dass er ohne elterliche Genehmigung seine Sommerferien in Berlin verbringt – mit einem Begleiter an seiner Seite, der für manche Überraschung gut ist.

    Gisela Karau hätte es sich mit einem sympathischeren Helden leichter machen können. Stattdessen wagt sie es, einen Jungen zu präsentieren, der von Seite zu Seite verblüfft. Mal altklug und nervig, dann wieder sensibel und liebevoll ist Robert eine unvergessliche Figur. Immer wieder schießt er über das Ziel hinaus, aber am Ende ist nicht nur er ein paar Zentimeter gewachsen sondern haben er und sein Vater eine Menge gelernt. Interessante Einblicke in die kuriose Welt der Werbung gibt’s als Dreingabe und der Traum vom Dasein als Star wird zumindest mit einem dicken Fragezeichen versehen.

    Andrea Wanner



    Gisela Karau: Der Kugelfisch oder Wie man einen Vater erzieht.
    Dressler 2004. 192 Seiten.
    Ab 10 Jahren. 12 Euro.
    ISBN: 3-7915-1107-6

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