TITEL kulturmagazin
Dienstag, 28. März 2017 | 10:01

 

Ole Könnecke: Anton und die Mädchen

11.10.2004

 
Geschlechterrollen für die Kleinen

Ein Kinderbuch, in dem – dargestellt an zwei Mädchen und einem Jungen – auf humorvolle und prägnante Weise auf Unterschiede, Verhaltensweisen und Stereotypen von weiblichen und männlichen Wesen eingegangen wird.

 

Eine allen bekannte Szene auf dem Spielplatz: Zwei Kinder spielen im Sandkasten, ein drittes Kind kommt dazu. Jetzt könnten die drei gemeinsam eine tolle Burg bauen oder Sandkuchen backen. Aber so einfach ist das nicht. Die beiden, die zuerst da waren, sind Mädchen. Und die Nummer 3 ist ein Junge, Anton. Wo liegt das Problem? Anton ist mit Eimer, Schaufel und Auto ausgerüstet, und in einem Satz ausgedrückt: „Anton ist toll.“ Aber das interessiert die jungen Damen nicht die Bohne. Während Anton sich abstrampelt, Kunststücke vollführt und sich voll in Szene setzt, widmen die beiden sich ungerührt ihren Sandkunstwerken und gönnen ihm nicht mal einen Blick. Um doch ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, bedarf es erst eines kleinen Unfalls.

Ole Könneckes Figuren, nicht besonders groß und in zurückhaltender Farbigkeit – ocker, orange, braun, oliv – auf weißem Hintergrund arrangiert, erzählen in der knappen Geschichte fast alles, was es über das komplizierte Verhältnis von Männern und Frauen zu sagen gibt. Es braucht nur wenige, kurze Sätze, denn subtil beobachtet reicht die Mimik der Figuren, um augenzwinkernd zu zeigen, dass Jungs und Mädchen schlicht grundverschieden sind. Frauen wollen nicht beeindruckt werden, Frauen wollen sich kümmern. Ein Angeber hat keine Chance. Aber ein armer Junge, dessen Bauwerk kaputt geht, kriegt nicht nur einen Keks, er darf sogar mitspielen. Na ja, mitspielen nennen sie es. In Wirklichkeit sitzt er eher einfach daneben. Aber der Text unterstreicht es: „Anton hat es gut.“ Wie alles auf der Welt währt auch dieses Glück, Sandkastenidyll zu dritt, nur kurz. Für die letzte Bilderbuchseite hat Ole Könnecke sich noch eine besondere Überraschung ausgedacht, die so verblüffend ist, wie die ganze Story. Sind sie wirklich so, die Jungs und die Mädchen? Müssen Jungs immer imponieren und treten Mädchen immer nur paarweise auf? Ein Beitrag zum Thema Geschlechterrollen für die Kleinen, wie er origineller nicht sein könnte.

Andrea Wanner


 
Ole Könnecke: Anton und die Mädchen.
Hanser 2004. 32 Seiten.
Bilderbuch ab 3 Jahren. 10,90 Euro.
ISBN: 3-446-20509-8

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